Einführung
In der Tang-Ära Qianfu (874–879) wurde der Yunyan-Tempel auf kaiserlichen Befehl am Berg Douchuan erbaut. Er liegt am Berghang unterhalb dreier Gipfel, im heutigen Wudu bei Jiangyou in Sichuan. Die Anlage bestand aus zwei Bezirken: Im Osten lebten und praktizierten buddhistische Mönche, im Westen befand sich ein daoistischer Tempel.
Im achten Jahr Chunxi der Südlichen Song (1181) entstand im Tempel der Feitian-Schrein; während der Yuan-Ära Zhizheng (1341–1368) wurde er erneuert. Der achteckige, turmartige Holzbau steht in einer Halle und lässt sich um eine senkrechte Mittelachse drehen. Er gehört zur Tradition drehbarer Schriftenschreine, die ursprünglich religiöse Texte aufbewahrten. In Yunyan dient diese Bauform der Verehrung daoistischer Gottheiten, deren Holzfiguren am Schrein und zwischen seinen oberen Pavillons stehen. Kleine Hallen türmen sich übereinander; Galerien verbinden sie, Konsolensysteme tragen die Dachvorsprünge, und Geländer säumen die Wege. Gemeinsam heißen sie die ‘himmlischen Paläste und Pavillons’. Die umgebende Halle steht im Westen des Tempels.
Auf den Gipfeln des Douchuan standen Heiligtümer wie der Dongyue-Schrein; Eisenketten verbanden die Felsen. Während der Ming-Ära Wanli bestieg Zhu Zhonglian, ein Beamter der Präfektur Long’an, den Gipfel. Da dort ein Pavillon zum Ausruhen für Bergbesucher fehlte, spendete er aus seinem Gehalt, kaufte in Wuxi Holz und beauftragte Handwerker. Der neue, rings von Geländern eingefasste Pavillon überblickte einen Steilabhang und erhielt den Namen Chaoran. Zhu ließ auch das Mauerwerk auf den drei Gipfeln und drei Heiligtümer im Osten und Westen instand setzen. Er drängte nicht auf rasche Fertigstellung: Frondienste sollten den Lebensunterhalt der Bevölkerung nicht beeinträchtigen, und die Handwerker sollten sorgfältig arbeiten können.[1]
Der Feitian-Schrein überstand die Kriege am Ende der Ming-Zeit. Der Chaoran-Pavillon auf dem Gipfel verfiel dagegen mit den Jahren. Im Frühjahr Kangxi 7 (1668) finanzierte Yang Tingjie, ein Jiangyouer Absolvent der Provinzprüfung, seine Wiederherstellung und übertrug die Leitung dem Daoisten Yuanzhen. Der Long’aner Gelehrte Xian Qimei beschaffte Holz; der Ortsansässige Zhang Ju versammelte die Handwerker. Im Herbst war der Pavillon fertig. Der Mittelbalken der Dongyue-Haupthalle auf dem Gipfel war ebenfalls verfault. Ihre Reparatur war dringlicher, aber teurer; die Mittel reichten nicht für beide Vorhaben. Mit Spendenaufrufen und einer Almosenschale sammelte man deshalb weitere Gelder. Zhang Rong, Yu Renmu und der Bergverwalter Jiang Tong halfen, die Arbeiten zu tragen. Erst im vierten Monat Kangxi 11 (1672) wurde die Dongyue-Halle fertiggestellt.[2]
Gegen Ende der Kangxi-Ära, als Zhu Zhang Kreisvorsteher von Jiangyou war, verfiel der Dongyue-Tempel auf dem Gipfel erneut. Der seit Jahren am Berg lebende Mönch Liaoran wollte krankheitsbedingt fortgehen. Zhu bat ihn zu bleiben und die Reparatur zu leiten. Liaoran beschaffte Holz und Erde am Berg und wies die Handwerker an. Nach Abschluss der Gipfelarbeiten bat er Zhu um einen Bericht für eine Steininschrift.[3] Auch die Halle des Feitian-Schreins im Westen der am Hang liegenden Yunyan-Anlage war vernachlässigt: Balken standen schief, Dachziegel waren gesprungen, Vögel und Nagetiere nisteten darin, und die geschnitzten Gottheiten waren beschädigt. Ein dort lebender Mönch gelobte die Instandsetzung. Ohne Bargeld trug er am Berg Brennholz und Wasser und berechnete die Baukosten. Der Feitian-Schrein ließ sich damals noch drehen.[4]
