Einführung
Dass diese Pagode im Volksmund “Pagode des Wuta-Tempels” (Tempel der Fünf Pagoden) heißt, lässt sich auf eine Vorlage zurückführen, die in der Yongle-Ära aus dem westlichen Indien nach China gelangte. Das Dijing Jingwu Lüe berichtet: Zur Zeit Kaiser Chengzus überbrachte ein Pandita aus dem westlichen Indien fünf goldene Buddha-Statuen als Tribut und legte zugleich einen Bauplan für einen Vajrasana-Thron vor. Er wurde zum Großen Staatslehrer ernannt, erhielt ein goldenes Siegel und auf kaiserlichen Erlass wurde ein Tempel für ihn errichtet, dem der Name Zhenjue verliehen wurde. Der sogenannte “Vajrasana” (Diamantthron) ist eine altindische Pagodenform: Auf einer quadratischen Plattform stehen fünf kleine Pagoden, die an die heiligen Stätten rund um das Parinirvana des Buddha erinnern; das berühmteste indische Vorbild ist der Mahabodhi-Tempel in Bodh Gaya. Im neunten Jahr der Chenghua-Ära ordnete der Hof an, das Bauwerk nach diesem Vorbild zu errichten. In seiner Aufzeichnung zum Vajrasana-Thron des Zhenjue-Tempels formuliert es Kaiser Xianzong klar: “Aus Stein gefertigt, ein Sockel mehrere Zhang hoch, oben fünf Buddhas, das Quadrat trägt fünf Pagoden – in Maß und Regel unterscheidet er sich in nichts vom Vajrasana-Thron Zentralindiens.” Das Dijing Jingwu Lüe ergänzt die bauliche Beschreibung: Der aus Stein aufgeschichtete Sockel sei fünf Zhang hoch, die Treppen seien in die Wände eingelassen, links und rechts schneckenförmig nach oben gewunden; der Scheitel sei zu einer Plattform geebnet, und auf dieser Plattform stünden fünf Pagoden von je zwei Zhang Höhe. So fand die Form “eine Plattform, fünf Buddhas” ihren Platz westlich der Stadt; “Wuta-Tempel” – “Tempel der Fünf Pagoden” – nannte das Volk ihn nach dem, was es sah.
Das Dijing Jingwu Lüe vermerkt, dass der Pagodenkörper mit Sanskrit-Bildnissen, Sanskrit-Schriftzeichen, Sanskrit-Kostbarkeiten und Sanskrit-Blüten versehen sei; an der mittleren Pagode seien die zwei Fußabdrücke des Buddha eingeschnitten – die übrigen Abdrücke vertieft und nur in Umrissen nachgezogen, allein jener an der mittleren Pagode erhaben hervortretend, mit ineinander verschlungenem Schneckenmuster. Im Inneren des Sockels öffnet sich ein dunkler Gang, der sich links und rechts schneckenförmig hinaufwindet bis zur oberen Plattform, den fünf kleinen Pagoden gegenüber. Eben hiervon spricht der Ming-Dichter Huang Shengzeng in seinem Gedicht Besteigung des Vajrasana-Throns: “Der goldene Thron erhebt sich gestaffelt, der Bauplan aus Zentralindien tut sich auf. Aus den fünf Regionen tritt der leere Raum hervor, tausend Kalpas stützt das kaiserliche Rad.”
In der Qing-Zeit setzten sich die Restaurierungen fort. Das Qinding Rixia Jiuwen Kao vermerkt, dass im sechsundzwanzigsten Jahr der Qianlong-Ära die Haupthalle wiederhergestellt wurde; der Kaiser verlieh die Tafel “Xinzhu Langying” (das Juwel des Herzens leuchtet hell), verfasste die Stelenschrift zur Wiederherstellung des Zhengjue-Tempels und ließ diese östlich der Pagode aufstellen. Im Text bekennt der Kaiser selbst, die Arbeiten “zu Glückwünschen für die heilige Mutter” angeordnet zu haben, und nutzte die Feiern zum siebzigsten Geburtstag, um “abermals aus der Schatzkasse Mittel auszugeben, sie zu ehren und zu schmücken”. Als in der Guangxu-Ära das Shuntian Fu Zhi kompiliert wurde, waren die kaiserliche Stele aus der Chenghua-Ära der Ming-Dynastie und die Stelenschrift des Yao Kui bereits nicht mehr vorhanden; allein die Qianlong-Stele stand noch östlich der Pagode.
