Einführung
Bevor der Yongle-Palast zu einer großen Palastanlage wurde, war er nur ein Schrein in der Stadt Yongle in Hedong, in dem Lü Dongbin geopfert wurde; man nannte ihn damals „Yongle-Schrein“. Der Quanzhen-Daoist Song Defang, mit dem Hao Piyunzi, ein Schüler Qiu Chujis, kam früh hierher, sammelte Daoisten um sich und ließ sich hier nieder. Bei seiner Ankunft war der Schrein bereits „verwildert und eng“; diese Bewirtschaftung legte den Grund für den späteren Ausbau.
Qiu Chuji hatte zudem zu einem anderen Schüler, Pan Dechong, gesagt: „Deine Fügung wird in späteren Jahren im Südwesten liegen; dann wird Yongle das Feld unseres Weges sein.“ Das hieß: Pan Dechongs künftige Bestimmung lag im Südwesten, und die Ordensangelegenheiten der Gegend um Yongle würden ihm anvertraut werden. Zu dieser Zeit hatte der Quanzhen-Orden bereits die Anerkennung und den Schutz des mongolischen Hofs erlangt, und so rückte auch Aufstieg und Verfall des Yongle-Schreins in den Blick des Hofs.
Bald darauf ging der alte Schrein in einem Brand unter. Der Hof ließ ihn nicht in der alten Gestalt wiederherstellen, sondern beschloss, ihn zum Chunyang-Wanshou-Palast umzuwandeln und ihm eine Namenstafel zu verleihen; der Quanzhen-Orden seinerseits schlug Pan Dechong vor, den Bau zu leiten — eine Ernennung, die auch als Erfüllung von Qiu Chujis früherer Weisung galt. Pan Dechong führte seine Jünger an, vermaß das Grundstück, zog Handwerker herbei, ließ Ziegel brennen und Holz fällen — „hundert Mauern wurden zugleich aufgeführt“. Nach wenigen Jahren hatten Hallen und Gemächer, Seitengänge und Galerien, Fastenküchen, Ställe und Speicher sowie die Wohnräume der Daoisten jeweils ihren Platz; im Umkreis kamen Außenklöster, Felder und Gärten sowie Wassermühlen hinzu.
Nach Abschluss der Bauarbeiten in der Yuan-Zeit blieb der Yongle-Palast in Gebrauch und wurde fortgesetzt instand gesetzt. Als man gegen Ende der Ming die Ahnentafeln erneuerte, waren auf den Wänden der Hallen noch dreihundertsechzig Himmelsgötter gemalt und mehr als vierhundert Tafeln nebeneinander aufgestellt, denen alljährlich geopfert wurde. Unter den Qing wurden die Hallen wiederholt ausgebessert; dabei wurden Teile der Dachbalken in den oberen Partien der Sanqing-Halle und der Chunyang-Halle durch Bauteile in Qing-Bauweise ersetzt. Bei der Versetzung im zwanzigsten Jahrhundert wurden diese Yuan-Hallen mit ihren Spuren Ming- und Qing-zeitlicher Instandsetzung Bauteil für Bauteil zerlegt und versetzt; auch die Wandmalereien wurden abgenommen und an den heutigen Standort überführt.
Historische Quellen
《冲和真人潘公神道之碑》 (Seelenwegsstele für den Wahren Menschen Chonghe, Herrn Pan)
翰林侍讲学士少中大夫知制诰兼修国史徙单公履撰
Verfasst von Tandan Gonglü, Hanlin-Akademiker für kaiserliche Vorträge, Großmeister Shaozhong, zuständig für die Abfassung von Verfügungen und zugleich Mitarbeiter an der Reichsgeschichte.
自黄帝问道于广成,而神仙之说始兴。老氏跨殷历周,以道德五千言推极要妙,其教被于万世。降秦及汉,代有显人,安期、赤松、张道陵之流,或出而不晦,或见而不常,福奇之征,昭揭于世人之耳目者,非一事也。涉魏晋隋唐以来,蜕迹阛嚣,凝神碧落者,其名不可殚纪。至于胁阴阳之秘幻,集灵异之大成,微而草野鄙人、幽而深闺稚女,一聆其名,知其为列仙者,唐吕纯阳一人而已。盛矣哉。其传之也,全真之教盖发源于此,其流逮于金初,祖师王公倡之于前,七真继起于后,而道大行矣。惟丘公超东海之滨,玄教真风,弥漫洋溢,其高弟一十八人,世称为十八大士者,师其一也。师姓潘氏,讳德冲,字仲和,冲和其号也。淄之斋东人,家世业农,大父秉政,适大安兵兴,起家为军都统,戍莱州。父楫,字济之,以儒为业,辟充益都府学教授。世父泽民,莱州节度判官。自高祖以上及于师,九世同居,家素饶财,尝遇岁凶,发粟赈饥,民赖以全活者甚众。乡闾有贫者即假贷之,不责其偿,其乐施如此。一日,有术士过其家,语之曰:是家有阴德,必获阳报,当生异子。初,师之母王氏,尝梦有祥云入室,覆其身,良久乃去。自尔有娠,妊十九月师乃生,七岁不能言,其父忧之,忽有一道者来乞食,父延之入门,问所从来,云自东海,将适长安,师即从傍与之语,应答如流。父骇愕。道者曰:是子神韵冲粹,非凡儿也。异日当为人天师,宜善鞠之。自此遂能言,后稍长,警悟敏慧,常人莫及,读书日记千余言,后闻父母欲为娶妻,遂宵遁,即往栖霞滨都观。道过潍阳,时清和真人住持玉清宫,问所适,知其将诣长春,乃引见焉,自是服膺。问道,得传心之要。长春委师以焚修之事,至其暇日,则默坐静室中,凝神涤虑,物我两忘,一归于要妙幽玄之境。如是者十余年。太祖圣武皇帝亲征西域,闻长春之名,遣仲录刘君赍诏诣海上起之。乃从长春西觐,风沙万里,不以为劳也。还燕之三年,长春仙去。真人尹公嗣法,命充燕京都道录,兼领宫事。真常复总玄机,注倚尤深。燕去和林数千里,朝觐往返,凡十有三,供拟之费,皆倚办于师,一无所阙。所以玄教真风恢张诞布,薄海内外无所不至者,师与有力焉。师之内诚外方,各有所任,道并行而不相悖者,又可见于此。岁乙未,平遥官长梁公,偕同僚恳疏请清和真人重修兴国观,真人命师往。甫逾年,撤其旧而新之。壬寅,署师诸路道教都提举,仍兼本路道录。甲辰,河东永乐祠堂灾,祠盖吕纯阳之仙迹也。朝议以为纯阳之显道如此,祠而祀之,事涉简陋,可改为纯阳万寿宫,命李真常遴选道望隆盛、人所具瞻者崇建焉。先是,长春自西域回,抵盖里泊,夜与诸门弟子谈,语次谓师曰:汝缘他年当在西南,此时永乐吾道矣。至是,真常泊清和二宗师,集众言曰:纯阳,吾教之祖也。今朝廷崇饬如此,孰可任其事者?众以师德望干才,绰有余裕,即欲堪其役,无逾于师。况长春盖里泊之言,已尝命之矣。乃署师为河东南北两路道教都提点,命往营之。师率其徒至永乐,百工劝缘,源源而来,如子之趋父事。陶甓伐木,云集川流。于是略基址,度远迩,程功能,平枝干,合事庀徒,百堵皆作,不数稔新宫告成。堂殿、廊庑、斋厨、厩库,下至于寮舍、湢浴之属,各有位置,莫不焕然一新。北逾一舍,有山曰九峰,土人云此纯阳得道处也。遣其徒刘若水起纯阳上宫,及于宫侧创下院十余区,市良田竹苇及蔬圃果园、舟车碾硙,岁充常住百色之费。至于四方宾侣过谒宫下者,周爰四顾,见其严饬壮盛,俨敬之心油然而生。夫撤祠宇而为宫庭,其崇卑相去奚啻万万,然于纯阳之本真何加损益?但致饬之道,斯其行者远矣,而人之观感异焉,此象教所以不可废于后世。耸天下耳目于见闻之际,而绝其亵易之心,严乎外者所以佐乎内,象之所以崇者,道之所以尊也。由是言之,师之恢大盛缘,作新崇构,岂徒以夸其壮丽也哉?己酉秋,中宫懿旨,凡海岳灵山及玄教师堂,遗近侍护师悉降香以礼之。乃增葺潍阳玉清宫,至昆嵛山麻姑洞,取历代诰册刊之石,以彰灵迹。壬子夏四月,真常因奉朝命祀岳渎,过永乐,见其规模宏敞,喜谓师曰,非师不能毕此胜缘,乃倾帑以助其经费。明旦,与师同跻九峰之巅,见其秀拔如椅,遂易其名曰玉椅峰。甲寅春,圣天子在藩邸,命设普天醮于长春宫,于是召四方羽侣道行清高者毕集,师首与其选。致彩云鸾鹤之瑞,真常曰;此瑞公适当之,遂以清和真人所遗金冠锦服为赠。事毕还永乐。丙辰夏四月适上宫,至五月朔旦,忽谓左右曰:吾幼遇长春师,授以秘传,终身诵之,粗有所得。继而清和、真常以纯阳师祖世缘见付,吾比年经营,略有次第。今世缘道念亦庶几兼修而并举,无复事矣,吾其行乎?众不知所谓。二十六日,将返下宫,时方盛夏,畏日载途。从者咸以为病,师曰:汝众弟行,无伤也。忽阴雾四合,抵下宫四十余里,人不知暑,此尤可讶。初,纯阳殿前有古柿二本,根干盘错,枝叶茂盛,一夕无风自折,众方惊悟曰:此柿无风而折,可谓大异。吾师前日之言,其兆于此矣。是夜二更将尽,师忽扶杖而出,面四方,诵咒语。随即以灰掺之,露坐移时,若有所待,寻复入,以汤颒其面,即易衣索笔,书颂一篇,既毕,乃就枕翛然而逝,春秋六十有六。门人奔讣于掌教诚明真人,遣提点孟公,赙赗甚厚。庚申岁三月初五日,葬于宫之乾位,仍建别祠,令嗣事者以奉岁时香火,报本反始之道也。既而诚明疏师之德,上于朝,赐冲和微妙真人之号。师性资仁裕,戒履修洁,虽居道流,然乐善好施。中条东西居民每岁初或有贷粟于宫者,数逾千石。适时凶荒,道侣不赡,众议欲征之,师曰:岁荒人饥,夺彼与此,是岂仁人之用心哉?负者闻而德之,后每于纯阳诞日相率设会,献香资以致报,岁以为常。癸丑春旱,总管徐德禄拉诸耆老祷于师,师为诵灵宝经,不旬日致甘澍盈尺。师尝居九峰纯阳上宫,又号九峰老人,门人三宫提点渊静大师刘若水,乃于师诵经处筑台,志之曰:九峰老人诵经台。因状其行,付提点纯阳万寿宫事文志通,自永乐走燕,凡二千里,拉知宫刘志复诣予而言曰:师之道行如此,然神隧之石未有所纪,敢请。予以不敏辞,凡四五往返,请益坚,予以志通尊其师也笃,而托于予也专,是可嘉已,乃为述其始终而次第之,因系之以说焉。夫道之为教尚矣,小而始于炼度之微,大而极于性命之奥,无非事者。至于营葺宫宇,惠鲜贫乏,此但触物应缘随感而动,劳而不有,施而不报,特神化之糟粕耳,非师之至也。与接为构,纷纷扰扰,殆多事矣。然游神于淡,合气于漠,超然独观以自出于尘境之外者,彼何足土苴芥蒂乎其间也耶?故自从师海上,缔构诸方,迹与世俱,道随神运,固未尝一日不接于事为,亦未尝一日不在乎悠然泊然之中也。世徒见师之揆日作室,不少辍于斯须之顷,以为若是而止耳,岂知至人循其故然,无所事事,寂感一致,虚中泛应之心迹也哉。道一而已,自随其所见而名之者,盖不止于一而已也。试以四者言之,曰微、曰妙、曰玄、曰通。谓之微者,以其杳冥恍惚,不可为象者也。谓之妙者,以其变化不测,莫知所以然也。玄者,深而不可探也。通者,其化无不遍也。模状形容,固亦至矣,然智者之智,仁者之仁,虽所见殊方,会归则一,亦岂有二本哉!浑沦圆周,无所玷缺,在山满山,在河满河,道之全也。极六合之内外,尽万物之洪纤,虽神变无方,而莫非实理,道之真也。由是而为命,由是而为性,由是而为心,又由是而之于情,或源也,或委也,引而伸之,亦将何有不全,何有不真者乎?然则全也、真也,一而二,二而一者也。其万化之本根,一元之统体欤?长春之传于师者盖如此,师则有以推而广之,是可铭也。铭曰:
Seit der Gelbe Kaiser den Guangcheng nach dem Weg fragte, begann die Lehre von den Geistunsterblichen aufzukommen. Meister Lao durchlebte die Yin und erlebte die Zhou; mit den fünftausend Worten über Weg und Tugend lotete er das Wesentliche und Wunderbare bis zum Äußersten aus, und seine Lehre erstreckte sich über zehntausend Geschlechter. Herab zu Qin und Han hatte jedes Zeitalter seine hervorragenden Gestalten; die Schar um Anqi, Chisong und Zhang Daoling erschien bald und blieb nicht verborgen, bald zeigte sie sich nur flüchtig — die Zeichen ihres segensreichen Wunderwesens, die vor aller Augen und Ohren offen zutage traten, waren nicht nur ein einziges Ereignis. Seit Wei und Jin, Sui und Tang sind die Namen derer, die ihre Häute ablegten und dem Marktlärm entschwanden, um ihren Geist im blauen Himmel zu sammeln, gar nicht vollständig aufzuzeichnen. Was aber das geheime Wunderwerk von Yin und Yang lenkte und die große Vollendung alles Geisthaft-Wunderbaren in sich vereinte, sodass selbst ein einfacher Mann aus dem Feldgestrüpp und ein zartes Mädchen aus dem tiefen Frauengemach, sobald sie seinen Namen hörten, wussten, dass er zu den Reihen der Unsterblichen gehörte — das war allein Lü Chunyang von der Tang. Wie großartig! Seine Überlieferung: Die Lehre des Quanzhen entsprang wohl hier; ihr Strom reichte bis zum Beginn der Jin, wo der Ahnenmeister Wang sie zuerst verkündete und die Sieben Wahren ihm folgend aufstanden — und der Weg breitete sich mächtig aus. Allein Meister Qiu schritt über die Küsten des Östlichen Meeres hinaus; der wahre Wind der dunklen Lehre wehte überallhin und strömte über. Unter seinen achtzehn hohen Jüngern, die die Welt die Achtzehn Großen Meister nannte, war unser Meister einer. Der Meister trug den Geschlechtsnamen Pan, sein vermiedener Name war Dechong, sein Beiname Zhonghe; Chonghe war sein Hao. Er stammte aus Zhaidong in Zizhou; seine Familie betrieb seit Generationen Ackerbau. Sein Großvater Bingzheng erhob sich, als gerade in der Da’an-Ära Kriegswirren ausbrachen, aus dem Hausstand zum Oberbefehlshaber eines Heeres und hielt die Garnison von Laizhou. Sein Vater Ji, mit dem Beinamen Jizhi, betrieb die Gelehrsamkeit der Ru und wurde auf Berufung Schulvorsteher an der Präfekturschule von Yidu. Sein Oheim Zemin war Verwaltungsassistent der Militärpräfektur Laizhou. Vom Hochgroßvater an bis zum Meister wohnten neun Generationen unter einem Dach; das Haus war stets reich an Gütern. In Hungerjahren brachte man Getreide heraus und speiste die Hungernden; sehr viele Menschen verdankten ihm, dass sie heil am Leben blieben. Wenn es im Dorf Arme gab, lieh man ihnen sogleich und forderte die Rückzahlung nicht ein — so freigebig war das Haus. Eines Tages kam ein Kundiger der Künste am Haus vorbei und sprach zu ihnen: Dieses Haus hat verborgenes Verdienst gesammelt, es wird gewiss sichtbaren Lohn empfangen: Es wird einen außergewöhnlichen Sohn gebären. Zuvor hatte die Mutter des Meisters, Frau Wang, einst geträumt, eine glückverheißende Wolke trete in ihr Gemach und bedecke ihren Leib; erst nach langer Zeit zog sie fort. Von da an war sie schwanger; nach neunzehn Monaten der Schwangerschaft wurde der Meister geboren. Mit sieben Jahren konnte er noch nicht sprechen, und sein Vater war darüber bekümmert. Da kam plötzlich ein Wanderer des Weges, um eine Gabe zu erbitten. Der Vater lud ihn ins Haus ein und fragte, woher er komme; er sagte, vom Östlichen Meer, und wolle nach Chang’an. Der Meister begann sogleich von der Seite her mit ihm zu sprechen, und seine Antworten flossen wie ein Strom. Der Vater war bestürzt und erstaunt. Der Wanderer sprach: Die geistige Anmut dieses Kindes ist durchdrungen von Reinheit; es ist kein gewöhnliches Kind. In späteren Tagen wird er ein Meister von Menschen und Himmeln werden; zieht ihn gut auf. Von da an konnte er sprechen. Als er heranwuchs, war er wach und verständig, rasch und klug, wie es ein gewöhnlicher Mensch nicht erreicht; was er las, behielt er täglich über tausend Worte. Als er später hörte, die Eltern wollten ihm eine Frau nehmen, floh er in der Nacht und begab sich sogleich zum Bindu-Kloster in Qixia. Auf dem Weg kam er durch Weiyang, wo damals der Wahre Mensch Qinghe den Yuqing-Palast als Abt leitete. Auf die Frage, wohin er gehe, und als er erfuhr, dass er zu Changchun wollte, führte Qinghe ihn vor; von da an trug er ihn im Herzen. Er fragte nach dem Weg und empfing das Wesentliche der Herzensübertragung. Changchun vertraute dem Meister die Angelegenheiten des Räucheropfers und der Kultivierung an; an seinen freien Tagen saß er schweigend im stillen Gemach, sammelte den Geist und wusch die Gedanken rein, vergaß Ding und Ich gleichermaßen und kehrte ganz in das Reich des Wesentlichen, Wunderbaren, Verborgenen und Dunklen zurück. So ging es über zehn Jahre. Als der Kaiser Taizu Shengwu persönlich die Westgebiete befehdete und von Changchuns Namen hörte, sandte er den Schreiber Zhonglu, Herrn Liu, mit einem Erlass ans Meer, um ihn zu rufen. Da folgte der Meister Changchun zur Audienz im Westen; zehntausend Li durch Wind und Sand, doch er empfand es nicht als Mühe. Im dritten Jahr nach der Rückkehr nach Yan entschwand Changchun als Unsterblicher. Der Wahre Mensch, Herr Yin, trat die Nachfolge der Lehre an und bestellte den Meister zum Hauptregisterführer des Daoismus der Hauptstadt Yan, zugleich mit der Leitung der Palastangelegenheiten betraut. Als Zhenchang wiederum den dunklen Dreh- und Angelpunkt insgesamt führte, war seine Zuneigung und sein Vertrauen noch tiefer. Yan lag mehrere tausend Li von Qaraqorum entfernt; die Reisen zur Hofaudienz hin und zurück beliefen sich auf dreizehn. Die Kosten für Ausstattung und Vorbereitung ruhten allesamt auf dem Meister, und es fehlte an nichts. Dass sich der wahre Wind der dunklen Lehre weit ausbreitete und großzügig verbreitete, bis hinaus über die Vier Meere kein Ort blieb, den er nicht erreichte — daran hatte der Meister wesentlichen Anteil. Dass der Meister im Inneren aufrichtig und nach außen rechtschaffen war, jeder Seite ihre Aufgabe, und dass die Wege nebeneinander liefen, ohne einander zu widersprechen — auch das ist hieran zu erkennen. Im Jahr Yiwei legte der Amtsherr von Pingyao, Herr Liang, gemeinsam mit seinen Kollegen eine eindringliche Eingabe vor und bat den Wahren Menschen Qinghe, das Xingguo-Kloster wiederaufzubauen; der Wahre Mensch sandte den Meister. Kaum war ein Jahr vergangen, so hatte er das Alte abgetragen und erneuert. Im Jahr Renyin wurde der Meister zum Obersten Gesamtverwalter des Daoismus aller Circuite eingesetzt und blieb zugleich Registerführer seines eigenen Circuits. Im Jahr Jiachen wurde der Yongle-Schrein in Hedong von einem Brand heimgesucht; der Schrein barg ja die unsterbliche Spur Lü Chunyangs. Die Beratung am Hof ergab: Wenn Chunyang den Weg dermaßen