Im Jahr Yongzheng 13 (1735) wurde die Große Buddha-Halle am Berghang neu errichtet. Sechs Arhat-Szenen schmücken den Sockel ihres mittleren Schreins; die beiden mittleren heißen ‘Buddha im Herzen’ und ‘Luftspiegelung über einem Finger’. Figuren und Schauplätze ähneln stark dem Arhat-Album des Qing-Hofmalers Leng Mei im Palastmuseum, unterscheiden sich jedoch in Einzelheiten. Mehrere Schnitzereien zeigen zusätzliche aufsteigende Wolken; weißbärtige Alte des Albums erscheinen im Holz als junge Männer.[5]
1964 fotografierte der Bauforscher Luo Zhewen den Feitian-Schrein und hielt seine Holzarchitektur fest. In den 1970er Jahren konnte noch ein Mensch allein ihn drehen. Bereits vor dem Wenchuan-Erdbeben war das Hallendach jedoch undicht, das Tragwerk verformt und der Schrein seitlich geneigt; er ließ sich nicht mehr bewegen.[6]
Am 12. Mai 2008 beschädigte das Wenchuan-Erdbeben die Tempelanlage schwer. Gipfelbauten wie die Dongyue-Halle stürzten ein, auch die Wände der Feitian-Halle wurden zerstört. Zhang Min, Leiter der Denkmalverwaltungen von Jiangyou und Yunyan, stieg mit Büroleiter Wen Jian zum Tempel auf. Sie untersuchten und fotografierten die Schäden und meldeten sie den Denkmalbehörden der Provinz und des Landes. Von diesem Tag an bewachten Mitarbeiter abwechselnd die Feitian-Halle und das Depot. Ein Nachbeben am frühen 18. Mai ließ weitere Wände einstürzen. Noch am Vormittag brachte Zhang mit seinen Mitarbeitern 72 hölzerne daoistische Figuren aus der Feitian-Halle und der Halle des drehbaren Schriftenschreins ins Tal. Die aus Song-, Yuan- und Qing-Zeit stammenden Bildwerke wurden sicher verwahrt.[7]
Bei der Instandsetzung nach dem Erdbeben festigten die Arbeiter den Hallenuntergrund und richteten das Tragwerk auf; der Schrein drehte sich trotzdem nicht gleichmäßig. Um das untere Achslager zu untersuchen, sicherten sie ihn mit Stützen und Stahlseilen und hoben das etwa fünf Tonnen schwere Gebilde mit fünf Hebern vollständig an. Nach jeweils drei bis vier Zentimetern prüften sie mit einem Nivelliergerät die waagerechte Lage. Für fünfundzwanzig Zentimeter benötigten sie drei bis vier Monate. Darunter zeigte sich eine dicke Schicht aus verhärtetem altem Schmieröl, die die Gleitbahn verstopfte. Nach ihrer Entfernung und neuer Schmierung konnte der Schrein wieder drehen. Im Juni 2018 wurden die mehr als drei Jahre dauernden Arbeiten für beendet erklärt; drei Menschen konnten den restaurierten Schrein bewegen.[8]
Historische Quellen
Chronik des Kreises Jiangyou
云岩寺在图山。唐乾符间敕建,分东西二院,东禅林,西道观。后遭兵乱,院宇荒废,僧了然重修。
Der Yunyan-Tempel liegt am Berg Tu. In der Tang-Ära Qianfu auf kaiserlichen Befehl erbaut, war er in zwei Bezirke geteilt: östlich ein buddhistisches Kloster, westlich ein daoistischer Tempel. Spätere Kriegswirren ließen die Gebäude veröden; der Mönch Liaoran baute sie wieder auf.
飞天藏在窦图山。宋淳熙八年建,元至正中重葺。明季兵火,惟此独存。
Der Feitian-Schrein liegt am Berg Doutu. Er wurde im Song-Jahr Chunxi 8 erbaut und während der Yuan-Ära Zhizheng erneuert. In den Kriegen am Ende der Ming blieb er allein erhalten.