Historische Dokumente
Dijing Jingwu Lüe
成祖文皇帝时,西番板的达来贡金佛五躯、金刚宝座规式,诏封大国师,赐金印,建寺居之。寺赐名真觉。成化九年,诏寺准中印度式,建宝座,累石台五丈,藏级干壁,左右蜗旋而上,顶平为台,列塔五,各二丈。塔刻梵像、梵字,梵宝梵华。中塔刻两足迹,他迹陷下,廓摹耳。此隆起纹螺,若相抵蹲,是繇趾着迹涌,步着莲生,灯灯焰就,月满露升,法界藏身,斯不诬焉。按西域记:五塔因缘:拘尸那揭罗国娑罗林精舍有塔,是金刚神躄地处;次侧一塔,是停棺七日处;次侧一塔,是阿泥楼陀上天告母,母降哭佛处;次一塔,是佛涅盘般那处;次侧一塔,是佛为大迦叶波现双足处。又按僧祇律亦五塔因缘云:塔有舍利者,支提无舍利者。凡人起塔,于佛生处、得道处、转法轮处、佛泥洹处,菩萨像、辟支像、佛像、佛脚迹处,得安华盖供养,上者供养佛塔,下者供养支提也。
Zur Zeit Kaiser Chengzus, des Kulturkaisers, kam ein Pandita aus dem westlichen Indien und überbrachte als Tribut fünf goldene Buddha-Statuen sowie ein Modell des Vajrasana-Throns. Auf kaiserlichen Erlass wurde er zum Großen Staatslehrer ernannt, erhielt ein goldenes Siegel, und es wurde ein Tempel errichtet, in dem er wohnen sollte. Der Tempel erhielt den Namen Zhenjue. Im neunten Jahr der Chenghua-Ära ordnete ein Erlass an, im Tempel nach zentralindischer Vorlage einen Vajrasana-Thron zu errichten: ein aus Stein aufgeschichteter Sockel von fünf Zhang Höhe, mit in die Wände eingelassenen Stufen, die sich links und rechts schneckenförmig nach oben winden; der Scheitel zu einer Plattform geebnet, fünf Pagoden darauf gereiht, jede zwei Zhang hoch. Auf den Pagoden sind Sanskrit-Bildnisse, Sanskrit-Schriftzeichen, Sanskrit-Kostbarkeiten und Sanskrit-Blüten eingeschnitten. An der mittleren Pagode sind zwei Fußabdrücke eingeschnitten; die übrigen Abdrücke sind vertieft und nur in Umrissen nachgezogen, allein dieser hier tritt erhaben hervor, das Schneckenmuster gleichsam aufeinander stoßend wie kauernd. So entspringt aus den Zehen der hervorquellende Abdruck, mit jedem Schritt sprießt ein Lotos, Lampe um Lampe entzündet die Flamme, mit dem Vollmond steigt der Tau auf, der Dharmadhatu birgt den Leib – das ist nicht erfunden. Nach dem Bericht über die westlichen Regionen erläutern sich die fünf Pagoden so: Im Reich Kushinagara, im Sala-Hain-Kloster, steht eine Pagode dort, wo der Vajra-Gott auf die Erde stürzte; nebenan eine zweite, wo der Sarg sieben Tage ruhte; nebenan eine dritte, wo Aniruddha zum Himmel emporstieg, der Mutter Bericht erstattete und die Mutter herabstieg, um den Buddha zu beweinen; daneben eine vierte, der Ort des Buddha-Parinirvana; nebenan eine fünfte, wo der Buddha dem Mahakashyapa seine beiden Füße zeigte. Nach dem Mahasamghika-Vinaya wird ebenfalls von den fünf Pagoden gesagt: Eine Pagode mit Reliquien ist ein Stupa, eine ohne Reliquien ein Caitya. Wenn Menschen eine Pagode errichten – am Geburtsort des Buddha, am Ort seiner Erleuchtung, am Ort, wo er das Dharma-Rad in Bewegung setzte, am Ort seines Parinirvana, an einem Bodhisattva-Bildnis, einem Pratyekabuddha-Bildnis, einem Buddha-Bildnis oder am Ort eines Fußabdrucks des Buddha –, so darf ein Blumenbaldachin zur Verehrung aufgestellt werden; in der höheren Form als Verehrung einer Buddha-Pagode, in der niederen als Verehrung eines Caitya.