offenbar macht, ihn aber in einem Schrein zu verehren in Armut und Einfalt gerät, so kann man ihn in einen Chunyang-Wanshou-Palast umwandeln. Man befahl Li Zhenchang, einen Mann von hohem Ansehen im Daoismus auszuwählen, auf den aller Blicke gerichtet waren, um den Bau hochzuführen. Zuvor, als Changchun aus den Westgebieten zurückkehrte und den Gaili-See erreichte, sprach er nachts mit den Jüngern und sagte im Gespräch zum Meister: Deine Fügung wird in späteren Jahren im Südwesten liegen; dann wird Yongle das Feld unseres Weges sein. Nun versammelten die beiden Ordensmeister Zhenchang und Qinghe die Gemeinde und sprachen: Chunyang ist der Ahnherr unserer Lehre. Nun, da der Hof ihn dermaßen ehrt und herrichten lässt — wer vermag diese Aufgabe zu übernehmen? Die Gemeinde war der Ansicht, der Meister besitze Tugend und Ansehen sowie tüchtige Begabung in mehr als reichem Maß; wollte man jemanden finden, der dem Dienst gewachsen war, so ging nichts über den Meister. Zumal Changchuns Wort am Gaili-See ihn bereits bestimmt hatte. So wurde der Meister zum Obersten Gesamtleiter des Daoismus der beiden Circuite Süd und Nord von Hedong eingesetzt und beordert, den Bau zu errichten. Der Meister führte seine Schüler nach Yongle; die hundert Handwerke ermunterte er zur Spende, und sie kamen Ströme um Ströme, wie Söhne dem Dienst des Vaters zueilen. Ziegel wurden gebrannt, Holz gefällt; wie Wolken sich sammeln, wie Ströme fließen. So wurde das Grundstück abgesteckt, Fern und Nah vermessen, Arbeitsleistung bemessen, Stämme und Äste behauen, die Arbeiten zusammengefasst und die Leute versorgt — hundert Mauern wurden zugleich aufgeführt, und nach wenigen Jahren wurde der neue Palast als vollendet gemeldet. Hallen und Gemächer, Gänge und Seitengalerien, Fastenküchen, Ställe und Speicher, herab bis zu Schlafhäusern, Badestuben und dergleichen — alles hatte seine Stelle, und nichts war nicht glänzend erneuert. Mehr als dreißig Li nördlich liegt ein Berg namens Jiufeng; die Einheimischen sagen, dies sei der Ort, wo Chunyang den Weg erlangte. Der Meister sandte seinen Schüler Liu Ruoshui, dort den Oberen Chunyang-Palast zu errichten. Zudem ließ er neben dem Palast mehr als zehn Außenklöster anlegen, kaufte gute Felder, Bambus und Schilf, Gemüsegärten und Obstgärten, Boote und Wagen, Mühlen und Walzen, um Jahr für Jahr die hundertfältigen Ausgaben der ständigen Gemeinde zu decken. Und wenn Gäste und Gefährten aus den vier Richtungen vorbeikamen, den Palast zu besuchen, und rings um sich blickten und seine strenge Ordnung und stattliche Pracht sahen, so stieg das Herz der Ehrfurcht in ihnen von selbst auf. Einen Schrein abzutragen und einen Palasthof daraus zu machen — Hoch und Niedrig liegen dabei um Myriaden auseinander; doch was fügt dies dem wahren Wesen Chunyangs hinzu, was nimmt es ihm? Doch der Weg, der zur Ehrfurcht führt, geht eben weit, und die Anschauung der Menschen wandelt sich dabei; darum darf die Lehre der Bilder in späteren Zeiten nicht abgeschafft werden. Augen und Ohren des Reiches im Augenblick des Sehens und Hörens emporzurichten und jedes Herz der Lässigkeit und Geringschätzung abzuschneiden — das Strenge im Äußeren dient dazu, das Innere zu stützen; woran das Bild hoch ist, daran ist der Weg ehrwürdig. So gesprochen: Dass der Meister die große Fügung erweiterte und einen neuen hohen Bau schuf — geschah das etwa bloß, um mit Pracht und Schönheit zu prahlen? Im Herbst des Jahres Jiyou erging eine gnädige Verfügung des Mittleren Palasts: Sämtliche Berggeister der Meere und Gipfel sowie die Meisterhallen der dunklen Lehre sollten besucht werden; man entsandte die nahen Dienste, den Meister zu begleiten, und überall Räucherwerk niederzulegen und sie zu verehren. Daraufhin ließ er den Yuqing-Palast in Weiyang erweitern und ausbessern; bei der Magu-Höhle am Kunyu-Berg nahm er die erlassenen Urkunden der Dynastien und ließ sie in Stein gravieren, um die wunderbaren Spuren zu offenbaren. Im Sommer des Jahres Renzi, im vierten Monat, reiste Zhenchang, da er den Hofbefehl erhalten hatte, den Gipfeln und Strömen zu opfern, durch Yongle, sah die weite und geräumige Anlage und sprach freudig zum Meister: Nur der Meister konnte diese wunderbare Fügung vollenden — und schüttete seinen Schatz aus, um zu den Baukosten beizutragen. Am nächsten Morgen stieg er mit dem Meister gemeinsam auf den Gipfel der Neun Gipfel; als er sah, wie er sich anmutig wie ein Lehnstuhl emporhob, änderte er seinen Namen in Jadelehnen-Gipfel. Im Frühjahr des Jahres Jiayin hielt sich der heilige Himmelssohn noch in der Fürstenresidenz auf und befahl, im Changchun-Palast ein Allunterhimmlisches Jiao-Opfer abzuhalten; dabei wurden aus den vier Richtungen die gefiederten Gefährten von hoher und reiner Wegtugend alle zusammengerufen, und der Meister stand an der Spitze der Erwählten. Er bewirkte das Glückszeichen bunter Wolken und von Luan-Vögeln und Kranichen. Zhenchang sprach: Dieses Zeichen gebührt in angemessener Weise dem Herrn — und schenkte ihm die goldene Krone und das Brokatgewand, die der Wahre Mensch Qinghe hinterlassen hatte. Nach Vollendung der Zeremonie kehrte er nach Yongle zurück. Im Sommer des Jahres Bingchen, im vierten Monat, begab er sich in den Oberen Palast. Am Morgen des ersten Tages des fünften Monats sprach er plötzlich zu seinen Begleitern: In meiner Jugend begegnete ich Meister Changchun, der mir die geheime Überlieferung übergab; mein Leben lang habe ich sie rezitiert und einiges davon grob erlangt. Sodann vertrauten mir Qinghe und Zhenchang die weltliche Fügung des Ahnherrn Chunyang an; in den letzten Jahren habe ich daran gebaut und eine gewisse Ordnung erreicht. Nun sind weltliche Fügung und denkerische Andacht des Weges wohl beide gepflegt und gemeinsam erhoben; es gibt nichts mehr zu tun — sollte ich wohl aufbrechen? Die Gemeinde verstand nicht, was gemeint war. Am sechsundzwanzigsten Tag wollte er in den Unteren Palast zurückkehren. Es war gerade Hochsommer, und die furchtbare Sonne bedeckte den Weg. Die Begleiter fürchteten allesamt, er werde darunter leiden; der Meister sprach: Zieht nur weiter, meine Jünger, es schadet nicht. Plötzlich schlossen sich von allen Seiten Schatten und Nebel; auf den mehr als vierzig Li bis zum Unteren Palast spürte niemand die Hitze — das war besonders verwunderlich. Zuvor standen vor der Chunyang-Halle