上人手中无一钱,搬柴运水寒岩前。花龛突如插天半,巨锥一举千灯悬。忆昔开堂始南宋,飞阁断自淳熙年。嵌空枘凿呈巧制,蚁孔曲斗难针穿。五丁神力不易到,经声雷动刚风旋。逮元至正乃重葺,糢糊彩凤犹高骞。额书尚题梓州守,藓甲蚀笔蛟龙缠。厥后梁益屡劫火,灵光古殿仍巍然。穴中鸟鼠阅人久,木寇金毁神无完。虹梁半欹鸳瓦裂,谁与举废悭前缘。云岩上人矢愿力,土木穷算盈十千。不日不月规缔造,好事肯令他人专。自言经营惨淡处,对佛𫖯首忧如煎。十年身住心不住,奔轮无恙推虚船。法云低晕白毫现,慧日高铸黄珠圆。铜瓶倒垂收塔影,贝叶细帙供香筵。巴西妇孺齐合掌,此举不朽堪流传。搜寻古碣乏剩字,琉璃碑嫩生秋烟。他年只恐锡飞去,怅望野鹤空摩天。
Der Mönch besitzt keine einzige Münze und trägt doch Brennholz und Wasser vor den kalten Felsen. Der geschmückte Schrein ragt bis in den Himmel; ein mächtiger Zapfen hebt tausend schwebende Lampen. Ich denke an die erste Eröffnung unter den Südlichen Song: Die hohen Galerien stammen aus Chunxi. Hohlräume und Zapfen zeigen kunstvolle Arbeit; die winzigen Öffnungen und gekrümmten Konsolen lassen kaum eine Nadel hindurch. Selbst die Kraft der fünf Riesen reichte schwerlich hinauf; Gesänge donnern, starke Winde wirbeln. In Yuan-Zhizheng wurde er erneuert; noch schwingt sich der verblasste gemalte Phönix empor. Die Tafel trägt weiterhin die Schrift des Präfekten von Zizhou, deren Drachenlinien Moos zerfrisst. Danach verwüsteten Kriege immer wieder Liang und Yi, doch die alte Halle stand wie die überlebende Halle des Numinösen Lichts. Vögel und Nagetiere wohnen seit langem in ihren Höhlungen; die Götterbilder sind beschädigt, keines ist ganz. Bemalte Balken neigen sich, Dachziegel brechen: Wer behebt den Verfall? Der Mönch von Yunyan hat ein Gelübde abgelegt und rechnet mit Baukosten von Zehntausenden. Tag für Tag plant er, will dieses gute Werk keinem anderen überlassen. Er erzählt von mühsamer Leitung und beugt sich sorgenvoll vor Buddha, als brenne sein Herz. Zehn Jahre blieb sein Leib, doch sein Geist fand keine Ruhe; das Rad ist unversehrt und lässt sich wie ein leeres Boot bewegen. Dharmawolken sinken tief, das weiße Stirnhaar leuchtet; die Sonne der Weisheit gießt eine goldene Kugel. Ein umgekehrtes Bronzegefäß fängt das Turmbild auf, schmale Palmblattschriften liegen am Räucheraltar. Frauen und Kinder von Baxi falten die Hände; diese Tat verdient unvergängliche Erinnerung. Alte Steine geben kaum Schriftreste her, Herbstnebel steigt am glasierten Denkmal auf. Ich fürchte, eines Tages fliegt sein Wanderstab davon; sehnsüchtig werde ich dem einsamen Kranich in den weiten Himmel nachblicken.