寺因缘者,寺因山水缘贤圣熏修也。塔前有成化御制碑曰:寺址上沃而广,泉流而清。寺外石桥望去绕绕长堤。高柳夏绕翠云,秋晚春初,绕金色界。仁和张瀚晚春集真觉寺○郭外春犹在,花边坐落晖。柳深莺细细,桑密𬸊飞飞。一水金光动,千林红紫微。徘徊香满地,约马缓将归。金坛王樵登真觉寺浮图○古寺不知年,松竹无近趣。老僧摘春芽,龙钟坐高树。客影碌碌然,步步追春天。石阁三层上,金刚五座连。御家赐出西番样,白日摇光动仙掌。故见双趺隐法身。随人结想如来像。临武曾朝节。真觉寺○塔黄山翠色,交入客清樽。晓日登峰树,秋光匝水村。法轮空界出,人语半天喧。高柳堤无尽,终朝立寺门。○两足尊遗教,五枝耸太虚。因缘人竟外,悲仰佛天初。金铎喧番像,香花护宝书。
Der Anlass des Tempels ist dieser: Ein Tempel verdankt seine Stätte den Bergen und Wassern, und seine Wirkung der inneren Übung der Weisen und Heiligen. Vor der Pagode steht eine kaiserliche Stele aus der Chenghua-Ära mit den Worten: “Der Grund des Tempels ist fruchtbar und weit, die Quelle fließt klar.” Vor dem Tempelvorplatz zieht sich, von der Steinbrücke aus betrachtet, ein langer Damm in weiten Bögen dahin. Hohe Weiden umfangen im Sommer das grüne Gewölk, im späten Herbst und frühen Frühling die goldgetönte Welt. Aus Spätfrühling im Zhenjue-Tempel von Zhang Han aus Renhe: “Vor den Stadtmauern ist Frühling noch geblieben, am Blütenrand sinkt das Abendlicht. Tief im Weidengrün die Pirole leise, dicht im Maulbeer flattern die Schwalben. Über dem Wasser zittert goldener Glanz, durch tausend Baumkronen das Purpur und Karmin. Verweilend, mit duftendem Boden ringsum, lockre ich die Zügel meines Pferdes spät zur Heimkehr.” Aus Besteigung der Pagode des Zhenjue-Tempels von Wang Qiao aus Jintan: “Ein alter Tempel, kein Mensch weiß sein Jahr, Kiefern und Bambus ohne aktuelles Vergnügen. Ein greiser Mönch pflückt die Frühlingsknospen, gebeugt sitzt er hoch im Baum. Mein Gastschatten flüchtig hingewischt, Schritt für Schritt jage ich den Frühling. Drei Stockwerke steige ich auf dem steinernen Pavillon, fünf Vajra-Throne reihen sich. Die kaiserliche Familie verlieh die Form aus dem westlichen Indien, am hellen Tag bewegt das schwankende Licht die unsterbliche Handfläche. Darum sehe ich die beiden Füße, im Dharmakaya verborgen, wie sich an die Menschen das Bild des Tathagata bindet.” Zeng Chaojie aus Linwu, Zhenjue-Tempel: “Das gelbe Bergesgrün der Pagode mischt sich in den klaren Becher des Gastes. Beim Morgensonnenaufgang besteige ich die Gipfelbäume, herbstliches Licht umschließt das Dorf am Wasser. Aus dem leeren Raum tritt das Dharma-Rad hervor, Menschenstimmen lärmen halbwegs zum Himmel. Hohe Weiden am Damm enden nicht, den ganzen Tag stehe ich am Tor des Tempels.” Und: “Die Lehre des Zweifüßigen Verehrten lebt fort, fünf Zweige ragen in die Weite. Anlass und Mensch enden am Rand, mit Wehmut blickt man zum Buddha-Himmel des Anbeginns. Goldene Schellen erfüllen die fremden Bildnisse, Weihrauch und Blumen behüten die kostbaren Schriften.
绕旋余览眺,星月柳边疏。
Schneckenförmig steige ich hinab und schaue weiter umher, Sterne und Mond schimmern am Weidenrand dünn verteilt.“
安陆何宇度真觉寺塔○五塔森森立,秋原望不迷。彤云双阙迥,绿树万行齐。堤远传蜩急,天空去雁低。长安此净域,山水满城西。
He Yudu aus Anlu, Pagode des Zhenjue-Tempels: “Fünf Pagoden stehen dicht aufgereiht, die herbstliche Ebene irrt im Blick nicht ab. Rote Wolken, die beiden Torpaläste in der Ferne, grüne Bäume in zehntausend gleichmäßigen Reihen. Vom fernen Damm tönt der Zikadenruf eilig, am leeren Himmel ziehen die Wildgänse tief. Hier in Chang’an liegt dieser reine Bezirk, Berge und Wasser füllen den Westen der Stadt.”