zwei alte Kaki-Bäume, deren Wurzeln und Stämme sich verschlungen und deren Zweige und Blätter üppig wuchsen; in einer Nacht brachen sie ohne Wind von selbst. Nun erst erschrak die Gemeinde und erkannte: Diese Kaki-Bäume brachen ohne Wind — das darf man eine große Wunderung nennen. Die Worte unseres Meisters vom vorigen Tag hatten hier ihr Vorzeichen. In jener Nacht, als die zweite Nachtwache sich dem Ende neigte, erhob sich der Meister plötzlich auf seinen Stab gestützt und trat hinaus, wandte sich den vier Richtungen zu und rezitierte Beschwörungen. Sogleich streute er Asche darüber und saß eine Weile unter freiem Himmel, als erwarte er etwas; bald ging er wieder hinein, wusch sein Gesicht mit warmem Wasser, wechselte sogleich das Gewand, verlangte nach dem Pinsel und schrieb eine Hymne nieder. Als er vollendet hatte, legte er sich aufs Kissen und entschwand leichten Herzens. Seine Jahre beliefen sich auf sechsundsechzig. Die Jünger eilten, dem Ordensvorsteher, dem Wahren Menschen Chengming, die Todesnachricht zu überbringen; dieser sandte den Leiter Meng, und die Bestattungsgaben fielen überaus reichlich aus. Am fünften Tag des dritten Monats des Jahres Gengshen wurde er an der Qian-Position des Palasts bestattet; zudem errichtete man einen Nebenschrein und ließ die Nachfolger im Amt das Räucheropfer zu den Jahreszeiten versorgen — der Weg, den Ursprung zu erwidern und zum Anfang zurückzukehren. Bald darauf legte Chengming die Tugend des Meisters in einer Eingabe dar und reichte sie am Hof ein; man verlieh den Hao „Wahrer Mensch Chonghe-Weimiao“. Der Meister war von Natur menschenfreundlich und großmütig, seine Beobachtung der Gelübde lauter und rein; obwohl er im Strom des Daoismus lebte, liebte er das Gute und gab gern. Die Bewohner östlich und westlich des Zhongtiao-Gebirges liehen zu Beginn mancher Jahre Getreide vom Palast, in Mengen von über tausend Scheffel. Als es in jener Zeit ein Hungerjahr gab und die Gefährten des Weges selbst nicht genug hatten, beriet die Gemeinde, die Schulden einzutreiben. Der Meister sprach: Das Jahr ist dürre, die Menschen hungern — ihnen zu nehmen und uns zu geben, wäre das etwa der Sinn eines menschenfreundlichen Mannes? Die Schuldner hörten davon und waren ihm dankbar; fortan stellten sie jedes Jahr am Geburtstag Chunyangs gemeinsam eine Versammlung ab und brachten Räuchergeld dar, um sich erkenntlich zu zeigen — das wurde Jahr für Jahr zur Gewohnheit. Im Frühjahr des Jahres Guichou herrschte Dürre; der Oberverwalter Xu Delu führte die Greise herbei, beim Meister zu beten. Der Meister rezitierte für sie das Lingbao-Sutra; binnen zehn Tagen bewirkte er süßen Regen von mehr als einem Fuß. Der Meister hatte einst im Oberen Chunyang-Palast der Neun Gipfel gewohnt und trug auch den Hao „Alter Mann der Neun Gipfel“. Sein Jünger, der Leiter der Drei Paläste, der Meister Yuanjing Liu Ruoshui, errichtete an der Stelle, wo der Meister Sutren rezitiert hatte, eine Terrasse und bezeichnete sie: „Sutrenrezitationsterrasse des Alten Mannes der Neun Gipfel“. Er zeichnete seinen Wandel auf und übergab ihn Wen Zhitong, dem Leiter der Angelegenheiten des Chunyang-Wanshou-Palasts; dieser lief von Yongle nach Yan, zweitausend Li im ganzen, und führte den Palastkenner Liu Zhifu mit sich, der zu mir kam und sprach: Die Wegtugend unseres Meisters ist dermaßen, doch der Stein über seinem Seelengang ist noch unbeschrieben — wir wagen es, darum zu bitten. Ich lehnte mit der Bescheidenheit des Unkundigen ab; vier-, fünfmal ging es hin und her, und die Bitte wurde immer dringlicher. Ich hielt es für lobenswert, dass Zhitong seinen Meister so treu verehrte und sich so ausschließlich an mich wandte; so erzählte ich seinen Anfang und sein Ende in der Reihenfolge und fügte eine Erörterung an. Der Weg als Lehre ist ehrwürdig; im Kleinen beginnt er bei der Feinheit der Läuterung und Erlösung, im Großen reicht er bis in die Tiefe von Wesen und Leben — nichts davon ist ohne Tat. Was das Errichten und Ausbessern von Palästen und das Wohltun der Armen und Bedürftigen betrifft — das ist nur, dass er die Dinge berührte, auf die Fügungen antwortete und sich nach dem Empfinden regte; er mühte sich, ohne es zu besitzen, gab, ohne Lohn zu erwarten: bloß die Hefe und der Trester der göttlichen Wandlung, nicht des Meisters Höchstes. Mit den Begegnungen verflochten zu sein, wirr und verworren — das ist wahrlich vielerlei Geschäft. Doch wer seinen Geist im Schlichten wandern lässt, seinen Odem mit der Leere vereint und sich entrückt in einziger Schau selbst jenseits der staubigen Grenze stellt — was vermöchte dabei Staub, Halm oder Grübchen im Herzen? Darum: Seit er dem Meister am Meer gefolgt war, knüpfte und baute er überall; seine Spur ging mit der Welt, sein Weg bewegte sich mit dem Geist. Wahrlich, es gab keinen Tag, an dem er nicht mit Taten in Berührung war, und doch keinen Tag, an dem er nicht in stiller, gelöster Heiterkeit weilte. Die Welt sieht nur, wie der Meister die Sonne maß und Häuser baute und nicht einen Augenblick innehielt, und meint, damit sei es getan; wie könnte sie wissen, dass der Vollendete Mensch dem Althergebrachten folgt, ohne etwas zu tun zu haben — dass dies die Herzspur eines Wesens ist, in dem Stille und Ansprechen eins sind und die leere Mitte allen Dingen schwimmend antwortet? Der Weg ist eins und nichts weiter; dass man ihm je nach dem, was man sieht, Namen gibt — die sind wohl mehr als eins. Ich versuche es mit vier Wörtern: fein, wunderbar, dunkel, durchdringend. Fein heißt er, weil er fern und dunkel, flimmernd und schemenhaft ist und sich kein Bild von ihm machen lässt. Wunderbar heißt er, weil seine Wandlung unermesslich ist und niemand weiß, warum sie so ist. Dunkel heißt er, weil er tief ist und nicht ergründet werden kann. Durchdringend heißt er, weil seine Wandlung nichts unerreicht lässt. Sie abzubilden und zu beschreiben, darin ist man wohl ans Äußerste gekommen; doch des Weisen Weisheit und des Gütigen Güte mögen je anderen Richtungen folgen — wo sie zusammentreffen, sind sie eins; wie sollte es zwei Wurzeln geben! Ungeschieden und kreisrund, ohne Flecken und ohne Fehl; ist es im Berg, füllt es den Berg, ist es im Fluss, füllt es den Fluss — das ist die Ganzheit des Weges. Es erschöpft das Innen und Außen der sechs Richtungen, erfasst das Große und Feine der zehntausend Wesen; und wiewohl die göttliche Wandlung keine feste Richtung hat, ist nichts daran, das nicht wirkliches Prinzip wäre — das ist die Wahrheit des Weges. Daraus wird das Leben, daraus wird das Wesen, daraus wird das Herz, und daraus wiederum gelangt es zu den Regungen; bald Quelle, bald Mündung — zieht man es in die Länge und dehnt es, was wäre daran nicht ganz, was nicht wahr? So also sind Ganzheit und Wahrheit eins, das zwei ist, und zwei, das eins ist. Sind sie nicht die Grundwurzel der zehntausend Wandlungen, der einheitliche Leib des einen Anfangs? Was Changchun dem Meister überlieferte, war wohl dies; und der Meister vermochte es auszudehnen und zu verbreiten. Das darf eingraviert werden. Die Inschrift lautet:
浑沦妙理含元精,先天后天无坏成,一真融冶储万形,繄谁不足谁奇赢。
Ungeschieden birgt das wunderbare Prinzip den Ur-Odem;
vor dem Himmel wie nach dem Himmel ohne Verfall und Werden.
Ein einzig Wahres schmilzt und läutert und speichert die zehntausend Gestalten —
wer wäre da zu wenig, wer im Übermaß verwunderlich?于于天乐诚难名,无何七凿情窦萌,以智相轧机相倾,纷然百伪无一诚。
Das himmlische Entzücken des Sorglosen ist wahrhaft schwer zu benennen;
unversehrt brachen die sieben Bohrungen durch, und die Keime der Regung sprossen.
Mit Klugheit zermalmten sie einander, mit List stürzten sie einander —
wirres, hundertfältiges Falsch, ohne eine einzige Aufrichtigkeit.风颓俗靡三千龄,何人椅挈还大庭,岂谓否极时方亨,粤有奇人悼含灵。
Der Brauch verfiel, die Sitten zerflossen dreitausend Jahre lang;
welcher Mensch richtete auf und führte zurück zum großen Hof?
Wer hätte gedacht: Ist der Stillstand am Ende, wird die Zeit eben durchgängig —
da war ein wunderbarer Mann, der die beseelten Wesen beklagte.因心悟理开聩盲,尔全尔真性尔情,若醉而醒昏而醒,六尘莹彻神珠明。
Aus dem Herzen erkannte er das Prinzip und öffnete Taubheit und Blindheit;
deine Ganzheit, deine Wahrheit, dein Wesen, deine Regung —
wie aus dem Rausch erwacht, aus dem Dunkel erwacht,
durchleuchtete er die sechs Stäube, und die Geistperle strahlte hell.维师启钥通玄扃,十年动息静不凝,外营扰扰中常宁,功成羽化何泠泠。
Der Meister fügte den Schlüssel auf und öffnete die dunkle Pforte;
zehn Jahre lang regte er sich und hielt inne, doch im Stillen gerann er nicht.
Außen Geschäft und Wirrwarr, in der Mitte stete Ruhe;
das Werk vollbracht, entschwand er gefiedert — wie rein und klar!乘风万里游太清,俯视八极尘冥冥,中条之山郁葱青,黄流宛转相抱萦,纪师盛德存吾铭。
Auf dem Wind reitend durchstreift er zehntausend Li das Große Reine,
blickt herab auf die acht Pole, staubig und dämmernd.
Die Berge von Zhongtiao stehen satt und üppig grün,
die Gelbe Flut windet sich und umschlingt sie liebend —
um des Meisters große Tugend zu verzeichnen, bewahrte ich diese Inschrift.
《纯阳帝君神化妙通纪》 (Chronik der göttlichen Wandlungen und wunderbaren Durchdringung des Kaiserlichen Herrn Chunyang)
彖章曰:夫大道,人人本具,物物全彰。奈人自有生以来,物欲交攻,利名迷昩,况自己无福缘,祖宗无善德,所以弃道远矣。故仙师云:达道登真,必仗祖宗阴德厚实。自己夙生灵慧,刚志果决,可以省力成证,岂虚言哉!本纪帝君天性纯厚,仁孝聪敏,三教经书,一览圆贯,岂非夙生灵慧果乎?祖陕州都督,乐善好道,政多阴德,生四子,皆显达。乃父让,纯厚仁善,政有佳声,百姓敬慕,故上知名,迁太子官属。以此诚实,遂感真仙谪降,岂非善积余庆乎?帝君自冠以来,不肯婚娶,宝贵精神,岂非身体发肤不敢毁伤乎?笃志修真,心澄性朗,养浩乐天,名扬后世,岂非全德要道以显父母乎?况继嗣玄元道统,名袭紫府仙宗,为天人圣师,神化无方,隐显莫测,岂可以常贤圣共语哉!或疑各本载帝君生所及居处不一,详推乃父仕宦迁移,又作者欲在本乡人物为美,是以差误不一。今考河中府永乐镇九峰山故宅,基址俨然,今建纯阳万寿宫是矣。永乐县至宋熙宁间改作镇。愚校正的实,亦不敢固执,庶几同志无疑矣。
Der Kommentar spricht: Der große Weg — jeder Mensch besitzt ihn von Grund auf, jedes Ding offenbart ihn vollständig. Doch leider sind die Menschen seit ihrer Geburt von den Begierden der Dinge von allen Seiten bedrängt, von Gewinn und Namen verblendet; dazu kommt, dass man selbst keine glückliche Fügung hat und die Ahnen keine gute Tugend — darum hat man den Weg weit verworfen. Darum sprach der Unsterbliche Meister: Wer den Weg erreichen und zu den Wahren aufsteigen will, muss sich unbedingt auf das tiefe verborgene Verdienst der Ahnen stützen. Besitzt man selbst von jeher Geistesklugheit, einen festen Willen und Entschlossenheit, so kann man mit wenig Mühe die Bestätigung vollenden — wie sollte das leeres Gerede sein! In dieser Chronik: Der Kaiserliche Herr war von Natur rein und aufrichtig, menschenfreundlich, ehrfürchtig, klug und aufgeweckt; die Schriften der drei Lehren durchschaute er bei einem Blick in runder Durchdringung — ist das nicht die Frucht von Geistesklugheit von jeher? Sein Ahnherr, der Militärgouverneur von Shanzhou, liebte das Gute und den Weg, seine Verwaltung barg vieles verborgene Verdienst; er zeugte vier Söhne, die alle zu Ehren und Rang gelangten. Sein Vater Rang war rein und aufrichtig, menschenfreundlich und gut; seine Verwaltung hatte einen trefflichen Ruf, das Volk ehrte und liebte ihn, und so wurde er dem Thron bekannt und in das Gefolge des Kronprinzen versetzt. Durch diese Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit wurde schließlich ein wahrer Unsterblicher bewegt, in Verbannung herabzusteigen — ist das nicht das Übermaß an Segen aus aufgehäufter Güte? Der Kaiserliche Herr weigerte sich seit der Mützenzeremonie, zu heiraten, und hielt seine Geistessubstanz kostbar — ist das nicht: Leib und Haar und Haut wagte er nicht zu verletzen? Er richtete seinen Willen beharrlich auf die Kultivierung des Wahren, sein Herz war geklärt, sein Wesen erhellt; er nährte das Weite und freute sich am Himmel, sein Name erhob sich über spätere Zeiten — ist das nicht, dass er durch vollständige Tugend und den wesentlichen Weg seine Eltern zum Leuchten brachte? Zumal er als Nachfolger die Weglinie des Dunklen Ursprungs fortführte und dem Namen nach die Unsterblichenlinie des Purpurpalasts erbte, der heilige Meister von Menschen und Himmeln wurde, göttlich wandelnd ohne feste Richtung, verborgen und sichtbar unermesslich — wie könnte man ihn mit gewöhnlichen Weisen und Heiligen in einem Atemzug nennen! Manche zweifeln daran, dass die verschiedenen Überlieferungen über Geburtsort und Wohnsitz des Kaiserlichen Herrn nicht übereinstimmen; bei genauer Prüfung liegt es an den Versetzungen seines Vaters im Amt, und zudem wollten die Verfasser die Persönlichkeiten ihrer Heimat schönen — darum die abweichenden Fehler. Nun habe ich den alten Wohnsitz am Jiufeng-Berg der Stadt Yongle in der Präfektur Hezhong geprüft: Die Grundmauern stehen noch deutlich da, und dort erbaut man heute den Chunyang-Wanshou-Palast. Der Kreis Yongle wurde erst in der Xining-Ära der Song zu einer Marktstadt herabgestuft. In meiner Einfalt habe ich die Angaben berichtigt und die Wahrheit festgestellt, doch auch ich wage nicht, daran starr festzuhalten — mögen die Gleichgesinnten nur ohne Zweifel sein.