Aufzeichnung über den Chaoran-Pavillon auf dem Berg Doutu
余少读吕氏春秋,考天下九山,心窃慕之。长而逐坐车马,足迹所至,得躐九山之槪。然皆富于宫阙楼观,且在名都巨邑,为名公贤士所品题,而其迹始昭显。若夫奇伟秀绝,本于大块之生成者,不过王屋、太华、太行、孟门四山而己。始知古今胜地,多不符所载,以山之得名在人也。江油虽蜀西僻壤,治北有窦图山,山之高,著于绵、剑,双峰峭拔,巍然如阙,路盘绕而上,穷右峰之顶,有东岳祠,左峰梯迳不通,祠前横铁索以渡,香火之盛,甲于一方,而古碑无可稽。惟飞天藏钟磬,有宋元年号。铁锁桥之设,俗传子明所创,无乃以踪迹怪异,神其说以欺人耳。故登临者,至望仙台见险,至石门见奇。迨夫蹑巉岩,距虎豹,攀附而升,元览𥄳槪,握兹山之上游者,在岱宇之南,索桥之西焉。
Als junger Mensch las ich Meister Lüs Frühling und Herbst und bewunderte die neun Berge der Welt. Später gelangte ich auf Reisen zu den meisten. Doch sie waren reich an Palästen und Türmen, lagen bei berühmten Städten und verdankten ihren Ruhm angesehenen Männern. Von Natur aus großartig und einzigartig erschienen mir nur Wangwu, Taihua, Taihang und Mengmen. So erkannte ich, dass berühmte Orte oft nicht ihren Beschreibungen entsprechen: Menschen machen Berge berühmt. Jiangyou liegt zwar abgelegen im Westen von Shu, doch der Berg Doutu nördlich des Kreissitzes ist in Mian und Jian bekannt. Zwei schroffe Gipfel stehen wie Tortürme. Der gewundene Aufstieg erreicht rechts den Dongyue-Schrein; links fehlt ein Treppenweg, und vor dem Schrein führen Eisenketten hinüber. Der Kult übertrifft andere der Gegend, doch alte Inschriften fehlen. Nur Glocken und Klangsteine des Feitian-Schreins tragen Song- und Yuan-Daten. Dass Ziming die Kettenbrücke geschaffen habe, erzählen die Leute; ist das nicht ein wundersames Märchen zur Täuschung? Am Aussichtspunkt der Unsterblichen erlebt man Gefahr, am Steintor Wunder. Erst wer die Felsen erklimmt, an tiger- und panthergleichen Klippen vorbeizieht und sich emporarbeitet, beherrscht den ganzen Anblick südlich des Heiligtums und westlich der Seilbrücke.
客至靡不徜徉眺望,而无亭舍止息,以抒不穷之趣,未免阙然于中。乙酉孟冬,龙安司理朱公奉檄视邑,至旬月为窦篅之游,税驾履巅,爽瞻而叹曰:山乎山乎!山不负人,而人可负山乎?乃度地势,谋为宇,顾私心计之,而未告人也。再逾月,仍往一观,筹其费,捐俸金若干许,市木午溪,授匠作亭。亭之高,翼然独耸,四望群山,如在杯案。外夹栏栅,俯临千仞,又于三峰甃砌严整,东西三祠一时并葺。工始于腊初,落成于是岁七月。公不忍以官役夺民,且欲匠上缓图自善,故不务欲速如此。工竣之日,公具奠白神,集乡大夫、属吏䜩于亭,名其亭曰超然。问记于余。余惟山之来,无亭而亭成。于今日,无论榱甍薄汉,丹雘连云,即长泓带卷,万山屏列,娑萝倒悬,虹梁偃卧,远树笼烟,平川幂翠,景物映发,依依在目。
Besucher verweilten und schauten, doch es fehlte ein Pavillon zum Ausruhen und ungestörten Genießen. Im frühen Winter eines Yiyou-Jahres kam Herr Zhu, Justizbeamter von Long’an, dienstlich zur Kreisinspektion. Binnen eines Monats bestieg er den Douchuan und rief: ‘Berg, Berg! Du enttäuschst die Menschen nicht; wie dürften die Menschen dich enttäuschen?’ Er prüfte den Platz und plante still die Kosten eines Baus. Mehr als einen Monat später kehrte er zurück, rechnete, spendete aus seinem Gehalt, kaufte in Wuxi Holz und ließ Handwerker bauen. Der Pavillon erhob sich wie mit ausgebreiteten Flügeln; die Berge ringsum schienen auf einem Tisch zu liegen. Geländer umgaben ihn über tiefem Abgrund. Auch das Mauerwerk der drei Gipfel wurde geordnet und drei östliche und westliche Heiligtümer gleichzeitig erneuert. Der Bericht nennt als Beginn den Anfang des zwölften Monats und als Abschluss den siebten Monat. Herr Zhu wollte den Menschen durch Frondienst nicht den Erwerb nehmen und den Handwerkern Zeit für gute Arbeit lassen; darum drängte er nicht. Zur Vollendung opferte er dem Gott, lud örtliche Gelehrte und nachgeordnete Beamte zum Fest, nannte den Pavillon Chaoran und bat mich um einen Bericht. Lange besaß der Berg keinen Pavillon; heute steht einer dort. Nicht nur hohe Balken und leuchtende Farben, auch gewundene tiefe Gewässer, Bergschirme, herabhängende Bäume, Bogenbalken, neblige Ferne und grüne Ebenen leuchten vor den Augen.