亳州朱宗吉真觉寺○隔水寻幽地,春光处处逢。一灯悬古殿,双树出疏钟。塔灿层台迥,林阴曲迳重。望来殊不尽,多半暮云容。
Zhu Zongji aus Bozhou, Zhenjue-Tempel: “Über das Wasser hinweg suche ich den stillen Ort, Frühlingslicht begegnet mir überall. Eine einzige Lampe hängt in der alten Halle, zwei Bäume tragen den lockeren Glockenton heraus. Die Pagode glänzt, das gestaffelte Plateau ist weit, im Schatten des Hains windet sich der Pfad mehrfach. Mein Blick reicht nicht ans Ende, vieles davon ist das Antlitz der Abendwolken.”
固始余廷吉游真觉寺○古刹僧俱寂,閒房花木秾。湖云风过竹,萝月影移松。万铎天然籁,三回定后钟。将灯旋五塔,林鸟向人冲。顺天释性柔礼真觉寺塔○稽首五梵塔,具五大因缘。因缘中印土,五徵妙光旋。板的达西来,愿力弘人天。
Yu Tingji aus Gushi, Besuch im Zhenjue-Tempel: “Im alten Kloster sind die Mönche alle still, in den Mußekammern üppig Blumen und Bäume. Seewolken, der Wind streicht durch den Bambus, der Mond zwischen Schlinggewächsen wandert sein Bild über die Kiefer. Zehntausend Schellen, ein natürliches Tönen, dreimal die Glocke nach dem Versinken im Samadhi. Mit der Lampe umkreise ich die fünf Pagoden, Vögel des Hains stürzen sich auf den Menschen zu.” Shi Xingrou aus Shuntian, Verehrung der Pagode des Zhenjue-Tempels: “Ich neige mich vor den fünf Sanskrit-Pagoden, die alle fünf großen Bedingungen tragen. Der Anlass führt nach Zentralindien, fünf Vorzeichen umkreisen das wundervolle Licht. Der Pandita kam aus dem Westen, mit der Kraft seines Gelübdes wirkte er Mensch und Himmel.
建彼世界法,于此世界边。
Er errichtete jener Welten Gesetz am Rande dieser Welt.
梵宝及梵华,梵字半满全。中现双佛足踵趾轮相圆,如大地涌出,如半空中悬。
Sanskrit-Kostbarkeiten und Sanskrit-Blüten, Sanskrit-Schrift halb und vollständig zugleich. In der Mitte erscheinen zwei Buddha-Füße, Fersen und Zehen, der Radkreis vollkommen, wie aus dem Erdboden hervorquellend, wie im halben Luftraum schwebend.
如亲诣佛国,依恋我佛然。
Als sei ich selbst ins Buddhaland gepilgert, voller Anhänglichkeit an meinen Buddha.
我皇缔造心,同我佛心传。我拜我心净西山。
Das Herz meines Kaisers, das dies erbaute, geht im Herzen meines Buddha weiter. Ich verneige mich, mein Herz wird rein im westlichen Berg.“
Qinding Rixia Jiuwen Kao
等谨按:大正觉寺即朱彝尊原书所谓真觉寺也。明永乐间重建金刚塔成于成化九年,凡五浮图,俗因称五塔寺。乾隆二十六年重修正殿,额曰心珠朗莹,联曰:般若演慈源,妙通筏喻;菩提宏觉路,长炳灯传。皆皇上御书。塔东恭勒御制重修正觉寺碑文,谨编载卷内。
Anmerkung der Kompilatoren: Der Da-Zhengjue-Tempel ist eben jener Zhenjue-Tempel, von dem Zhu Yizun in seinem ursprünglichen Werk spricht. In der Yongle-Ära der Ming-Dynastie wurde er neu errichtet, die Vajra-Pagode wurde im neunten Jahr der Chenghua-Ära fertiggestellt; sie umfasst insgesamt fünf Pagoden, weshalb das Volk ihn Wuta-Tempel (“Tempel der Fünf Pagoden”) nennt. Im sechsundzwanzigsten Jahr der Qianlong-Ära wurde die Haupthalle wiederhergestellt; ihre Tafel trägt die Inschrift “Xinzhu Langying” (das Juwel des Herzens leuchtet hell), das Spruchpaar lautet: “Die Prajna entfaltet die Quelle der Güte, im Sinnbild des Floßes wunderbar offenbart; die Bodhi weitet den Weg der Erleuchtung, lange brennt die Übergabe der Lampe.” All dies stammt vom Pinsel Seiner Majestät. Östlich der Pagode wurde die kaiserlich verfasste Stelenschrift zur Wiederherstellung des Zhengjue-Tempels ehrfurchtsvoll eingehauen; sie ist im vorliegenden Band sorgfältig wiedergegeben.
Kaiserlich verfasste Stelenschrift zur Wiederherstellung des Zhengjue-Tempels (Qianlong)
御制重修正觉寺碑文。
Kaiserlich verfasste Stelenschrift zur Wiederherstellung des Zhengjue-Tempels.
