Einleitung
Im zweiten Jahr der Ära Qingli der Nördlichen Song (1042) erhielt Guo Zhigao, der Präfekt von Dengzhou, den Befehl, entlang des Danya-Bergs eine Wehrsiedlung zu errichten, die später volkstümlich Daoyu-Wehr genannt wurde. Neunzehn Jahre später verlegte Zhu Chuyue, der Präfekt von Dengzhou, den Tempel des Meeresgottes auf dem Berg auf das flache Gelände westlich davon und errichtete auf den Fundamenten des alten Tempels den Penglai-Pavillon. Die Daoyu-Wehr lag an der Seite des Hafenbeckens am Fuß des Bergs, der Penglai-Pavillon stand auf dem Gipfel des Danya-Bergs — die beiden lagen benachbart, waren aber nicht ein und dasselbe Bauwerk.
Zur Zeit der Yuan kam Yu Qin, ein Mann aus Shandong, an die Seeküste von Dengzhou, um den Luftspiegelungen (haishi)[1] nachzuforschen, und betete mit Li Shuzhi, der die Präfektur Dengzhou verwaltete, am Schrein des Königs Guangde. Zwei Tage später bestiegen sie den Binru-Turm hinter dem Amtssitz, um zu warten. Als die Sonne aufging, schien auf der Insel Dazhu ein Riesenschiff querzuliegen; Banner, Schwerter und Hellebarden erschienen plötzlich und verschwanden wieder, und das leere Schiff verwandelte sich allmählich in eine lange Galerie und erlosch. Yu Qin folgerte daraus, dass die drei Götterberge im Meer, von denen die fangshi der Qin und Han sprachen, vielleicht ebensolche Luftspiegelungen waren. Der Binru-Turm, den sie bestiegen, war nicht der Penglai-Pavillon auf dem Danya-Berg. Wo Yu Qin den Penglai-Pavillon erwähnt, vermerkt er gesondert, dass sich unter dem Pavillon die Löwenhöhle befinde; die Quelle Lingran vor der Höhle, auch Langjing („Wellenbrunnen“) genannt, werde bei Flut vom Meerwasser überdeckt und bleibe nach der Ebbe ebenso süß und klar; der Ganquan-Pavillon sei zu seiner Zeit bereits eine alte Stätte gewesen.
Auch das Hafenbecken am Fuß des Bergs blieb in der Yuan-Zeit in Nutzung. Im Schlick an der Südwestecke des Kleinen Meers (xiaohai) der Wasserstadt lagen drei Schiffswracks der Yuan-Zeit begraben; das eine von ihnen, das freigelegt wurde, enthielt Eisenschwerter, Eisenkanonen, eiserne Donnerbüchsen, Flaschen für Aschengeschosse und eiserne Kanonenkugeln — ein Kriegsschiff mit schmalem, langem Rumpf, geeignet für schnelle Manöver in Küstennähe. Der Südabschnitt der Wasserstadt besaß damals noch keine Mauer in Ost-West-Richtung; das Hafenbecken öffnete sich nach Süden und war ein Ort, an dem sich Schiffe sammelten und die Verteidigung der Küstensee erfolgte.
Im neunten Jahr der Ära Hongwu der Ming (1376) transportierte die Garde von Dengzhou mit Hochseeschiffen militärische Nachschubgüter nach Liaodong. Der Kommandant Xie Guan legte, weil die Mündung des Neuen Flusses flach und eng war, dem Hof eine Eingabe zur Ausbaggerung des Flusslaufs vor; man umgab den Hafen mit einer Erdfestung, mauerte im Norden ein Wassertor, um das Meer in den Hafen einzulassen, und richtete im Süden eine Schranke zur Kontrolle des Verkehrs ein. Als später im Innern das Oberkommando zur Abwehr der japanischen Piraten eingerichtet wurde, hieß die Erdfestung fortan Beiwo-Festung[2], eben die Wasserstadt Dengzhou. Die Wasserstadt lag nördlich der großen Stadt Dengzhou; ihre Mauer überspannte im Nordwesten den Danya-Berg und lehnte sich im Südosten an den Flusslauf, und der Penglai-Pavillon lag oberhalb der Wasserstadt. Im vierundzwanzigsten Jahr der Ära Wanli (1596) ließ der Heerführer Li Chengxun die Erdfestung mit Backstein und Stein verkleiden und fügte drei Bastionen[3] hinzu.
Im vierten Jahr der Ära Chongzhen (1631) erhielt Kong Youde, ursprünglich ein Heerführer der Ming, den Befehl, mit seinen Truppen Liaodong zu Verstärkung zu eilen; als er Wuqiao erreichte, zettelte er eine Meuterei an, kehrte anschließend um und eroberte Dengzhou; Geng Zhongming leistete ihm aus dem Innern der Stadt Beistand. Der Ming-Hof entsandte Zhu Dadian, den Statthalter von Shandong, mit einem Heer, um die Stadt zu belagern und Dengzhou den Rebellen wieder zu entreißen. Obwohl den Rebellen der Proviant ausging, weigerten sie sich zu kapitulieren, da sie über die Wasserstadt auf dem Seeweg entkommen konnten. Im zweiten Monat des sechsten Jahres der Ära Chongzhen (1633) floh Kong Youde zuerst mit Kindern und Besitz über das Meer; auch Geng Zhongming entkam auf einem einzelnen Boot und überließ die Wasserstadt dem stellvertretenden Befehlshaber Wang Bingzhong zur weiteren Verteidigung. Die Ming-Truppen stürmten zunächst die große Landstadt Dengzhou, doch die dem Hafen zugewandte Wasserstadt unter Wang Bingzhongs Kontrolle fiel noch immer nicht. Der Freischärler Liu Liangzuo schlug vor, vom Yongfu-Tempel aus einen Stollen zu graben und Schießpulver zu verlegen; die Mauer wurde gesprengt, und die Verteidiger zogen sich zurück, um den Penglai-Pavillon zu halten. Erst nachdem Zhu Dadian sie zur Übergabe aufgerufen hatte, legten die auf dem Pavillon verschanzten Rebellen die Waffen nieder; die Ming-Truppen nahmen über tausend Gefangene, darunter Wang Bingzhong und fünfundsiebzig Rebellenführer — damit endeten die Kämpfe um Dengzhou.
Im achtzehnten Jahr der Ära Shunzhi der Qing (1661) wurde das Marinebataillon des Dengzhou-Garnisonsbanners in der Wasserstadt mit einem Garnisonskommandanten (shoubei), einem Kompanieführer (qianzong) und den Pelotonführern (bazong) der linken und rechten Wache ausgestattet, die abwechselnd die Signaltürme an den östlichen und westlichen Meereseinfahrten bewachten; der Verteidigungsbereich reichte im Osten bis zur Grenze der Präfektur Ninghai und im Westen bis zur Grenze der Präfektur Laizhou. Das Hafenbecken litt danach lange unter Verschlammung. Einlaufende Schiffe mussten die Vorschriften gegen die Versandung befolgen und beim Auslaufen eine bestimmte Menge Schlick mitnehmen und in die offene See kippen; in der Ära Xianfeng wurde nochmals eine groß angelegte Baggerung durchgeführt, und am Ende der Qing-Zeit wurden fünf festangestellte Arbeiter bestellt, die bei jeder Niedrigflut innerhalb und außerhalb des Wassertors räumten.