于斯时也,揽山川之清晖,慕仙人之遐举,则天籁清,尘想绝,浩浩乎直欲御风乘气,以游于无穷,而物我形骸,不在胸襟之内矣。公之为是亭也,岂特赋诗吊古,酾酒放歌己哉?
Wer hier die klare Schönheit von Bergen und Flüssen aufnimmt und den fernen Wegen der Unsterblichen nachsinnt, hört reine Naturlaute und vergisst den Staub der Welt. Frei möchte er auf dem Wind ins Unendliche reiten; Körper und die Trennung von Ich und Dingen verlassen sein Denken. Hat Herr Zhu diesen Pavillon nur erbaut, um Gedichte zu schreiben, der Vergangenheit zu gedenken, Wein zu trinken und zu singen?
公文章有藻誉,为治宽平,议狱惟缓。莅任以来,急公恤隐,远迩颂德。暇日绎左国杜诗,洒洒自适。然则超然之趣,盖得诸心而托诸亭也。他日好奇之士,列窦篅于九山,不以公重耶?公江右变福人,弱冠举于乡,讳仲廉,字中甫,察吾其别号云。
Er ist für schöne Prosa bekannt, regiert milde und gerecht und urteilt in Rechtsfällen bedächtig. Seit Amtsantritt kümmert er sich um das Gemeinwohl und verborgene Not; nah und fern wird er gelobt. In freien Stunden liest er die Zuo-Überlieferung, die Reden der Staaten und Du Fus Gedichte, gelassen und zufrieden. Seine Weltentrücktheit entstand im Herzen und fand im Pavillon ihren Ort. Wenn spätere Liebhaber des Besonderen Douchuan zu den neun Bergen rechnen, wird das nicht sein Verdienst sein? Er stammt aus dem als Bianfu bezeichneten Ort in Jiangxi und bestand jung die Provinzprüfung. Sein Name ist Zhonglian, sein Beiname Zhongfu, sein Gelehrtenname Chawu.
Aufzeichnung über die Wiederherstellung des Chaoran-Pavillons und der Dongyue-Halle unter der gegenwärtigen Dynastie
余尝读坡公超然亭记,而知身游物外,无往而不自得,然未见其地之超然也。县东北十五里许,有图山者,昔唐彰明主簿窦子明,羡其风云所摅,山川所带,幽岫穷崖,人兽两绝,弃官修炼于此,脱蜕崖间,故以窦冠山名。双峰并峙,左崖建窦真宝殿,右崖建东岳行宫。自宋元迄今,两岸天堑,无路可通。相传云子明系铁绳二条,以通人迹,跨鲸鲵于海市,驾虹霓而蜒蜿,传虽诞而实奇。坪下有飞天,藏元真观、化主殿、清虚观、三清观、炳灵宫。由此而登,花鸟送人,名曰境入蓬壶。再登,人从隙过,名曰人间天上。三登,人与云遇,名曰碧云洞天。四登,山如刀截而复断,名曰升仙桥。陟巅四望无际,山水齐观。春淡冶如笑,夏苍翠如滴,秋明净如妆,冬惨淡如睡,诚山之超然者也。
Ich las einst Su Dongpos Aufzeichnung über den Chaoran-Pavillon und begriff, dass man jenseits weltlicher Dinge überall Zufriedenheit findet; einen solchen Ort hatte ich aber nicht gesehen. Etwa fünfzehn Li nordöstlich des Kreissitzes liegt der Berg Tu. Unter den Tang bewunderte Dou Ziming, Kanzleibeamter von Zhangming, seine Wolken, Berge und Gewässer. Er verließ sein Amt, übte sich zwischen menschen- und tierlosen Felsen und soll dort seine sterbliche Hülle abgelegt haben; daher steht Dou vor dem Bergnamen. Zwei Gipfel stehen sich gegenüber, links die Halle des vergöttlichten Dou, rechts der Reisepalast des Dongyue. Seit Song und Yuan trennt sie ein unwegsamer Abgrund. Ziming soll zwei Eisenseile darüber gespannt haben, wie ein Ritt auf Meerestieren durch Luftspiegelungen oder ein