自万寿寺迤东不二里而近,有招提五塔离立,众因以寺所有名之,实旧志所称大正觉寺者也。朕敬为圣慈祝厘,岁辛未,既命将作庀材营缮。逮今辛巳,星纪载周,恭遇七旬大庆,复出帑金,是崇是饰。所司以落成告,且砻石请文。考梵典释佛义曰觉,又曰佛,像标身,经标口,塔标意。故说根尘者,以意为之因缘;谭觉性者,亦以意为之提摄。世传阿育王建塔八万四千,震旦仅得十之一。若兹寺经始明永乐间,西竺国师板的达用一台五佛,准印土金刚宝座成式,俾大千情与无情,咸知印可。其于开宗也甚著,而于资福也甚闳。然观大慈氏如如不动,意于何有,彼芸芸者觅意了不可得,则相率而求之相轮窣堵,自凡僧初果以至辟支菩萨,六重七重云尔。是何异和南合十,执丈六以求像,执华严海藏以求口者哉?反是以观,震旦所标,固不必意西竺之意,而以无意利益群生者,虽放之遍满恒河沙数无尽意法界无二无别可也。乃者楶梠交疏,增辉初地,华鉴宝铎,具足庄严,将诹辰侍辇过之,畴不归依回向晋无疆之祝乎?嗣是每逢庆典,其鸠工夙事,长与六甲循环,极无量八百鼻功德永弗替。
Vom Wanshou-Tempel aus, kaum zwei Li nach Osten gerichtet, stehen fünf Pagoden eines Klosters einzeln nebeneinander. Das Volk benennt den Tempel nach dem, was er besitzt – in Wahrheit ist es eben jener Da-Zhengjue-Tempel, von dem die alten Chroniken sprechen. Wir haben in Ehrerbietung für unsere heilige Mutter um Segen gebetet: Im Jahr Xinwei (1751) ließen Wir das Bauamt Material zusammenstellen und die Wiederherstellung beginnen. Nun, im Jahr Xinsi (1761), nach Ablauf eines vollen Sterngeschehens, traf es sich, dass Wir die Feier des siebzigsten Geburtstages begingen: Da gaben Wir abermals aus der Schatzkasse Mittel aus, um den Tempel zu ehren und zu schmücken. Als die Verantwortlichen die Vollendung meldeten und um eine in Stein zu hauende Schrift baten, betrachteten Wir die Sanskrit-Schriften: Die Bedeutung des Buddha heißt Erleuchtung (jue), heißt auch Buddha; das Bildnis steht für den Leib, die Sutra für den Mund, die Pagode für das Bewusstsein. Wer von Wurzeln und Staub spricht, nimmt das Bewusstsein als Anlass; wer von der Natur der Erleuchtung redet, fasst sie ebenfalls mit dem Bewusstsein. Es heißt, König Ashoka habe vierundachtzigtausend Pagoden errichtet, von denen das Land Cinasthana (China) nur ein Zehntel erhielt. Dieser Tempel hier wurde in der Yongle-Ära der Ming-Dynastie begonnen, als der Staatslehrer aus dem westlichen Indien, Pandita, in der Form “eine Plattform, fünf Buddhas” und nach dem fertigen Schema des indischen Vajrasana-Throns dafür sorgte, dass die fühlenden und nicht-fühlenden Wesen der dreifachen Großen Tausend Welten alle das Siegel des Buddha empfingen. In der Eröffnung der Lehre ist dies sehr deutlich, im Stiften von Segen sehr weitreichend. Doch betrachtet man die große Mitra (Maitreya), so ruht sie unbewegt in der Soheit – wo wäre da ein Bewusstsein? Jene Massen suchen ein Bewusstsein und finden keines, und so wenden sie sich gemeinsam an die Radkrone und den Stupa: vom einfachen Mönch über die erste Frucht bis hin zu Pratyekabuddha und Bodhisattva, in sechs Stockwerken, in sieben Stockwerken usw. Worin unterscheidet sich das davon, beim ehrfurchtsvollen Gruß mit gefalteten Händen die sechzehn Chi hohe Statue zu ergreifen, um das Bildnis zu suchen, oder den Avatamsaka-Sutra-Schatz zu ergreifen, um den Mund zu suchen? Umgekehrt betrachtet: Was Cinasthana aufstellt, muss nicht zwingend dem Sinn des westlichen Indien folgen – aber mit dem Sinn der Absichtslosigkeit den Wesen zu nützen, das mag man, ausgegossen über die unendlichen Welten so zahlreich wie die Sandkörner des Ganges, dem grenzenlosen Bewusstseinsdharma-Reich gleichachten, ohne jeden Unterschied. Nun haben sich Pfetten und Balken neu verflochten, das anfängliche Land hat neuen Glanz gewonnen, prächtige Spiegel und kostbare Schellen bringen vollständigen Schmuck. Werden Wir an einem ausgewählten Tag dort vorüberfahren, wer würde nicht Zuflucht nehmen und seine Verdienste umlenken in den Glückwunsch grenzenloser Dauer? Hinfort, bei jedem Festanlass, werden die Werkleute frühzeitig zur Hand sein, dauerhaft mit dem Lauf der sechzig Jahreszyklen umlaufend, sodass die unermessliche, achthundertfache Nasen-Verdienste niemals nachlassen.