Auch die Mauer der Wasserstadt wurde wiederholt instand gesetzt. Im achtundfünfzigsten Jahr der Ära Qianlong (1793) ersuchte An Kuiwen, der Kreisverwalter von Penglai, um Mittel für ihre Erneuerung; im zwanzigsten Jahr der Ära Daoguang (1840) ließ der Kreisverwalter Wang Wentao sie erneut ausbessern. Danach sammelten nacheinander Chang Yun, der Präfekt von Dengzhou im ersten Jahr der Ära Tongzhi (1862), Zhou Yunan, der Kreisverwalter von Penglai, und Zheng Xihong, der Kreisverwalter im ersten Jahr der Ära Guangxu (1875), Gelder für Instandsetzungen. Der Qing-Gelehrte Ruan Yuan stieg zweimal hierher und brachte das Lageverhältnis von Penglai-Pavillon und Wasserstadt am unmittelbarsten auf den Punkt: „Der Penglai-Pavillon liegt oberhalb der Wasserstadt Dengzhou.“
Historische Dokumente
Qi Sheng
蓬莱阁,登州北三里海滨,田横寨相对,本海神庙基。宋治平中,郡守朱处约以其地太高峻,移庙西置平地,于此建阁,实为山海登临胜概。阁下有狮子洞,洞前有泠然泉,古称浪井,潮生浪起则没,水退则甘洌如故。旧有甘泉亭。阁下碎石为海浪淘激,岁久圆滑,土人谓之弹子涡,黑白者可以奕。坡公尝以数百枚养石菖蒲,作诗遗垂慈堂老。阁上古今题咏甚多,而宋人秦楼月一词颇飘逸。词云:烟漠漠,水天摇荡蓬莱阁。蓬莱阁,朱甍碧瓦,半浸寥廓。三山谩有长生药,茫茫云海风涛恶。风涛恶,仙槎不见,暮沙潮落。登人皆歌之。
Der Penglai-Pavillon liegt am Meeresstrand drei Li nördlich von Dengzhou, der Tianheng-Wehr gegenüber, und war ursprünglich die Stätte des Tempels des Meeresgottes. In der Zhiping-Ära der Song verlegte der Präfekt Zhu Chuyue, weil das Gelände zu hoch und steil war, den Tempel auf das flache Land westlich davon und errichtete an dieser Stelle den Pavillon — wahrlich ein herrlicher Aussichtspunkt zwischen Bergen und Meer. Unter dem Pavillon liegt die Löwenhöhle; vor der Höhle entspringt die Quelle Lingran, die seit alters Langjing („Wellenbrunnen“) heißt: Wenn die Flut steigt und die Wellen auflaufen, ist sie überdeckt; wenn das Wasser zurückgeht, ist sie süß und klar wie zuvor. Einst stand hier auch der Ganquan-Pavillon. Die Kieselsteine unter dem Pavillon werden von den Meereswellen geschwemmt und angestoßen; über die Jahre werden sie rund und glatt, und die Einheimischen nennen sie „Murmelstrudel“ (danziwo) — die schwarzen und weißen eignen sich als Spielsteine. Der Alte von Dongpo [Su Shi] soll einst einige hundert davon verwendet haben, um Süßgras auf Steinen zu ziehen, und schrieb ein Gedicht, das er dem Greis der Chui-Halle hinterließ. Auf dem Pavillon sind zahlreiche Inschriften und Gedichte aus alter und neuer Zeit angebracht, besonders schwebend-leicht darunter ein ci der Song im Liedmaß „Mond über dem Qin-Turm“. Das Lied lautet: „Dunst zieht in Schleiern, / Wasser und Himmel wiegen den Penglai-Pavillon. / Penglai-Pavillon: / zinnoberrote Firste, blaugrüne Ziegel, / halb eingetaucht in die weite Leere. / Auf den drei Inseln mag es Elixiere ewigen Lebens geben, / doch grenzenlos sind Wolkenmeer und böse Winde und Wogen. / Böse Winde und Wogen — / das Floß der Unsterblichen bleibt ungesehen; / im Abend sinkt die Flut am Sandstrand.“ Die Leute von Deng sangen es alle.
沙门岛南来转帆入渤海者,皆望此岛以为表志。其相联属,则有鼍矶岛、牵牛岛、大竹岛、小竹岛,历历海中,秀如画。海市现灭,常在五岛之上。海市之名,始见江邻几杂志。东坡诗序,或谓类南海蜃楼蛟蜃嘘气所成,殆不然。钦尝至登州海上访之。盖海市常以春夏晴和之时,杲日初升,东风微作,云脚齐敷于海岛之上,海市必现。现则山林城阙,楼观旌幢,毡车驼马,衣冠人物,凡世间所有,象类万殊,或小或大,或𫏐或久,或变现终日,或际海皆满,其为灵怪赫奕,岂蜃楼可拟哉?盖沧溟与元气呼吸,神龙变化,浩不可测,如佛经所谓龙王能兴种种雷电云雨,居于本宫,不动不摇,山海幽深,容有此理。钦以中秋后至海滨,天已微寒,知州事李述之,诗人也,亦相与祷于广德王之祠。越二日,忽报云:今晨风色云气,海市当现。同登宾日楼候之。日初出,大竹岛上横一巨艘,长余百寻,述之指以示余,余曰:此海舟耳。述之曰:谛观之,何故不动?须臾,前后曳数旗,剑戟纷纭,忽不见,惟有空舟渐变,如长廊而灭。述之曰:风稍急而寒,不然,现未已也。呜呼神哉!然则史汉所称三神山、蓬莱、方丈、瀛洲,望之如云,未能至者,殆此类耳。且秦、汉入海方士,仅能往来于矶岛之间,偶见此异,慕之为仙,亦不为过。非若今人航海远泛黑水洋外,或飘荡岁月而后返,果有蓬莱仙山,何不闻也?斯言足破千古之惑矣。
Alle Schiffe, die von Süden kommend ihre Segel wenden und in das Bohai-Meer einfahren, richten sich nach der Insel Shamen als Seezeichen. Mit ihr verbunden liegen die Inseln Tuoji, Qianniu, Dazhu und Xiaozhu, deutlich sichtbar im Meer, malerisch schön. Das Erscheinen und Verlöschen der Luftspiegelungen (haishi) findet meist über diesen fünf Inseln statt. Der Name haishi ist erstmals in den Zazhi (Vermischten Aufzeichnungen) des Jiang Linji belegt. Im Vorwort zu einem Gedicht des Dongpo heißt es, manche hielten sie für Bilder, die wie die Muscheltürme des Südlichen Meers aus dem Atemhauch von Flussdrachen und Riesenmuscheln entstünden — doch das ist wohl nicht so. Ich, Qin, bin eigens zum Meer von Dengzhou gereist, um dem nachzugehen. Eine Luftspiegelung tritt für gewöhnlich bei klarem, mildem Wetter im Frühjahr und Sommer auf, wenn die helle Sonne soeben aufgeht, ein leichter Ostwind weht und die Wolkenfüße sich gleichmäßig über die Inseln des Meeres ausbreiten — dann muss die Spiegelung erscheinen. Erscheint sie, so zeigen sich Bergwälder und Stadtmauern mit Torbögen, Türme und Warten, Standarten und Fahnenmasten, Filzwagen, Kamele und Pferde, Menschen in Kleidung und Kopfbedeckung — alles, was es in der Welt gibt, in zehntausend verschiedenen Gestalten; bald klein, bald groß, bald kurz, bald lange während, manchmal den ganzen Tag sichtbar, manchmal das ganze Meer bis zum Horizont erfüllend. Ihr geisterhaft strahlendes Wunderwerk — wie ließe es sich mit einem Muschelturm vergleichen? Das graue Meer atmet wohl mit dem Ur-Atem, und die Wandlungen der Geisterdrachen sind weitreichend und unermesslich; wie die buddhistischen Sutren sagen, die Drachenkönige könnten allerlei Blitz, Donner, Wolken und Regen hervorrufen, während sie in ihren Palästen verharren, ohne sich zu regen — in den Tiefen von Bergen und Meer mag es solches geben. Ich, Qin, kam nach dem Mittherbstfest an die Seeküste; das Wetter war schon leicht kalt. Li Shuzhi, der die Präfektur verwaltete, war ein Dichter und betete mit mir gemeinsam am Schrein des Königs Guangde. Zwei Tage später meldete jemand plötzlich: ‚Heute Morgen verheißen Wind und Wolken eine Luftspiegelung.‘ Wir bestiegen zusammen den Binru-Turm, um sie zu erwarten. Als die Sonne eben aufging, lag auf der Insel Dazhu ein Riesenschiff quer, über hundert Klaftern lang. Shuzhi wies darauf und zeigte es mir; ich sagte: ‚Das ist ein Seeschiff.‘ Shuzhi sagte: ‚Schau genau hin — warum bewegt es sich nicht?‘ Nach einer Weile zog es vorn und hinten mehrere Banner hinter sich her, Schwerter und Hellebarden wirbelten durcheinander, dann war alles plötzlich verschwunden; nur das leere Schiff wandelte sich allmählich, wurde wie eine lange Galerie und erlosch. Shuzhi sagte: ‚Der Wind ist etwas stärker und kälter geworden, sonst wäre die Erscheinung noch nicht zu Ende.‘ Ach, wie wunderbar! So sind also die drei Götterberge Penglai, Fangzhang und Yingzhou, von denen die Chroniken von Shiji und Hanshu berichten, dass man sie wie Wolken von ferne sieht, ohne je anzulangen, wohl nichts anderes als Erscheinungen dieser Art. Und dass die ins Meer hinausfahrenden fangshi der Qin und Han bloß zwischen diesen Inseln und Felsen hin- und herfuhren und gelegentlich dieses Wunder erblickten und es als Wohnstatt der Unsterblichen bewunderten, ist ebenfalls kein Vergehen. Sie fuhren ja nicht wie die Seefahrer von heute weit über den Ozean des Schwarzen Wassers hinaus und trieben womöglich monatelang umher, ehe sie zurückkehrten. Gäbe es wirklich einen Unsterblichenberg Penglai, wie käme es, dass man nie von ihm hört? Diese Worte genügen, um die Tausend Jahre alte Verwirrung zu zerstreuen.