《金莲正宗仙源像传》 (Bildnisüberlieferungen der unsterblichen Quellen der Rechten Linie des Goldenen Lotos)
师姓吕名岩,字洞宾,号纯阳子,蒲州蒲坂县永乐镇招贤里人也,生于唐德宗贞元丙子四月十四日。年弱冠登进士第,未调,因暮春游沣水之上,遇正阳子授神仙之道。后隐庐山修炼成道,周游人间,每称回道士,或隐或显,世莫能测。有诗云:捉得金精作命基,日魂东畔月华西。于中炼就长生药,服了还同天地齐。尝于邯郸逆旅以枕授卢生,又于东邻沈氏家作诗,以榴皮书壁,其灵踪圣迹,载于书传者,不可胜纪。世之言神仙者,必宗钟吕,其所至处后,人皆建观宇。有诗词名浑成集,行于世。今永乐镇大纯阳万寿宫,即其故居也。元世祖皇帝封号纯阳演正警化真君,武宗皇帝加号纯阳演正警化孚佑帝君。
Der Meister trug den Geschlechtsnamen Lü, den Namen Yan, den Beinamen Dongbin und den Hao Chunyangzi; er stammte aus dem Zhaoxian-Viertel der Stadt Yongle im Kreis Pufan der Präfektur Puzhou und wurde am vierzehnten Tag des vierten Monats des Jahres Bingzi der Zhenyuan-Ära des Tang-Kaisers Dezong geboren. Im Alter der schwachen Mütze bestand er die Jinshi-Prüfung; noch ohne Versetzung wanderte er in einem späten Frühling am Feng-Fluss und begegnete Zhengyangzi, der ihm den Weg der Geistunsterblichkeit übertrug. Später verbarg er sich am Lü-Berg, läuterte und übte sich und vollendete den Weg; er durchstreifte die Menschenwelt, nannte sich stets „Daoist Hui“, bald verborgen, bald sichtbar, und die Welt vermochte ihn nicht zu ermessen. Er hat ein Gedicht: „Ich habe die Goldessenz gefangen und zur Lebensgrundlage gemacht; die Sonnenseele im Osten, der Mondglanz im Westen. Darin ist das Elixier des langen Lebens geschmiedet; wer es einnimmt, steht wieder gleich mit Himmel und Erde.“ Einst reichte er in einem Gasthaus zu Handan dem Jüngling Lu ein Kissen; auch dichtete er im Haus seines östlichen Nachbarn Shen ein Gedicht und schrieb es mit Granatapfelschale an die Wand. Seine wunderbaren Spuren und heiligen Zeichen, die in Büchern und Überlieferungen verzeichnet sind, lassen sich gar nicht vollständig aufzählen. Wer in der Welt von Geistunsterblichen spricht, bekennt sich stets zu Zhong und Lü; wo immer er hinkam, errichteten die Menschen später Klöster. Es gibt eine Lied- und Gedichtsammlung namens Huncheng ji, die in der Welt kursiert. Der heutige Große Chunyang-Wanshou-Palast in der Stadt Yongle ist sein früherer Wohnsitz. Kaiser Shizu der Yuan verlieh den Titel „Wahrer Herr Chunyang Yanzheng Jinghua“; Kaiser Wuzong fügte den Titel hinzu „Kaiserlicher Herr Chunyang Yanzheng Jinghua Fuyou“.
赞曰:一剑横秋,清风两袖。道在函三,丹成转九。苍梧北海,白云帝乡。甘河一滴,源远流长。
Das Lob spricht: Ein einziges Schwert quert den Herbst, in beiden Ärmeln reiner Wind.
Der Weg ruht in den dreifach Umschlossenen, das Elixier vollendet sich in neun Wandlungen.
Cangwu und das Nördliche Meer, weiße Wolken, die Heimat des Herrschers.
Ein einziger Tropfen des Gan-Flusses — die Quelle ist fern, der Strom lang.
《终南山祖庭仙真内传》 (Innere Überlieferungen der Unsterblichen und Wahren vom Ahnenhof der Zhongnan-Berge)
乙巳春,命潘冲和主领河东永乐纯阳宫之法席,以事建立。无何,中宫遣近侍赐黄金冠服,仍敕有司卫护。
Im Frühjahr des Jahres Yisi wurde Pan Chonghe beauftragt, den Lehrstuhl des Chunyang-Palasts von Yongle in Hedong zu führen und den Bau zu leiten. Bald darauf entsandte der Mittlere Palast nahe Dienste, die ihm goldene Krone und Gewand verliehen, und befahl zudem den zuständigen Behörden, ihn zu schützen.
乙巳,奏请河东永乐纯阳祠宇及师真堂下,并赐宫额,以彰玄化。
Im Jahr Yisi reichte er eine Eingabe ein und bat, dem Chunyang-Schrein von Yongle in Hedong sowie der Halle der Meister und Wahren Palasttafeln zu verleihen, um die dunkle Wandlung zu offenbaren.
师奉旨。驿车南下,遍诣岳渎,以行祀事。越明年春正月初吉,来终南祖庭,敬展精哀,恭行祀礼,规度营建,整治玄纲,凡山下仙宫道观,皆为一到建功师德赐赉各有差,以是地系教门根本故也。至四月既望,仙仗东归,由中条之纯阳宫,亦如终南故事。秋九月。还燕。
Der Meister empfing die Verfügung. Mit dem Postwagen zog er nach Süden und besuchte alle Gipfel und Ströme, um die Opfer zu vollziehen. Am glückverheißenden ersten Tag des ersten Frühlingsmonats des folgenden Jahres kam er zum Ahnenhof der Zhongnan-Berge, breitete ehrfürchtig seine lautere Trauer aus, vollzog ehrerbietig die Opferriten, plante und bemaß die Bauwerke und ordnete die dunklen Leitseile; alle unsterblichen Paläste und daoistischen Klöster am Fuß des Berges besuchte er, und die Verdienste seiner Lehrer wurden jeweils nach Rang mit Gaben bedacht — weil dieser Ort zur Wurzel und zum Grund des Tores der Lehre gehört. Am Tag nach dem Vollmond des vierten Monats wandte sich die unsterbliche Prozession nach Osten zurück; über den Chunyang-Palast im Zhongtiao-Gebirge wurde ebenfalls nach dem früheren Vorbild von Zhongnan verfahren. Im Herbst, im neunten Monat, kehrte er nach Yan zurück.