Rixia Jiuwen Kao – Ältere Überlieferung
原大真觉寺,在极乐寺西,内有金刚座,上置五小座,藏如来金身。永乐间,西域中印土僧所献,规制前此未有也。
Ursprüngliche Überlieferung: Der Große Zhenjue-Tempel liegt westlich des Jile-Tempels. Im Inneren befindet sich ein Vajra-Thron, auf dem fünf kleine Throne stehen, in denen die goldenen Leiber des Tathagata verwahrt werden. In der Yongle-Ära von einem Mönch aus Zentralindien überbracht; eine Bauform, die es zuvor nicht gegeben hatte.
原直觉寺,浮图高五六丈许,而上为塔五,方陟其顶,山林城市之胜收焉。
Ursprüngliche Überlieferung: Im Zhijue-Tempel ist die Pagode etwa fünf bis sechs Zhang hoch; obenauf erheben sich fünf Pagoden. Sobald man den Scheitel besteigt, fängt der Blick die schönsten Anblicke von Bergen, Wäldern und Stadtgebiet ein.
原真觉寺,原名正觉寺,乃蒙古人所建。寺后一塔甚高,名金刚宝座。从暗窦中左右入,蜗旋以跻于颠,为平台。台上涌小塔五座,内藏如来金身金刚。座之左偏又一浮屠,传是宪宗皇帝生葬衣冠处。前临桥,桥临大道,夹道长杨,绿阴如幕,清流映带,尤可取也。
Ursprüngliche Überlieferung: Der Zhenjue-Tempel hieß ursprünglich Zhengjue-Tempel und wurde von Mongolen errichtet. Hinter dem Tempel steht eine sehr hohe Pagode namens Vajrasana. Durch dunkle Höhlungen tritt man links und rechts ein, schneckenförmig steigt man bis zum Scheitel auf, der zu einer Plattform geebnet ist. Auf dem Plateau erheben sich fünf kleine Pagoden, in denen die goldenen Leiber des Tathagata und Vajras verwahrt werden. Links neben dem Thron steht eine weitere Pagode, die der Überlieferung nach den Ort markiert, wo Kaiser Xianzong zu Lebzeiten Kleider und Kopfbedeckung als symbolisches Grab niederlegte. Vor dem Tempel verläuft eine Brücke, die Brücke geht zur Hauptstraße über, beiderseits hohe Pappeln, der grüne Schatten wie ein Vorhang, ein klarer Wasserlauf spiegelt sich – besonders sehenswert.
原成祖文皇帝时,西番班迪达来贡金佛五躯、金刚宝座规式,诏封大国师,赐金印,建寺居之,寺赐名真觉。成化九年,诏寺准中印度式建宝座,累石台五丈,藏级于壁,左右蜗旋而上,顶平为台,列塔五,各二丈。塔刻梵字、梵宝、梵华,中塔刻两足迹,他迹陷下廓摹耳,此隆起,纹螺若相抵蹲。塔前有成化御制碑。
Ursprüngliche Überlieferung: Zur Zeit Kaiser Chengzus, des Kulturkaisers, kam ein Pandita aus dem westlichen Indien und überbrachte als Tribut fünf goldene Buddha-Statuen sowie ein Modell des Vajrasana-Throns. Auf kaiserlichen Erlass wurde er zum Großen Staatslehrer ernannt, erhielt ein goldenes Siegel, und ein Tempel wurde für ihn errichtet, der den Namen Zhenjue erhielt. Im neunten Jahr der Chenghua-Ära ordnete ein Erlass an, im Tempel nach zentralindischer Vorlage einen Vajrasana-Thron zu errichten: ein aus Stein aufgeschichteter Sockel von fünf Zhang Höhe, mit in die Wände eingelassenen Stufen, die sich links und rechts schneckenförmig nach oben winden; der Scheitel zu einer Plattform geebnet, fünf Pagoden darauf gereiht, je zwei Zhang hoch. Auf den Pagoden sind Sanskrit-Schriftzeichen, Sanskrit-Kostbarkeiten und Sanskrit-Blüten eingeschnitten; an der mittleren Pagode sind zwei Fußabdrücke eingeschnitten, die übrigen Abdrücke vertieft und nur in Umrissen nachgezogen, dieser hier aber tritt erhaben hervor, das Schneckenmuster gleichsam aufeinander stoßend wie kauernd. Vor der Pagode steht die kaiserliche Stele aus der Chenghua-Ära.