Penglaige Ji
世传蓬莱、方丈、瀛洲在海之中,岂□□□□其处,其□恍惚□异,多出方士之说,难□。登州所居之邑曰蓬莱,岂非秦、汉之君东游以□□迹,意神仙果可求也,蓬莱不得见,而空名其邑曰蓬莱,使后传以为惑。据方士三山之说,大抵草木鸟兽神怪之名,又言仙者宫□伟大,气序和平之状,餐其草木,则可以长生不死。长往之士,莫不欲到其境,而脱于无何有之乡。祭海而望,翕然注想物外,不惑其说者有矣。嘉祐辛丑,治邦逾年,而岁事不愆,风雨时若,春蓄秋获,五谷登成,民皆安堵。因思海德润泽为大,而神之有祠,俾遂新具庙,即其旧以构此阁,将为□人游览之所。层崖千仞,重溟万里,浮波涌金,扶桑日出,霁河横银,阴灵生月,烟浮雾横,碧山远列,沙浑潮落,白鹭交舞,游鱼浮上,钓歌和应。仰而望之,身□翔,俯而瞰之,足蹑鳌背。听览之间,恍不知神仙之蓬莱也,乃人世之蓬莱也。上德远被,恩涵如春,恍若致俗于仁寿之域,此治世之蓬莱也。后因名其阁曰蓬莱,盖志一时之事,意不知神仙之蓬莱也。
Die Welt überliefert, dass Penglai, Fangzhang und Yingzhou mitten im Meer liegen; wie […] ihre Stätte wäre — ihr […] verschwommenes […] Wunderliches geht größtenteils auf die Aussagen der fangshi zurück und ist schwer [zu glauben]. Der Kreis, in dem Dengzhou seinen Sitz hat, heißt Penglai — liegt das nicht daran, dass die Herrscher der Qin und Han ostwärts reisten, um […] Spuren [zu suchen], im Glauben, die Götter und Unsterblichen seien wahrhaft zu finden? Da sie Penglai nicht zu sehen bekamen, benannten sie diesen Kreis vergeblich Penglai, und die Nachwelt wurde dadurch in die Irre geführt. Der Lehre der fangshi von den drei Inseln zufolge handelt es sich größtenteils um Namen von Kräutern, Bäumen, Vögeln, Tieren und Wunderwesen; sie sagen auch, die Paläste der Unsterblichen seien […] großartig und die Luft friedvoll und mild; wer von ihren Kräutern und Bäumen esse, könne ewig leben und nicht sterben. Es gab keinen der weltentschwundenen Adepten, der nicht jenen Ort erreichen und sich in das Land des Nirgendwo-Nichts davonstehlen wollte. Wer dem Meer opferte und in die Ferne schaute, richtete einmütig seine Gedanken auf das Außerweltliche — und doch gab es solche, die sich von dieser Lehre nicht verwirren ließen. Im Jahr xinchou der Ära Jiayou hatte ich die Präfektur mehr als ein Jahr verwaltet; die Jahresgeschäfte blieben ohne Fehl, Wind und Regen kamen zur rechten Zeit, im Frühjahr wurde gespeichert, im Herbst geerntet, die fünf Körner reiften heran, und das Volk lebte in Ruhe. Da ich bedachte, dass des Meeres Güte in der Befeuchtung am größten ist und der Gott einen Schrein besitzt, ließ ich alsbald seinen Tempel erneuern und auf dem alten Grund diesen Pavillon errichten, der ein Ort des Ausflugs und der Beschau für [die] Menschen werden sollte. Geschichtete Felsen von tausend Klaftern, das Meer auf zehntausend Meilen; auf den treibenden Wogen quillt Gold empor, wenn über dem Fusang-Baum die Sonne aufgeht; der geklärte Himmelsstrom liegt wie Silber quer, wenn der Mond aus dem Geist der Dunkelheit hervortritt; Rauch schwebt und Nebel liegt quer, fern reihen sich die blauen Berge; der Sand trübt sich, wenn die Flut fällt; weiße Reiher tanzen einander zu, wandernde Fische steigen an die Oberfläche, und die Lieder der Fischer stimmen im Wechsel ein. Blickt man empor, [scheint] der Leib […] zu schweben; blickt man hinab, so treten die Füße auf den Rücken der Riesenschildkröte. Zwischen Lauschen und Schauen weiß man im Taumel nicht, ob dies das Penglai der Götter und Unsterblichen ist — es ist das Penglai der Menschenwelt. Die Tugend des Herrschers reicht weit, seine Gnade umfängt wie der Frühling; es ist, als brächte man die Welt in das Reich der Menschlichkeit und des langen Lebens — dies ist das Penglai einer Zeit guter Ordnung. Daher habe ich den Pavillon später Penglai genannt: um das Geschehen dieser einen Zeit aufzuzeichnen, nicht im Sinne des Penglai der Götter und Unsterblichen.