gewundener Regenbogen. Die Überlieferung ist fantastisch, die Erscheinung wirklich erstaunlich. Unter der Terrasse liegen der Feitian-Schrein, Yuanzhen-Tempel, Huazhu-Halle, Qingxu-Tempel, Sanqing-Tempel und Bingling-Palast. Der erste Aufstieg führt, von Blumen und Vögeln begrüßt, in das ‘Reich der Unsterblichen’. Beim zweiten zwängt man sich durch eine Spalte zum ‘Himmel über der Menschenwelt’, beim dritten begegnet man Wolken im ‘Höhlenhimmel der Jadewolken’. Beim vierten scheint der Berg messerscharf durchschnitten: die ‘Brücke des Aufstiegs’. Vom Gipfel ist der Blick grenzenlos. Frühling lächelt zart, Sommergrün scheint zu tropfen, Herbst glänzt geschmückt, Winter schläft düster: wahrhaft ein weltentrückter Berg.
万历时,龙安司理朱讳仲廉,登眺其间,见长烟一空,皎月千里,心旷神怡,惜无止息处,因建斯亭,想有鉴于坡公而名之欤。越世已久,倾圮更甚。余读书览九山胜槪,觉兹山不减太行、孟门,登临其地,蕊珠紫府,或不是过,心欲继朱公而修葺之。适道人元真,深合余意,因捐赀令其经营,托龙安生咸其美,采木东山之阳。里人张举,命匠鸠工,始于康熙七年春,及秋,事竣,见东岳正殿中梁朽烂,其功似急于亭,但所费尤大,力难兼举,因挟疏持钵。有龙安民张荣、藩邑生余人牧,并山主蒋通等,力为肩任。考道经云:广乘之山,天之东岳也,主岁星之首,居九五青天之内。兹山虽不足以比隆,使行宫整饬,操出生入死之柄,持福善祸淫之权,其应如响,畴敢吝惜,而功弗立见焉。
Unter Wanli kam Zhu Zhonglian, Justizbeamter von Long’an, hierher. Klarer Horizont und weiter Mondschein erfreuten ihn, doch ein Rastplatz fehlte. Er erbaute den Pavillon und benannte ihn vielleicht nach Dongpo. Nach vielen Jahren war er stark verfallen. Nach der Lektüre über die neun Berge fand ich diesen nicht geringer als Taihang und Mengmen. Seine Hallen glichen himmlischen Palästen; ich wollte Herrn Zhus Werk weiterführen. Der Daoist Yuanzhen teilte meine Absicht. Ich spendete Geld, übertrug ihm die Leitung und bat den Long’aner Schüler Xian Qimei, Holz südlich des östlichen Berges zu holen. Der Einheimische Zhang Ju versammelte Handwerker. Im Frühjahr Kangxi 7 begann der Bau, im Herbst war er fertig. Der Mittelbalken der Dongyue-Haupthalle war verfault; deren Reparatur war dringlicher, aber viel teurer, sodass beides zugleich unsere Kraft überstieg. Mit Spendenbrief und Almosenschale warben wir daher um Hilfe. Zhang Rong aus Long’an, der Schüler Yu Renmu aus einem untergeordneten Kreis und Bergverwalter Jiang Tong übernahmen gemeinsam Verantwortung. Daoistische Schriften nennen den Berg Guangcheng den östlichen Himmelsberg, an der Spitze des Holzsterns und im höchsten Herrschaftsplatz des blauen Himmels. Obwohl dieser Berg ihm nicht gleichkommt, lenkt sein Gott im geordneten Reisepalast Leben und Tod, belohnt Gutes und bestraft Böses. Wer sollte Gaben verweigern, wenn Antwort wie ein Echo folgt und das Werk rasch gelingt?