等谨按:成化御制碑今无存。
Anmerkung der Kompilatoren: Die kaiserliche Stele aus der Chenghua-Ära ist heute nicht mehr vorhanden.
Kaiserlich verfasste Aufzeichnung zum Vajrasana-Thron des Zhenjue-Tempels (Ming-Kaiser Xianzong)
原明宪宗御制真觉寺金刚宝座记略:
Ursprüngliche Überlieferung der kaiserlich von Ming-Kaiser Xianzong verfassten Aufzeichnung zum Vajrasana-Thron des Zhenjue-Tempels:
永乐初年,有西域梵僧曰班迪达大国师,贡金身诸佛之像、金刚宝座之式。由是择地西关外,建立真觉寺,创治金身宝座,弗克易就,于兹有年。朕念善果未完,必欲新之,命工督修殿宇,创金刚宝座,以石为之,基高数丈,上有五佛,方为五塔,其丈尺规矩与中印土之宝座无以异也。成化癸巳十一月告成立石。
In den frühen Jahren der Yongle-Ära kam ein Sanskrit-Mönch aus den westlichen Regionen, genannt der Große Staatslehrer Pandita, und überbrachte als Tribut Bildnisse aller Buddhas mit goldenem Leib sowie die Bauform des Vajrasana-Throns. Daraufhin wurde ein Platz vor dem Westtor gewählt und der Zhenjue-Tempel errichtet, die goldleibigen Bildnisse und der kostbare Thron in Angriff genommen; doch konnte es nicht so leicht vollendet werden und nahm viele Jahre in Anspruch. Wir bedachten, dass die gute Frucht unvollendet war, und wollten ihn erneuern; Wir befahlen den Handwerkern, die Hallen instand zu setzen und den Vajrasana-Thron zu schaffen, aus Stein gefertigt, ein Sockel mehrere Zhang hoch, oben fünf Buddhas, das Quadrat trägt fünf Pagoden, und in Maß und Regel unterscheidet er sich in nichts vom Vajrasana-Thron Zentralindiens. Im elften Monat des Jahres Guisi der Chenghua-Ära wurde die Vollendung verkündet und der Stein gesetzt.
Zhu Heng, Gedicht über die fünf Pagoden des Zhenjue-Tempels
原朱衡真觉寺五塔诗:
Ursprüngliche Überlieferung von Zhu Hengs Gedicht über die fünf Pagoden des Zhenjue-Tempels:
胜地尘埃少,中天洞壑孤。云櫺敧缥缈,风磴入虚无。槛外三天界,尊前五岳图。何当探慧镜,一为照迷途。
An diesem Ort der Schönheit ist wenig Staub, mitten am Himmel steht die Höhle einsam. Die Wolken-Lichtgitter neigen sich schwebend, der Wind-Treppenweg führt ins Nichts hinein. Außerhalb der Brüstung die drei Himmelsbereiche, vor dem Verehrten das Bild der fünf heiligen Berge. Wann werde ich den Weisheitsspiegel ergreifen, um einmal den Pfad des Verirrens zu erleuchten?
镇山集。
Aus dem Zhenshan Ji.
He Dong, Gedicht zur Besteigung der Pagode des Zhenjue-Tempels
原何栋登真觉寺浮图诗:
Ursprüngliche Überlieferung von He Dongs Gedicht zur Besteigung der Pagode des Zhenjue-Tempels:
凌空垂宝塔,被露出铜盘。影照青莲色,光寒白露团。霞标窥日近,风洞雪云寒。静坐观空界,天花绕石坛。
Aus der Luft hängt die kostbare Pagode herab, vom Tau benetzt tritt die bronzene Scheibe hervor. Ihr Schatten leuchtet in der Farbe des blauen Lotos, ihr Licht kühlt sich an den Tropfen des weißen Reifs. Das Schimmer-Banner spürt die Sonne nahe, die Windhöhlung trägt die Kälte der schneeumwehten Wolken. In stiller Meditation betrachte ich den leeren Bereich, Himmelsblumen umkreisen den steinernen Altar.
太华集。
Aus dem Taihua Ji.