Zheng Kaiyang Zazhu
登、莱二郡突出于海,如人吐舌,东、南、北三面受敌,故设三营联络,每营当一面之寄。登州营所以控北海之险也,登、莱二卫并青州左卫俱隶焉。策应地方,语所,则有奇山、福山、中前、王徐前诸所;语寨,则有黄河口、刘家、汪解、宋芦、徐马停、皂河、马埠诸寨;语巡司则有杨家店、高山、孙𡵚镇、马亭镇、东良海口、柴胡、海仓、鱼儿铺、高家港诸司。三营各立把总二员总辖之。在海外则岛屿环抱,自东北崆峒、半洋,西抵长山、蓬莱、田横、沙门、鼍矶、三山、芙蓉、桑岛,错落盘踞,以为登州北门之护。过此而北,则辽阳矣。此天造地设之险也。然诸岛虽近登州,而居岛中以取鱼盐之利者,乃辽阳之编伍,非山东之戍卒也。叫呶跳梁,可畏而不可恃。故北海之滨,既有府治,复建备倭城于新河海口,以为屏翰,且有本营之建焉。沿海兵防,特重其责,非若他省但建水寨于岛屿,良有以也。夫岛屿既不设险,则海口所系匪轻。自营城东,若抹直石、落湾子、刘家汪、平畅、芦洋诸处,自营城西若西王庄、西山、栾家、孙家、海洋、山后八角、城后芝罘、莒岛诸处,皆可通番舶登突。严外户以绥堂阃,其本营典守之责乎!
Die beiden Kommandanturen Deng und Lai ragen ins Meer hinaus wie eine ausgestreckte Zunge; im Osten, Süden und Norden sind sie dem Feind auf drei Seiten ausgesetzt. Darum wurden drei miteinander verbundene Lager eingerichtet, deren jedes für eine Seite verantwortlich ist. Das Lager von Dengzhou dient dazu, die gefährliche Lage am Nördlichen Meer zu kontrollieren; ihm unterstehen die beiden Garden von Deng und Lai sowie die Linke Garde von Qingzhou. Zu den Orten, die es unterstützt, gehören die Wachposten Qishan, Fushan, Zhongqian und Wangxuqian; zu den Wehren die von Huanghekou, Liujia, Wangjie, Songlu, Xumating, Zaohe und Mabu; zu den Kontrollämtern die von Yangjiadian, Gaoshan, Suntuozhen, Matingzhen, der Meereseinfahrt Dongliang, Chaihu, Haicang, Yu’erpu und Gaojiagang. In jedem der drei Lager wurden je zwei Pelotonführer zur Gesamtkommandantur eingesetzt. Draußen auf dem Meer umschließen Inseln die Küste: von Kongtong und Banyang im Nordosten bis nach Changshan, Penglai, Tianheng, Shamen, Tuoji, Sanshan, Furong und Sangdao im Westen liegen sie verteilt und besetzt — sie bilden den Schutz des Nordtors von Dengzhou. Nördlich dahinter liegt schon Liaoyang. Dies ist eine von Himmel und Erde geschaffene Schlüsselstellung. Doch obwohl die Inseln Dengzhou nahe sind, sind es eingeschriebene Milizionäre aus Liaoyang, die auf den Inseln wohnen und den Nutzen von Fisch und Salz ziehen, keine Wachsoldaten aus Shandong. Sie lärmen und schlagen über die Stränge — sie sind zu fürchten, aber man kann sich nicht auf sie verlassen. Darum wurde am Ufer des Nördlichen Meeres, wo bereits der Präfektursitz liegt, an der Meereseinfahrt des Neuen Flusses außerdem die Festung zur Abwehr der japanischen Piraten erbaut, als Schutzschirm und Bollwerk, und dazu wurde dieses Lager errichtet. Der Verantwortung der Küstenverteidigung kommt hier besonderes Gewicht zu; es ist nicht so wie in anderen Provinzen, wo man lediglich Wasserwehren auf Inseln errichtet — das hat seinen guten Grund. Da die Inseln nicht befestigt sind, kommt den Meereseinfahrten keine geringe Bedeutung zu. Östlich des Lagers — Orte wie Mozhishi, Luowanzi, Liujiawang, Pingchang und Luyang — und westlich davon — Orte wie Xiwangzhuang, Xishan, Luanjia, Sunjia, Haiyang, Shanhou Bajiao und Chenghou Zhifu sowie die Insel Ju —: all dies sind Stellen, an denen fremde Schiffe anlanden und vordringen können. Das äußere Tor streng zu bewachen, um die Hallen und das Innere zu beruhigen — ist das nicht die Amts- und Wachtpflicht dieses Lagers?
Shandong Tongzhi
登州府城。水城二丈四尺,四门,门上有楼,池阔一丈四尺,深八尺。
Die Stadt der Präfektur Dengzhou. Die Mauer der Wasserstadt ist zwei Zhang und vier Chi hoch; sie hat vier Tore, und über den Toren stehen Türme; der Graben ist ein Zhang und vier Chi breit und acht Chi tief.
Zengxiu Dengzhou Fu Zhi
水城在城北,与大城相连,即宋之刀鱼寨。明洪武九年,设登州卫,置海船运辽东军需。指挥谢观以河口浅隘,奏议挑濬,绕以土城,北砌水门,引海入城,名新开口,南设关禁,以讥往来。后因备倭,立帅府于此,名备倭城。周三里许,高三丈五尺,厚一丈一尺,西北跨山,东南濒河,南一门曰振扬,楼铺共二十六。万历二十四年,总兵李承勋甃以砖石,增敌台三,知府徐应元复修之。崇祯十一年,知府陈钟盛,同知来临增修。国朝乾隆五十八年,知县安奎文请帑重修。道光二十年知县王文焘,同治元年知府常筠、知县周毓南、光绪元年知县郑锡鸿相继劝捐修葺。
Die Wasserstadt liegt nördlich der Stadt, mit der großen Stadt verbunden; sie ist das Daoyu-Wehr der Song. Im neunten Jahr der Ära Hongwu der Ming wurde die Garde von Dengzhou eingerichtet und Hochseeschiffe zum Transport von Militärbedarf nach Liaodong bereitgestellt. Der Kommandant Xie Guan legte, weil die Flussmündung flach und eng war, eine Eingabe über deren Ausbaggerung vor; man umgab den Hafen mit einer Erdfestung, mauerte im Norden ein Wassertor, um das Meer in die Stadt einzulassen — genannt die Neugeöffnete Einfahrt — und richtete im Süden eine Schrankensperre ein, um den Verkehr zu kontrollieren. Später wurde hier wegen der Abwehr der japanischen Piraten das Oberkommando errichtet, und sie hieß Beiwo-Festung. Ihr Umfang beträgt gut drei Li, die Höhe drei Zhang und fünf Chi, die Dicke ein Zhang und ein Chi; im Nordwesten überspannt sie den Berg, im Südosten grenzt sie an den Fluss. Das Südtor heißt Zhenyang; Türme und Wachbuden zählen zusammen sechsundzwanzig. Im vierundzwanzigsten Jahr der Ära Wanli ließ der Heerführer Li Chengxun sie mit Backstein und Stein verkleiden und drei Bastionen hinzufügen; der Präfekt Xu Yingyuan stellte sie abermals instand. Im elften Jahr der Ära Chongzhen führten der Präfekt Chen Zhongsheng und der Vizepräfekt Lai Lin Erweiterungen durch. Im achtundfünfzigsten Jahr der Ära Qianlong der gegenwärtigen Dynastie ersuchte der Kreisverwalter An Kuiwen um Mittel für ihre Erneuerung. Im zwanzigsten Jahr der Ära Daoguang war es der Kreisverwalter Wang Wentao, im ersten Jahr der Ära Tongzhi der Präfekt Chang Yun und der Kreisverwalter Zhou Yunan sowie im ersten Jahr der Ära Guangxu der Kreisverwalter Zheng Xihong, die nacheinander Spenden für Instandsetzungen sammelten.