辛丑春正月,会葬重阳祖师于终南。癸卯,自甘棠来永乐镇,拜谒于纯阳祠下,见其荒芜狭隘,师乃招集道众住持。后虽掌教真常李君奏请朝命,大行兴建者,师实为之张本。
Im Frühjahr des Jahres Xinchou, im ersten Monat, versammelte er sich zur Bestattung des Ahnenmeisters Chongyang in den Zhongnan-Bergen. Im Jahr Guimao kam er von Gantang in die Stadt Yongle, besuchte ehrfürchtig den Chunyang-Schrein und sah, dass er verwildert und eng war; da sammelte der Meister die Daoisten und übernahm die Leitung. Dass später zwar der Ordensvorsteher Zhenchang, Herr Li, eine Eingabe einreichte und den Hofbefehl erbat, den Bau großzügig zu errichten — dafür hatte der Meister in Wahrheit den Grund gelegt.
戊申冬,门人迁仙柩于河东永乐镇纯阳宫葬之,建祠立𥓓,以事香火。至元庚午岁春三月,圣旨追赠玄通弘教披云真人,号白云真人。
Im Winter des Jahres Wushen überführten die Jünger den unsterblichen Sarg in den Chunyang-Palast der Stadt Yongle in Hedong und bestatteten ihn; sie errichteten einen Schrein und stellten eine Stele auf, um das Räucheropfer zu versorgen. Im Frühjahr des Jahres Gengwu der Zhiyuan-Ära, im dritten Monat, verlieh eine heilige Verfügung postum den Titel „Wahrer Mensch Xuantong Hongjiao Piyun“, mit dem Hao „Wahrer Mensch der Weißen Wolken“.
《西云集》 (Sammlung der westlichen Wolken)
余畴昔甚爱河中永乐纯阳宫之西,地势极佳,尝拟改葬先师披云真人。未决,忽一日静中见先师过门,急从之,已失所在。遂得一绝云:
Ich habe früher die Gegend westlich des Chunyang-Palasts von Yongle in Hezhong sehr geliebt; die Lage des Bodens ist dort ausgezeichnet, und ich dachte daran, meinen verstorbenen Meister, den Wahren Menschen Piyun, dort umbetten zu lassen. Noch war nichts entschieden, da sah ich plötzlich eines Tages in der Stille meinen verstorbenen Meister am Tor vorübergehen; ich eilte ihm nach, doch er war schon verschwunden. Daraufhin erhielt ich dieses Quatrain:
不觉不知可便归,明明白白也宜时。
两端事理从君用,远近无为无不为。Ohne Gewahrsein, ohne Wissen darf man heimkehren;
hell und klar ist auch die Zeit gebührend.
Die Sache und das Prinzip beider Enden — gebrauche sie, wie du willst;
nah und fern: Nichtstun, und nichts bleibt ungetan.
《道藏阙经目录》 (Katalog der im Daoistischen Kanon vermissten Schriften)
元启运,有披云子宋真人,收索到藏经七千八百余秩,锓梓于平阳府永乐镇,东祖庭藏之,此道藏经历朝兴废之大者也。敬刻之石,俾百世之后寻经目者,有考证焉。至元十二年岁次乙亥九月望日立石。
Als die Yuan ihr Geschick eröffneten, sammelte und suchte der Wahre Mensch Song, Piyunzi, über siebentausendachthundert Bände der Kanonschriften zusammen, ließ sie in der Stadt Yongle der Präfektur Pingyang auf Druckstöcke schneiden und im Östlichen Ahnenhof aufbewahren — dies ist das Großereignis von Aufstieg und Verfall, das der Daoistische Kanon durch die Dynastien erlebte. Ehrfürchtig gravieren wir es in Stein, damit, wer hundert Geschlechter später das Schriftenverzeichnis sucht, eine Prüfungsgrundlage hat. Aufgestellt am Vollmondtag des neunten Monats des zwölften Zhiyuan-Jahres, Jahreszeichen Yihai.
《侗轩集》 (Werksammlung Dongxuan)
紫陌红尘二十年,寻真有志苦无缘。
楼头黄鹤何时借,袖里青蛇几日传。
三岛烟霞棋局畔,五湖云浪密声前。
金房玉洞如容造,乞与邯郸枕一眠。
Purpurwege, roter Staub — zwanzig Jahre;
den Willen, das Wahre zu suchen, doch leider keine Fügung.
Den gelben Kranich auf dem Turm — wann darf ich ihn borgen?
Die blaue Schlange im Ärmel — an welchem Tag wird sie übergeben?
Rauch und Rosenduft der drei Inseln am Rande des Spielbretts,
Wolkengewoge der fünf Seen vor dem vertraulichen Klang.
Wenn Goldgemach und Jadehöhle zu betreten erlaubten,
bät ich um ein Schlummern auf dem Kissen von Handan.
《居来先生集》 (Gesammelte Werke des Herrn Julai)
税驾南山麓,投栖永乐宫。
地偏云下榻,殿古夜垂虹。
旧里真人后,浮生过客中。
相期华表鹤,来往大行东。Ich lasse den Wagen abspannen am Fuß des Südbergs,
suche Nachtlager im Yongle-Palast.
Fernab liegt das Land, Wolken betten sich herab;
die Halle ist alt, des Nachts hängt ein Regenbogen herab.
Der alte Weiler hinter dem Wahren Menschen,
das fließende Leben inmitten der Wandergäste.
Ich verabrede mich mit dem Kranich der Ehrensäule:
Kommen und Gehen östlich des Taihang-Gebirges.老柏知何代,残碑不问年。
斗牛行画壁,枕簟出飞泉。
玉检神霄秘,金宫绛节悬。
石坛中夜月,吾欲采婵娟。Wer weiß, aus welcher Zeit die alten Zypressen stammen;
die verstümmelten Stelen fragen nicht nach dem Jahr.
Schöpflöffel und Stier ziehen über die gemalten Wände;
an Kissen und Matte dringt das Rauschen der springenden Quelle.
Die Jadeurkunde birgt das Geheimnis des Götterfirmaments;
im goldenen Palast hängt das purpurne Banner.
Der Mond der Mitternacht über der steinernen Terrasse —
ich möchte die schöne Mondin pflücken.扶筇探胜迹,深为碧云停。
河势周遭见,峰阴表里青。
鼎湖看袅袅,函谷接冥冥。
方丈蓬壶外,无如此地灵。Auf den Bambusstab gestützt erkunde ich die schönen Spuren;
tief halten mich die blauen Wolken an.
Die Strömung des Flusses liegt ringsum vor den Augen,
die Schatten der Gipfel grünen innen und außen.
Am Ding-See schaue ich dem Aufsteigen nach,
der Hangu-Pass grenzt ans Dunkle.
Außer Fangzhang und Penghu
gibt es keinen Ort, dessen Geist dem dieses Landes gleicht.两年疲郡阁,一日卧云林。
瑶草随人把,山花绕砌深。
眼前皆大药,身外是华簪。
何故遗荣者,难忘婚嫁心。Zwei Jahre erschöpft im Präfekturamt,
einen Tag liege ich in Wolkenhainen.
Die Jaspis-Kräuter lassen sich von jeder Hand pflücken,
die Bergblumen wachsen tief um die Stufen.
Vor den Augen lauter großes Elixier,
außerhalb des Leibes die prächtige Haarnadel.
Warum nur vermag, wer die Ehre verwirft,
das Herz an Heiraten und Hochzeiten nicht zu vergessen?
《莲洋集》 (Sammlung Lianyang)
久说双珠树,今来永乐宫。
云霞生户牖,日月近帘栊。
扶木千年宅,昆仑万里风。
刀圭如可觅,丹火夕阳红。
Lange schon hörte ich von den Doppelperlenbäumen,
nun komme ich zum Yongle-Palast.
Wolken und Rosenduft entstehen an Tor und Fenster,
Sonne und Mond rücken nah an Vorhang und Gitter.
Der Fusang-Baum, tausendjähriges Gehöft,
der Kunlun, Wind von zehntausend Li.
Ließe sich das Messerchen Elixier finden —
das Zinnoberfeuer glüht rot in der Abendsonne.
《蒲州府志》 (Präfekturgazetteer von Puzhou)
玉簪山在永济县永乐镇纯阳宫侧,有松竹桃杏之观。
Der Yuzan-Berg liegt an der Seite des Chunyang-Palasts der Stadt Yongle im Kreis Yongji und bietet den Anblick von Kiefern und Bambus, Pfirsichen und Aprikosen.
九峰山在永济县南六十里,上有道士院。
Der Jiufeng-Berg liegt sechzig Li südlich des Kreises Yongji; auf seinem Gipfel steht ein Daoistenkloster.
玉洞泉在永济县永乐镇纯阳观后,与寒谷涧水并入河。
Die Jadehöhlen-Quelle liegt hinter dem Chunyang-Kloster der Stadt Yongle im Kreis Yongji; gemeinsam mit dem Wasser des Hangu-Baches mündet sie in den Fluss.