Xijin Riji
原真觉寺塔规制特奇。寺有姚夔碑记,称永乐中,国师五明班迪达召见于武英殿,帝与语,悦之,为造寺石台,则成化九年所建也。析津日记。
Ursprüngliche Überlieferung: Die Bauform der Pagode des Zhenjue-Tempels ist besonders eigenartig. Im Tempel gibt es eine Stelenschrift von Yao Kui, die besagt: In der Yongle-Ära wurde der Staatslehrer Wuming Pandita in der Wuying-Halle empfangen; der Kaiser sprach mit ihm und fand Gefallen an ihm, sodass für ihn der steinerne Sockel des Tempels errichtet wurde. Das aber, was wir sehen, wurde im neunten Jahr der Chenghua-Ära erbaut. – Xijin Riji.
臣等谨按:姚夔碑今无存。
Anmerkung der Beamten: Die Stele des Yao Kui ist heute nicht mehr vorhanden.
Guangxu Shuntian Fu Zhi
明永乐年间,为西番班迪达建也,在乐善园西三里许。寺初名真觉,有浮图五,俗又称五塔寺。寺大殿五楹,后为金刚宝塔,塔后殿五楹,塔院之东为行殿。塔前旧立明成化御制碑,像金刚宝座之式,由是择地西关外建立真觉寺,创冶金身宝尺,规矩中印土之宝座,无以异也。成化癸已十二月告成,立石,及姚夔碑记俱无存。今塔东恭立乾隆二十六年御制重修寺碑。
In der Yongle-Ära der Ming-Dynastie wurde [der Tempel] für den Pandita aus dem westlichen Indien errichtet, etwa drei Li westlich des Leshan-Gartens. Anfänglich hieß der Tempel Zhenjue; er besaß fünf Pagoden, weshalb das Volk ihn auch Wuta-Tempel (“Tempel der Fünf Pagoden”) nennt. Die Haupthalle des Tempels umfasst fünf Joche, dahinter steht die Vajrasana-Pagode, hinter der Pagode wiederum eine Halle mit fünf Jochen; östlich des Pagodenhofes liegt eine Reisepavillon-Halle. Vor der Pagode stand einst die kaiserliche Stele aus der Chenghua-Ära der Ming-Dynastie, die das Vorbild des Vajrasana-Throns wiedergibt: Daraufhin wurde vor dem Westtor ein Platz gewählt und der Zhenjue-Tempel errichtet, die goldleibigen kostbaren Maßstäbe in Arbeit genommen, in Maß und Regel ohne Unterschied vom Thron Zentralindiens. Im zwölften Monat des Jahres Guisi der Chenghua-Ära wurde die Vollendung verkündet und der Stein gesetzt; doch sowohl diese Stele als auch die Stelenschrift des Yao Kui sind nicht mehr vorhanden. Heute steht östlich der Pagode in ehrfürchtiger Haltung die kaiserlich verfasste Stele zur Wiederherstellung des Tempels aus dem sechsundzwanzigsten Jahr der Qianlong-Ära.
Wuyue Shanren Ji
登金刚宝座一首。
Ein Gedicht: Besteigung des Vajrasana-Throns.
金座参差表,言开中印图。五区空界出,千劫帝轮扶。籁入层铃度,云含众象敷。凤城归路晚,偏系客心孤。
Der goldene Thron erhebt sich gestaffelt empor, der Bauplan aus Zentralindien tut sich auf. Aus den fünf Regionen tritt der leere Raum hervor, tausend Kalpas stützen das kaiserliche Rad. Naturlaute treten durch die Schichten der Schellen hindurch, Wolken bergen die zehntausend Erscheinungen und entfalten sie. Spät führt der Heimweg in die Phönixstadt zurück, und einsam, abseitig hängt das Herz des Gastes daran.
Historische Fotografien
1924-1927
Die Sidney D. Gamble, Fotosammlung Bd. 1 enthält eine alte Aufnahme der Pagode des Wuta-Tempels in Peking. Drei Seiten des Pagodenkörpers sind sichtbar, Bäume und wuchernder Wildwuchs umgeben noch den Sockel.

Frühes 20. Jahrhundert
Tokiwa Daijō und Sekino Tadashi, Shina Bunka Shiseki (Chinas Kulturhistorische Stätten), Bd. 12, enthält Aufnahmen des Da-Zhengjue-Tempels (Wuta-Tempel): die Frontansicht der Da-Zhengjue-Pagode, Detailaufnahmen der Vorderkammer der mittleren Pagode auf dem Altar, der Eingangspartie sowie weitere Details der Vorderkammer der mittleren Pagode.