Ming Shi
贼窜归登州,国臣等筑长围守之。城三面距山,一面距海,墙三十里而遥,东西俱抵海,分番戍,贼不能出,发大𪿫,官军多死伤。李九成出战相当。十一月,九成搏战,降者泄其谋。官军合击之,馘于阵,贼乃晓夜哭。贼渠魁五,九成、有德、有时、耿仲明、毛承禄也,及是杀其二。帝嘉解围功,进大典右副都御史,将吏升赏有差。是月,国奇卒,以襄代。攻围既久,贼粮绝,恃水城可走,不降。及王之富、祖宽夺其水门外护墙,贼大惧。六年二月中旬,有德先遁,载子女财帛出海。仲明以水城委副将王秉忠,己亦以单舸遁。官军遂入大城,攻水城未下。游击刘良佐献轰城策,匿人永福寺中,穴城置火药发之,城崩,官军入,贼退保蓬莱阁。大典招降,始释甲,俘千余人,获秉忠及伪将七十五人,自缢及投海死才不可胜计,贼尽平。
Die Rebellen flohen zurück nach Dengzhou; Guochen und andere errichteten eine lange Umwallung, um sie einzuschließen. Die Stadt wird auf drei Seiten von Bergen begrenzt, auf einer Seite vom Meer; die Wallmauer zog sich dreißig Li in die Ferne und stieß im Osten wie im Westen ans Meer. Die Wachen wechselten sich ab, sodass die Rebellen nicht hinauskonnten; feuerten sie ihre großen Geschütze ab, erlitt das kaiserliche Heer viele Tote und Verwundete. Li Jiucheng lieferte ihnen einen ausgeglichenen Kampf. Im elften Monat kämpfte Jiucheng in einer Feldschlacht, doch Überläufer verrieten seinen Plan. Das kaiserliche Heer schlug ihn vereint und köpfte ihn auf dem Schlachtfeld; darauf weinten die Rebellen Tag und Nacht. Der Rebellenführer gab es fünf: Jiucheng, Youde, Youshi, Geng Zhongming und Mao Chenglu; zu diesem Zeitpunkt waren zwei von ihnen getötet. Der Kaiser lobte das Verdienst der Entsetzung der Belagerung, beförderte Dadian zum Rechten Vizepräsidenten des Zensorats und gewährte den Offizieren und Beamten abgestufte Beförderungen und Belohnungen. In jenem Monat starb Guoqi, und Xiang trat an seine Stelle. Nachdem Angriff und Belagerung lange gewährt hatten, ging den Rebellen der Proviant aus, doch sie vertrauten darauf, über die Wasserstadt entkommen zu können, und kapitulierten nicht. Als Wang Zhifu und Zu Kuan den Schutzwall vor ihrem Wassertor eroberten, gerieten die Rebellen in große Furcht. Mitte des zweiten Monats des sechsten Jahres floh Youde zuerst, lud Kinder und Schätze auf und stach in See. Zhongming übergab die Wasserstadt dem stellvertretenden Befehlshaber Wang Bingzhong und floh selbst auf einem einzelnen Boot. Das kaiserliche Heer zog daraufhin in die große Stadt ein, doch der Angriff auf die Wasserstadt gelang zunächst nicht. Der Freischärler Liu Liangzuo legte einen Plan zur Beschießung der Stadt vor: Man verbarg sich im Yongfu-Tempel, grub einen Stollen unter die Mauer, legte Schießpulver und zündete es; die Mauer stürzte ein, das kaiserliche Heer drang ein, und die Rebellen zogen sich zurück und hielten den Penglai-Pavillon. Als Dadian zur Übergabe aufrief, legten sie erst die Rüstung ab; über tausend wurden gefangen genommen, darunter Bingzhong und fünfundsiebzig abtrünnige Offiziere; die Zahl derer, die sich erhängten oder ins Meer sprangen und starben, war nicht zu zählen — so wurden die Rebellen vollständig niedergeworfen.
Chongxiu Penglaige Ji
□按史,秦皇东游海上,登之罘,以冀与神仙遇。汉武时,燕、齐迂怪之士扼腕言海上有蓬莱、方丈、□□三神山之属,仙人可致。帝欣然庶几遇之,即其地望莱□。蓬莱阁之名,实昉此焉。说者曰:兹名也,侈心也。胡为乎沿之而以重修烦也。考郡乘,宋嘉祐□,守臣朱处约氏实创构之,谓上德远被,致俗仁寿,此治世之蓬莱也。语具农珉中。余览而旨之,叹曰:知言哉!古人一丘一壑,不凿登咏。矧是阁首踞丹崖,𫖯瞰□滨,千折之槛,三至之阶恍然出人。间世固城内一奇也。岛可无修在□□天海涵,寅宾日出,周波不扬,肃旗东来,□鸣氏之所宅,管敬仲之所官,升降不知凡几,于海王之国仅一瞬也,可以观世。风雨□冥之潮□万状,沙门□矶,牵竹之楼台闪忽,鱼龙犀□象罔之出没无常,安期美门,紫芝瑶草之若有若无。凭栏一睇,桐心骇目,斯诧□吊诡之间也。□以观变。尔乃观海摅襟,登高作赋,或明风干。爰□,或□物于□矢,或寓言于齐谐,或侈谈于□海,或□□□以见奇,或祷海市以志感,秀色雄乎涛声,□思巧于蜃气,可以观材。至若东扼岛夷,北控辽左,南通吴会,西翼燕云,艘运之所达,可以济咽喉;备倭之所据,可以崇保障。封豕靡所渔,长鲸罔敢吸,可以观要。抚时察变,度材修要,四者备,天下之大观矣。
[…] Der Chronik zufolge reiste der Kaiser Qin ostwärts an die Küste und bestieg den Berg Zhifu in der Hoffnung, Göttern und Unsterblichen zu begegnen. Zur Zeit des Kaisers Wu der Han schlugen sich krude und wunderliche Männer aus Yan und Qi vor Erregung auf die Handgelenke und erklärten, auf dem Meer lägen Penglai, Fangzhang […] und dergleichen drei Götterberge, und die Unsterblichen seien herbeizurufen. Der Kaiser freute sich in der Hoffnung, ihnen zu begegnen, und schaute von jenem Ort nach [dem Berg] Lai […]. Der Name des Penglai-Pavillons hat hiervon tatsächlich seinen Anfang genommen. Kritiker sagen: Dieser Name entspringt einem übertriebenen Sinn. Warum sollte man ihm folgen und sich mit einer Wiederherstellung bemühen? Der Prüfung der Kommandantur-Chronik zufolge war es in der Ära Jiayou der Song […] der Präfekt, Herr Zhu Chuyue, der ihn erstmals errichtete; er sagte, die Tugend des Herrschers reiche weit und bringe die Welt zu Menschlichkeit und langem Leben — dies sei das Penglai einer Zeit guter Ordnung. Diese Worte stehen ausführlich in jener Aufzeichnung. Als ich sie las und ihren Sinn erfasste, seufzte ich: Wie wissend diese Worte sind! Schon einen einzelnen Hügel, eine einzelne Schlucht besangen die Alten beim Emporsteigen. Um wie viel mehr dieser Pavillon: Er thront vorn auf der Zinnoberklippe und überblickt […] das Ufer; seine tausendfach gewundenen Geländer und die Stufen mit ihren drei Absätzen lassen den Menschen wie entrückt erscheinen. In dieser Welt ist er fürwahr ein Wunder innerhalb der Stadtmauern. [Wie könnte man sagen,] er könne ohne Erneuerung bleiben? […] Der Himmel umfasst das Meer; ehrfurchtsvoll empfängt man die aufgehende Sonne, die ringsum wogenden Wellen erheben sich nicht; feierlich zogen die Banner aus dem Osten heran — es ist die Wohnstatt des Geschlechts […]ming und das Amt des Guan Jingzhong; wie oft die Mächtigen hier auf- und niederstiegen, weiß man nicht — für das Reich des Meerkönigs nur ein Augenblick. Hier lässt sich die Welt betrachten. Bei Wind und Regen, in […] Düsternis, zeigt die Flut […] zehntausend Gestalten; bei Shamen und […]ji flackern die Terrassen und Türme von Qianniu und Dazhu auf; Drachenfische, Nashörner […] und Schattenbilder tauchen und verschwinden ohne Bestand; Anqi Sheng und Meister Xianmen, die Purpur-Zhi-Pilze und Jaspiskräuter scheinen bald da, bald nicht da zu sein. Lehnt man sich auf das Geländer und wirft einen einzigen Blick, werden Herz und Auge erschreckt — dies geschieht zwischen Staunen und Befremdlichkeit. […] So lassen sich die Wandlungen betrachten. Und nun: Wer das Meer schaut und seinen Busen ausschüttet, wer die Höhe ersteigt und ein fu verfasst, bald erhellt er […], bald […], bald erzählt er Gleichnisse nach Art des Qi Xie, bald schweift er in Reden über das […]-Meer aus, bald […], um das Wunderbare zu zeigen, bald betet er um eine Luftspiegelung, um seine Ergriffenheit zu verzeichnen; seine schöne Farbe ist mächtiger als das Tosen der Wogen, [sein] Sinn raffinierter als der Muschelhauch — so lassen sich die Talente betrachten. Und weiter: Im Osten hält er die Inselbarbaren im Zaum, im Norden kontrolliert er das Land östlich des Liao, im Süden verbindet er die Lande Wu und Kuaiji, im Westen flankiert er Yan und Yun; wohin die Frachtschiffe gelangen, lässt sich die Kehle passieren; wo die Piratenabwehr ihre Stellung hat, lässt sich der Schutz erhöhen. Das riesige Eber des Feindes findet nirgends, wo es gierig fischen könnte, der lange Wal wagt nicht einzuatmen — so lässt sich die strategische Bedeutung betrachten. Der Zeit zu entsprechen und den Wandel zu erkennen, die Talente zu ermessen und das Strategische zu pflegen — wenn diese vier vollzählig sind, ist dies das große Schauspiel des Reiches.