康熙十一年四月告成,似与太行、孟门无异。所不若者,宫阙楼观,不获为名公贤士所品题耳。余不敢谓一笠之盖,可几获福,然山不在高,有仙则名,福非神作,抑人之自为作也。后之继志者,当有感于斯言。
Im vierten Monat Kangxi 11 war die Arbeit vollendet; der Berg schien Taihang und Mengmen ebenbürtig. Nur die Würdigung seiner Paläste und Türme durch große Männer fehlte. Ich wage nicht zu behaupten, schon ein schlichtes Obdach sichere Segen. Ein Berg muss nicht hoch sein, wenn ein Unsterblicher ihn berühmt macht; Glück schaffen nicht allein Geister, sondern die Menschen selbst. Mögen Nachfolger diese Worte bedenken.
Steleninschrift des Dongyue-Tempels auf dem Berg Doutu
篅山之绝顶,有杰阁焉,飞甍四起,层崖高张,要必凭灵爽以为之主宰。山不必神,而神能神之。山之有岳殿,由来旧矣。其神主东方,判生死,延寿算,龙绵梓剑之民,奔走络绎,当首春时,吹笙鸣钹,婆娑而飨之,日以千百计,而不虞庙之日即于倾圯也。了然上人住锡有年,病且休矣,行将拂衣而去。余闻而固留之,谓夫檀邦之供养,云水之护持,孰如上人?及今不改修,谁与改修者?上人辞益力,然而邑宰不能留也。无己,则请诸岳神,则其所以留上人者,必最亲且切。乃上人病果起,年愈高而貌加丰,疑默相然。上人虽欲不改修焉,而不可得已。采木于山,范土于穴,布置岳体,指挥匠石。工将告竣矣,朱门洞戺,绛节高居,帝敕云开,鬼呼星循,而后登绝𪩘者,若美发之刺于簪而见其髻也。
Auf dem höchsten Gipfel des Berges Chuan steht eine prächtige Halle, deren Dachkanten sich über steilen Felsen nach vier Seiten heben. Gewiss muss eine numinose Macht darüber walten. Ein Berg ist nicht notwendig göttlich, doch ein Gott kann ihn heiligen. Die Yue-Halle besteht hier seit alters. Ihr Gott herrscht im Osten, entscheidet über Leben und Tod und verlängert die Lebensjahre. Menschen aus Long, Mian, Zi und Jian kommen unablässig. Zu Frühlingsbeginn ziehen täglich Hunderte und Tausende mit Flöten und Zimbeln singend und tanzend zur Verehrung, ohne den zunehmenden Verfall zu bemerken. Mönch Liaoran wohnte seit Jahren hier, war krank und wollte fort. Ich hörte davon und hielt ihn zurück: Wer könnte wie er die Gaben der Gläubigen und die Versorgung wandernder Mönche sichern? Wenn er jetzt nicht repariere, wer sonst? Er weigerte sich entschieden; selbst der Kreisvorsteher vermochte ihn nicht zu halten. So wandte ich mich an den Gott, dessen Gründe zum Bleiben unmittelbarer und dringlicher sein mussten. Liaoran erholte sich tatsächlich und sah mit zunehmendem Alter voller aus, als wirke unsichtbare Hilfe. Nun konnte er sich der Reparatur nicht entziehen. Er holte Holz am Berg, formte Erde aus seinen Höhlen und leitete die Handwerker beim Bau. Bald standen rote Tore und erhabene Götterinsignien, als öffneten sich himmlische Erlasse und eilten Geister herbei. Das Gebäude krönte den Gipfel wie eine Nadel in schön geordnetem Haar.