仙人遗宅碧山隈,剑影萧萧去不回。
沧海月明天万里,有情乡国暂归来。
Das hinterlassene Gehöft des Unsterblichen liegt in der Bucht des blauen Bergs;
der Schatten des Schwerts zog einsam fort und kehrt nicht wieder.
Über dem grauen Meer leuchtet der Mond, zehntausend Li Himmel —
voll Zuneigung zum Heimatland kehrt er auf Zeit zurück.
《光绪山西通志》 (Provinzialgazetteer von Shanxi [Guangxu])
《蒲州府志》:永乐纯阳宫在府南一百二十里南张村,唐吕岩故宅也。岩仙去,后因其宅为道士观。元中统三年,改号纯阳宫。中有古柏及连理银杏树,为岩手植。金进士袁从义碑存。
Im Präfekturgazetteer von Puzhou heißt es: Der Chunyang-Palast von Yongle liegt einhundertzwanzig Li südlich der Präfekturstadt im Dorf Nanzhang; es ist der alte Wohnsitz von Lü Yan aus der Tang. Nachdem Yan als Unsterblicher entschwunden war, machte man später aus seinem Anwesen ein Daoistenkloster. Im dritten Jahr der Zhongtong-Ära der Yuan wurde der Name in Chunyang-Palast geändert. Darin stehen eine alte Zypresse und ein Ginkgo mit verwachsenen Stämmen, die Yan mit eigener Hand gepflanzt haben soll. Die Stele des Jinshi Yuan Congyi aus der Jin-Zeit ist erhalten.
谨案:神于元时封为演正警化孚佑帝君。国朝嘉庆九年,加燮元赞运纯阳六字,令直省通祀。今所在有庙,与他道院自别,故举会城之祠类次于此。永乐则以桑梓地连及之。
Ehrfürchtige Anmerkung: Der Gott wurde zur Zeit der Yuan zum Kaiserlichen Herrn Yanzheng Jinghua Fuyou erhoben. Im neunten Jahr der Jiaqing-Ära unserer Dynastie wurden die sechs Zeichen Xieyuan Zanyun Chunyang hinzugefügt und allgemeine Opfer in allen Direktprovinzen angeordnet. Da er heute überall Tempel besitzt, die sich von anderen daoistischen Klöstern unterscheiden, haben wir die Schreine der Provinzhauptstadt hier der Reihe nach aufgeführt; Yongle wurde hinzugezogen, weil das Heimatland ihn damit verbindet.
Historischer Grundriss
Karte des Yongle-Palasts aus dem Präfekturgazetteer von Puzhou (Qianlong)
Der von Zhou Jingzhu im zwanzigsten Jahr der Qianlong-Ära der Qing (1755) herausgegebene Präfekturgazetteer von Puzhou nimmt zu Beginn zwei Seiten mit einer „Karte des Yongle-Palasts“ auf; darin sind die Qiu-Ahnherrn-Halle, die Halle der Sieben Wahren, die Chunyang-Halle, die Sanqing-Halle und die Drachen-Tiger-Halle sowie Bauten wie das Piyun-Daoistenkloster, der Schrein zur Erwiderung des Verdienstes, die Akademie und der Lü-Ahnherrn-Schrein eingezeichnet. Die Tafelseiten des Originalwerks ansehen


Historische Fotografien
1950er-Jahre
Gesamtansicht des ursprünglichen Standorts des Yongle-Palasts vor der Versetzung; die Kamera blickt von Nordosten nach Südwesten, hinter der Baugruppe sind der Gelbe Fluss und ferne Berge zu sehen. Die Aufnahme wird von der Chinesischen Akademie für Kulturerbe aufbewahrt und ist in der 《永乐宫迁建工程档案初编》 (Ersten Zusammenstellung der Projektakten zur Versetzung des Yongle-Palasts) enthalten.

1959–1965
Die Projektakten der Versetzung dokumentieren die Sicherung der Holzbauteile vor der Demontage, die Abnahme der Wandmalereien der Sanqing-Halle sowie die abgenommenen, flach gelagerten Malereien. Die folgenden Aufnahmen sind ebenfalls in der 《永乐宫迁建工程档案初编》 (Ersten Zusammenstellung der Projektakten zur Versetzung des Yongle-Palasts) enthalten.



Literatur und Quellen
Die folgenden Inschriften lassen sich derzeit nur über öffentlich zugängliche Webseiten anhand von Stelentiteln, Objektangaben oder Aufsatzauszügen nachprüfen; eine von einer amtlichen Institution veröffentlichte zusammenhängende vollständige Transkription liegt noch nicht vor, daher werden sie vorerst nicht als Originaltext aufgenommen.
- Forschungsinstitut für den Schutz der Wandmalereien des Yongle-Palasts der Provinz Shanxi: 《元泰定元年有唐纯阳吕真人祠堂记碑》 (Stele mit der Aufzeichnung über den Ahnenschrein des Wahren Menschen Lü Chunyang aus der Tang-Zeit, errichtet im ersten Jahr der Taiding-Ära der Yuan), Katalogeintrag einer Stele im eigenen Bestand.
- Forschungsinstitut für den Schutz der Wandmalereien des Yongle-Palasts der Provinz Shanxi: 《永乐宫文献》 (Schrifttum zum Yongle-Palast), verzeichnet Wang Os 《大朝重建大纯阳万寿宫之碑》 (Stele über den Wiederaufbau des Großen Chunyang-Wanshou-Palasts unter der Großen Dynastie) und weiteres Schrifttum zum Yongle-Palast.
- Wang Jinping: 《蒙古征服之后:华北地区社会秩序格局的变迁》 (Nach der mongolischen Eroberung: Wandel der Ordnung der sozialen Verhältnisse in Nordchina), Institut für Geisteswissenschaften und Geschichte der Fudan-Universität. Der Aufsatz erörtert anhand der Rückseite der 《大朝重建大纯阳万寿宫之碑》 das Netzwerk der Paläste und Klöster des Yongle-Palasts sowie die Bauinschriften mit den Namen der Stifter.
- Forschungsinstitut für den Schutz der Wandmalereien des Yongle-Palasts der Provinz Shanxi: 《明万历四十五年永乐镇纯阳宫肇修善事碑》 (Stele über die erste gute Stiftung am Chunyang-Palast der Stadt Yongle im fünfundvierzigsten Jahr der Wanli-Ära der Ming), Katalogeintrag einer Stele im eigenen Bestand.
- Forschungsinstitut für den Schutz der Wandmalereien des Yongle-Palasts der Provinz Shanxi: 《明天启甲子永乐宫重修诸神牌位碑》 (Stele über die Erneuerung der Ahnentafeln der Götter im Yongle-Palast im Jiazi-Jahr der Tianqi-Ära der Ming), Katalogeintrag einer Stele im eigenen Bestand.
- Li Luke: 《永乐宫的“鼎盛”与“贵盛”:建筑、壁画及室内空间》 („Blüte“ und „kostbare Pracht“ des Yongle-Palasts: Architektur, Wandmalereien und Innenraum), Forschungsinstitut für den Schutz der Wandmalereien des Yongle-Palasts der Provinz Shanxi. Der Aufsatz zitiert auszugsweise aus der 《永乐宫重修诸神牌位记》 (Aufzeichnung über die Erneuerung der Ahnentafeln der Götter im Yongle-Palast) und der 《大清重修万寿宫碑记》 (Steinschrift über die Erneuerung des Wanshou-Palasts unter den Großen Qing) und ordnet die Bauphasen des Yongle-Palasts anhand von beschrifteten Ziegeln und Aufzeichnungen des Daoistischen Kanons.
- Forschungsinstitut für den Schutz der Wandmalereien des Yongle-Palasts der Provinz Shanxi: 《明崇祯九年永乐宫重修墙垣碑》 (Stele über die Erneuerung der Umfassungsmauern des Yongle-Palasts im neunten Jahr der Chongzhen-Ära der Ming), Katalogeintrag einer Stele im eigenen Bestand.
- Du Xianzhou: 《永乐宫的建筑》 (Die Architektur des Yongle-Palasts), Wenwu, 1963, Nr. 8. Der Aufsatz zitiert auszugsweise die 《纯阳万寿永乐宫重修墙垣碑记》 (Steinschrift über die Erneuerung der Umfassungsmauern des Chunyang-Wanshou-Yongle-Palasts) und erörtert systematisch die Errichtung des Yongle-Palasts, seine Instandsetzungen durch die Dynastien, die Gesamtanlage und die vier Holzbauten der Yuan-Zeit.