鸟可无修。语有之:台以察氛祲,节劳佚,微独于目观美也。盖古之仁人君子,遐思逖览,罔不在民。记超然台则起物外之想,登岳阳楼则勤先忧之思,宁独骋盻望,流光景为旷巳乎?若乃登兹阁者,纪网之臣肃其宪令,封疆之臣宣其慈惠,文学之臣藻其鞶悦,将帅之臣振其武略,俾物无疵厉,民无夭札,跻斯世而蓬莱之,庶几仁人君子之用心哉!无论世无神仙蓬莱,政使有之,以方我大明盛治,摹唐型周,海静风恬,真人天境界果何若也?抑方丈瀛洲,君子固掩日不欲道耶?然则是阁也,修于治世尤亟矣。余固曰:知言哉!宋臣也,卑卑秦汉,从臾者流,奚置喙焉。是役也,前□□□檄经始,稽费则公课百余𦈏,乡官成□□□□□□,预办材□左。会巡抚□东顾公海檄□□价壁,谕水□金,输运三年,财靡帑出,力靡民□□□□□□旧贯,什倍之□。阁入国朝,一修于永□间,□修于成化七年北,兹三修也。阁事竣,适不谷建节之初,郡吏具状守、巡以请,佥谓材美制巨,地胜名䢢,不可以不记也。于是乎记。
[Der Pavillon kann] nicht ohne Erneuerung bleiben. Es heißt: Eine Terrasse dient dazu, die Dünste und Unheilszeichen zu prüfen und Mühe und Erholung zu mäßigen — sie ist nicht bloß ein Schönes für das Auge. Die wohlwollenden Edlen des Altertums richteten ihre fernen Gedanken und weiten Blicke stets auf das Volk. Wer die Aufzeichnung über die Terrasse des Überschwebens verfasste, weckte Gedanken jenseits der Dinge; wer den Yueyang-Turm bestieg, übte eifrig den Sinn, sich vor allen anderen zu sorgen — war das nur ein Ausleben des Ausschauens, ein Fließenlassen von Licht und Zeit zum Zwecke der Weite? Wenn nun einer diesen Pavillon besteigt: Der Beamte der Ordnung halte seine Gesetze in Ehren, der Beamte der Grenzmark verkünde seine Milde und Huld, der Beamte der Literatur schmücke seine Zier und Freude, der Offizier und Feldherr stärke seinen kriegerischen Plan — sodass die Dinge ohne Gebrechen und Plage sind, das Volk ohne frühen Tod und Seuche bleibt, und man diese Welt zu einem Penglai erhebt: Das ist wohl der Sinn der wohlwollenden Edlen! Ganz abgesehen davon, dass es in der Welt kein Penglai der Götter und Unsterblichen gibt — selbst wenn es eines gäbe: verglichen mit der glänzenden Ordnung unserer Großen Ming, die der Tang nachzeichnet und der Zhou als Vorbild nimmt, bei stillem Meer und friedlichem Wind — wie sollte das Himmelsreich der Wahren Menschen wohl dagegen bestehen? Oder wollen die Edlen Fangzhang und Yingzhou vielleicht gerade vor der Sonne verhüllt wissen und nicht davon sprechen? So ist denn die Erneuerung dieses Pavillons in einer Welt guter Ordnung umso dringlicher. Ich habe ja gesagt: Wie wissend diese Worte sind! Jener Beamte der Song hielt die Qin und Han für gering; und die Schmeichler, die jene Kaiser zu solchen Suchen drängten — was hätten sie dazu einzuwenden? Dieses Unternehmen: Zuvor […] wurde per Befehlsschreiben der Anfang gesetzt; die Kostenrechnung ergab etwas über hundert […] aus öffentlichen Abgaben; die Amtsbeamten der Gemeinden […]; das Baumaterial wurde vorab beschafft […]. Zufällig sandte der Statthalter, Herr Gu […] aus dem Osten, eine Weisung […] und ordnete Gelder […] an; drei Jahre lang wurden die Güter angeliefert, ohne dass Geld aus der Staatskasse ausgegeben oder Kraft dem Volk entzogen worden wäre […]; den alten Bestand um das Zehnfache […]. Seit der Pavillon in die gegenwärtige Dynastie übergegangen ist, wurde er einmal während der Ära Yong[le] erneuert, […] im siebten Jahr der Ära Chenghua, und dies ist die dritte Erneuerung. Als die Arbeiten am Pavillon vollendet waren, traf es sich mit dem Beginn meiner Erhebung zum Befehlshaber; die Beamten der Präfektur legten den Sachverhalt dar und baten den Verteidigungs- und den Inspektionsbeamten darum, und alle meinten, bei so schönem Material und so gewaltigem Maßstab, so überragender Lage und so bedeutendem Namen dürfe dies nicht unaufgezeichnet bleiben. Und so habe ich diese Aufzeichnung verfasst.