夫人有不畏人,未有不畏鬼神者。其居家倨傲鲜腆,一人庙而徬徨赡顾,心震目骇,举生平不可告人之事,皆骈而闯伺之,措身其间,愧恧无地,心望若神之恻然哀怜,脱不测之区而丐须臾之命者屡矣。则非山之云,而神从而灵之,亦非神之必欲灵其山,而乞恩于山者之若或灵之也。
Ein Mensch mag Menschen nicht fürchten, Geister und Götter aber fürchtet jeder. Wer zu Hause hochmütig und schamlos ist, schaut im Tempel erschrocken umher. Herz und Blick erbeben; alle unaussprechlichen Taten scheinen zugleich vorzutreten. Er findet vor Scham keinen Platz und hofft auf göttliches Mitleid, Rettung aus unvorhersehbarer Gefahr und etwas mehr Lebenszeit. Nicht die Wolken des Berges verleihen also dem Gott Macht; vielmehr wirken die Bitten derer, die hier Gnade suchen. Auch muss der Gott den Berg nicht selbst heiligen wollen: Die Bittenden lassen ihn heilig erscheinen.
上人有徒八岁,能援索飞渡,百丈绳桥,捷如猱戏,拔崣崒之峰,登欢喜之岸,则福善祸淫之说,遍告檀越,应无不合掌称赞者,其必以是为普救之津梁也。工既成,上人乞余序以勒诸石,余因叙修庙之始末以记之。
Der Mönch hat einen achtjährigen Schüler, der über die hundert Zhang lange Seilbrücke fliegt, flink wie ein spielender Affe, den schroffen Gipfel und das Ufer der Freude erreicht. Wenn die Botschaft von Belohnung des Guten und Bestrafung des Bösen alle Spender erreicht, werden sie gewiss mit gefalteten Händen loben; vielleicht wird dies zur Brücke allgemeiner Rettung. Nach Bauabschluss bat mich der Mönch um ein Vorwort für den Stein. Darum schildere ich den Verlauf der Tempelreparatur.
Historische Fotografien
1980er Jahre
Von Zhao Min in Der Berg Douchuan in Jiangyou, Sichuan, in den 1980er Jahren veröffentlichte Aufnahmen. Sie entstanden beim Besuch von Mitarbeitern der Pädagogischen Fachhochschule Mianyang, die einen Landschaftsdokumentarfilm drehten. Zu sehen sind Gipfeltempel aus der Ferne, Einzelheiten von Bauten am Felsrand sowie Berge und Tempel zwischen Kiefernzweigen.
1986 (veröffentlicht)
Historische Aufnahme der himmlischen Pavillons des Feitian-Schreins mit kleinen Holzbauten, Geländern und Figuren. Project CloudCastle reproduziert sie mit dem Quellenhinweis auf Gu Qiyis Kurzen Untersuchungsbericht über den Feitian-Schrein und seine Halle im Yunyan-Tempel am Berg Chuan im Kreis Jiangyou, Kulturdenkmäler Sichuans, Heft 4, 1986.
Literatur
- Gu Qiyi: Kurzer Untersuchungsbericht über den Feitian-Schrein und seine Halle im Yunyan-Tempel am Berg Chuan im Kreis Jiangyou. Kulturdenkmäler Sichuans, Heft 4, 1986, S. 9–13.
- Huang Shilin: Der Feitian-Schrein im Yunyan-Tempel am Berg Douchuan, Jiangyou, Sichuan. Kulturdenkmäler, Heft 4, 1991, S. 20–33, Bildtafeln S. 100–101.
- Wu Piwen (Bearbeitung), Ou Peihuai (Zusammenstellung): Chronik des Kreises Jiangyou. Holzschnittausgabe Guangxu 29 (1903), Bände 7, 13 und 24.
- Gu Xinchun: Auf der Suche nach der Bildrolle der achtzehn Arhats im Longmian-Stil. Die Verbotene Stadt, Heft 6, 2024, S. 48–79.
- Wu Xiaoling: Große Reparatur des 800 Jahre alten Feitian-Schreins im Yunyan-Tempel beginnt. Sichuan-Tageszeitung, 2. März 2016.
- Wu Xiaoling: Das Fünf-Tonnen-Gebilde vollständig angehoben: Der über 800 Jahre alte Feitian-Schrein dreht sich wieder. Chuanguan-Nachrichten, 22. Juni 2018.
- Der Leiter der nationalen Denkmalbehörde Shan Jixiang besichtigt die Erdbebenschäden am Yunyan-Tempel in Jiangyou, Sichuan. Internetseite des Kulturministeriums, 22. Mai 2008.