Haijingting Ji
登州临观之胜,曰蓬莱阁,枕丹崖,俯沧海,士大夫燕游歌咏,必于是焉在。樽酒未终,云物百变,然长山诸岛逼出其左,若得海之一隅。阁下四壁皆石刻,多世俗所□。蓬莱八景,殊少善本。苏文忠巂书海市歌,字剥落,类刓削者几煎人。碑刻名迹,吏多微榻□本,不予其直,民怨其病已也,而毁之,如此者甚众,是□惜也。右折而下,为海潮庵,庵左侧有亭皎然,轩楹□厂,盖先朝台使者阅水师处。今武备不讲久矣。把酒凭栏,左右洲岛参差,至此则一碧万里,无复织芥。风微日霁,波平如熨,上可以凭虚御风,与三山十洲相往来,而下可以接鲛宫蜃市于几席间也。丁酉夏四月十有四日,予夜宿亭畔,水月空明,毛发可数,书其上曰海镜。明年再至,则郡丞马君扫除丹雘,登望潇洒,留连不能去。事固有名微而实胜,居卑而视广者,有类于是。后之好事者,其毋务崇其观,礼其垣,以废吾亭,乃龙石而记之。
Der schönste Aussichtspunkt von Dengzhou ist der Penglai-Pavillon: Er lehnt sich an die Zinnoberklippe und blickt auf das graue Meer; wenn Literaten und Beamte sich bei Wein ergehen und Gedichte singen, geschieht es stets hier. Ehe der Becher geleert ist, wandeln sich Wolken und Landschaft hundertfach; doch die Inseln Changshan und die übrigen drängen sich dicht an seine linke Seite, als gewönne man nur einen Winkel des Meeres. Die vier Wände unter dem Pavillon sind voll von Steininschriften, doch die meisten sind weltlich und […]. Von den Acht Ansichten von Penglai gibt es nur wenig gute Vorlagen. Das vom verstorbenen Su Wenzhong in großer Schrift geschriebene Lied von der Luftspiegelung — seine Zeichen sind abgeblättert, als wären sie abgeschabt, beinahe zum Verzweifeln. Von den berühmten Steleninschriften nehmen die Amtsschreiber oft heimlich Abklatsche […], ohne den Preis dafür zu zahlen; das Volk beklagte dies als Übel und zerstörte die Steine — sehr viele sind so zugrunde gegangen, was […] zu bedauern ist. Biegt man rechts ab und steigt hinab, kommt man zur Haichao-Klause; links neben der Klause steht ein heller Pavillon, mit Säulen und […] Vorbau — hier muss in der früheren Dynastie der Inspektionsgesandte die Flotte gemustert haben. Heute ist die Kriegsbereitschaft schon lange nicht mehr gepflegt worden. Den Becher in der Hand, am Geländer lehnend: links und rechts reihen sich die Inseln und Sandbänke in wechselnder Höhe, und ab hier ist es ein einziges Grün auf zehntausend Meilen, ohne die geringste Störung. Bei leichtem Wind und geklärtem Sonnenschein liegt die Woge glatt wie gebügelt; oben kann man sich an die Leere lehnen und den Wind reiten und mit den Drei Inseln und den Zehn Kontinenten verkehren, und unten kann man zwischen Tisch und Matte die Paläste der Meermenschen und die Muschelturm-Märkte erreichen. Am vierzehnten Tag des vierten Monats im Sommer des Jahres dingyou übernachtete ich neben dem Pavillon; Wasser und Mond waren leer und hell, sodass man Härchen hätte zählen können, und ich schrieb über ihm den Namen Haijing („Meeresspiegel“). Als ich im folgenden Jahr wiederkam, hatte der Vizepräfekt, Herr Ma, die Stätte gefegt und mit Zinnoberrot frisch bemalt; der Aufstieg und der Ausblick waren heiter und frei, und ich verweilte und konnte mich nicht lösen. Gewiss gibt es Dinge, deren Name gering ist, deren Wirklichkeit aber übertrifft, deren Lage niedrig, deren Blick aber weit — der Pavillon gehört zu dieser Art. Mögen die Liebhaber nach mir nicht danach streben, die Aussicht zu erhöhen und die Mauern in Ehren zu halten, um meinen Pavillon dadurch verfallen zu lassen. So ließ ich dies in den Stein gravieren, um es aufzuzeichnen.
Gujin Tushu Jicheng · Zhifang Dian
登镇标水师营,原系登州水营,顺治十八年设守备一员,千总一员,左哨把总一员,右哨把总一员,驻札登州水城并分防水城东西海口墩台,其东至宁海州交界,西至莱州府交界,拨把总带领兵丁轮流分防。
Das Marinebataillon des Dengzhou-Garnisonsbanners war ursprünglich das Wasserlager von Dengzhou. Im achtzehnten Jahr der Ära Shunzhi wurden ein Garnisonskommandant (shoubei), ein Kompanieführer (qianzong), ein Pelotonführer (bazong) der linken Wache und ein Pelotonführer der rechten Wache eingesetzt, stationiert in der Wasserstadt Dengzhou; außerdem bewachten sie abwechselnd die Signaltürme an den östlichen und westlichen Meereseinfahrten der Wasserstadt. Ihr Bereich reichte im Osten bis zur Grenze der Präfektur Ninghai und im Westen bis zur Grenze der Präfektur Laizhou; ein Pelotonführer wurde abgestellt, um die Soldaten im Wechsel zu den Wachabschnitten zu führen.
登州滨海而郡有山蜿蜒分脉,泰宗来自东南,崒〼海岸作镇城北,前人构阁其上,榜曰蓬莱,夫蓬莱境界号称仙居,其说见于山经水注所记载骚士韵客所托兴,不一而足,而是阁之构乃以是名,其有慕而为之耶。抑将以形破影,以迹蹈空,使登是阁者悟蓬莱,亦如是阁不必更从阁外觅蓬莱耶。予以丙子秋奉命守登,初一登临,见荒烟蔓草颓垣裂瓦,满目萧条,感极而悲,盖以崇祯五年燹于兵故也。及考诸舆志则登为古嵎夷地,寅宾出日于是乎,在而西北有田公寨,是固五百义士所慷慨发愤不为汉臣者也。北折而南则有之罘岛、文登山、不夜城、系马台,是固秦皇汉武所巡幸驻跸,祷祀祈求希望长生而不可得者也。极目浩渺,浮波隐见,则有皇城岛、鼍矶诸峦峙其间,太宗渡辽之绩,仁贵天山之功,流传约略犹有可论述者,然则登虽小郡,实南北关钥,自昔圣帝明王英雄豪杰之所式化驰骛之区也,乌睹所谓瑶花琪树,玉阙金楹之胜,概安期子晋王乔叶善之,往来而号曰蓬莱也哉,虽然世外蓬莱有与无不必论,而解脱缰锁,涤除烦苛以自心蓬莱造斯世蓬莱,其得失可还商也。我明太祖肇造,区夏薄海内外,靡非臣妾列圣相承,重熙累洽民生三百年来不见兵革,鸡犬桑麻嬉游歌舞声影闻望迄于四境,前后长兹土者或公慈而廉明,或易直而子谅,政无虎猛,俗鲜鸿哀,所称至治之世,纳兆庶于春台,其在斯时乎,使世外果有蓬莱,其优游自得与物无竞之景当亦如是,已耳无何乱起刊湮荡析之惨,仳离怨旷之气通于城野,而曩之所谓鸡犬桑麻嬉游歌舞声影闻望迄于四境者盖已不可复识矣,予抵登之年,竭蹶砥砺,积粟储器,以戒不虞,幸而鲸波载息,蛟穴爰清,虽不敢谓学道爱人遽臻上理,而生聚教训固守土者之责也,其荡析仳离之景行且一转而曩,昔嬉游歌舞之乐不且再见欤,其纳兆庶于春台,使之优游自得也,即以环登为蓬莱亦可耳,至若流连景会随物悲喜,写骚情于毫端,抒逸兴于赋底,则善乎范希文之言曰:君子先天下之忧而忧,后天下之乐而乐。虽是阁之中风潮月汐,雾彩星碁,一日之内晦暝异态,可娱宴而匪所思存也。时因葺治城垣修建,海神天妃诸庙以为国祝,厘为民祈祷,用纪其事,与予之意以告登众,以贻后来有如此者。
Dengzhou liegt am Meer, und die Kommandantur hat einen Berg, der sich gewunden als Seitenast dahinzieht; vom Taizong-Massiv kommt er aus dem Südosten, erhebt sich steil an der Seeküste und bildet den Schutzberg nördlich der Stadt. Frühere Generationen errichteten auf ihm einen Pavillon und schrieben auf die Tafel den Namen Penglai. Nun wird das Land Penglai als Wohnsitz der Unsterblichen bezeichnet; diese Vorstellung findet sich in den Aufzeichnungen der Berg- und Gewässerklassiker, und die Stimmungen, die Dichter und Versekünstler darauf gründeten, sind nicht zu zählen. Dass dieser Pavillon bei seiner Errichtung diesen Namen erhielt — geschah das aus Sehnsucht nach jener Welt? Oder sollte die Form den Schatten brechen, die Spur ins Leere treten, damit, wer diesen Pavillon besteigt, erkennt: Penglai ist wie dieser Pavillon, und man braucht es nicht mehr außerhalb des Pavillons zu suchen? Als ich im Herbst des Jahres bingzi den Befehl erhielt, Deng zu verwahren, stieg ich zum ersten Mal hinauf und sah verwilderten Rauch, rankendes Gras, eingestürzte Mauern und geborstene Ziegel, wohin das Auge reichte, nichts als Trostlosigkeit; ich war zutiefst bewegt und traurig, denn es lag daran, dass die Stadt im fünften Jahr der Ära Chongzhen durch Krieg in Brand gesteckt worden war. Bei der Prüfung der Ortschroniken fand ich: Deng ist das alte Land der Yuyi, wo man ehrfurchtsvoll die aufgehende Sonne empfängt; im Nordwesten liegt die Wehr des Fürsten Tian, wo sich einst die fünfhundert treuen Männer ergrimmten und empörten und keine Beamten der Han werden wollten. Biegt man nach Norden um und wendet sich südwärts, so liegen dort die Insel Zhifu, der Berg Wendeng, die Stadt Buye und die Terrasse Xima — Stätten, wo einst der Kaiser Qin und der Kaiser Wu der Han auf ihren Inspektionsreisen weilten und lagerten, beteten und opferten und auf ewiges Leben hofften, ohne es zu erlangen. Schaut man ins weite Grenzenlose, so tauchen und verschwinden zwischen den Wogen die Insel Huangcheng, die Höhen von Tuoji und andere Gipfel; die Taten des Kaisers Taizong beim Übergang über den Liao und die Verdienste von Rengui am Tianshan sind noch in groben Zügen überliefert und lassen sich erörtern. So ist Deng zwar eine kleine Kommandantur, doch in Wahrheit Schloss und Riegel zwischen Nord und Süd, seit je das Gebiet, in das heilige Kaiser und erleuchtete Könige, Helden und Tapfere ihre Ordnung trugen und ihre Rosse jagten — wie sollte man hier die sogenannten Prachtbauten von Jaspisblüten und Edelsteinbäumen, von Jadeportalen und Goldsäulen erblicken, in denen etwa Anqi Sheng, Zijin, Wang Qiao und Ye Shanzhi verkehrten und die man Penglai nannte? Gleichwohl: Ob es ein Penglai jenseits der Welt gibt oder nicht, darüber braucht man nicht zu streiten; doch sich von Halfter und Fessel zu lösen und Drangsal und Härte abzuwaschen, um mit dem Penglai des eigenen Herzens ein Penglai in dieser Welt zu schaffen — über dessen Gewinn und Verlust lässt sich noch beraten. Als der Erste Kaiser unserer Ming das Reich begründete, gab es in den Landen der Xia, überall innerhalb und außerhalb der Meere, niemanden, der nicht Untertan und Diener war; die aufeinanderfolgenden erleuchteten Kaiser erbten einander in vielfachem Glanz und aufgehäufter Harmonie, und das Leben des Volkes sah dreihundert Jahre keine Waffen und Rüstungen; Hühner und Hunde, Maulbeerbäume und Hanf, spielende Wanderer, Gesang und Tanz, Klang und Gestalt, Ruf und Ruhm reichten bis zu den vier Grenzen. Diejenigen, die vorher und nachher dieses Land verwalteten, waren bald gerecht und gütig, lauter und aufgeklärt, bald schlicht und aufrichtig, kindlich und nachsichtig; die Regierung kannte keine Tigerwildheit, die Sitten selten das Jammern der Wildgänse der Heimatlosen. Was man eine Zeit vollkommener Ordnung nennt, die unzähligen Menschen auf die Frühlingsterrasse zu bringen — das geschah wohl in jener Zeit. Gäbe es wirklich ein Penglai jenseits der Welt, sein Bild müßigen Behagens und des Wettstreitlosen mit den Dingen müsste wohl ebenso sein. Doch alsbald, ohne dass viel Zeit verging, erhob sich das Chaos; das Elend von Auslöschung und Zersplitterung, die Bitterkeit der Getrennten und die Klage der Vereinsamten durchzogen Stadt und Land, und von jenem einstigen Bild der Hühner und Hunde, der Maulbeerbäume und des Hanfs, der spielenden Wanderer, des Gesangs und Tanzes, das bis zu den vier Grenzen reichte, war nichts mehr wiederzuerkennen. In dem Jahr, als ich in Deng ankam, strengte ich mich mit letzter Kraft an und wetzte die Klingen, häufte Getreide und lagerte Gerät, um dem Unerwarteten vorzubeugen; glücklicherweise legten sich die Walwogen, und die Drachenhöhlen wurden gereinigt. Obwohl ich nicht zu behaupten wage, dass ich durch das Lernen des Weges und die Liebe zum Volk sogleich die höchste Ordnung erreicht habe, so sind doch das Mehren und Sammeln des Volkes und das Belehren und Erziehen die Pflicht dessen, der sein Amtgebiet festhält. Das Bild der Zersplitterung und Trennung wird sich bald umwenden und der Vergangenheit angehören, und die einstige Freude der spielenden Wanderer und des Gesangs und Tanzes — wird sie sich nicht wieder zeigen? Die unzähligen Menschen auf die Frühlingsterrasse zu bringen und ihnen müßiges Behagen zu geben — dabei kann man auch die Umgebung von Deng selbst zum Penglai machen. Was das Verweilen bei schönen Anlässen, das Trauern und Frohlocken mit den Dingen, das Schreiben von Dichtergefühlen mit der Pinselspitze und das Ausschütten erhabener Stimmung auf dem Grunde des fu angeht, so trifft es das schöne Wort Fan Xiwens: „Der Edle sorgt sich vor den Sorgen der Welt und freut sich nach den Freuden der Welt.“ Obwohl in diesem Pavillon Windfluten und Mondgezeiten, Nebelfarben und das Sternenbrett innerhalb eines einzigen Tages bald dunkel, bald dämmernd ihre Gestalt wechseln und ein Gelage erfreuen mögen — das ist nicht, worauf mein Sinn ruht. Da ich zurzeit die Stadtmauer instand setze und die Tempel des Meeresgottes, der Himmelsgemahlin und anderer erneuere, um für das Reich zu beten und Segen für das Volk zu erflehen, habe ich diese Angelegenheit aufgezeichnet und meine Gedanken dazu niedergelegt, um sie den Menschen von Deng mitzuteilen und der Nachwelt zu hinterlassen, damit es so sei.
Xiao Canglang Bitan
蓬莱阁在登州水城上几席之外海天万里沙门诸岛浮青数痕耳予两至此皆天气晴朗风清日丽绝未见所谓海市者故余有句云天能包括鲸波静日有光辉蜃气销余考史书地志山东沼海州县多有海市唐以前绝无海市之说凡史记所称秦始皇见仙人之地皆今有海市之地一一相合然则方士所以惑始皇者皆是物耳
Der Penglai-Pavillon liegt oberhalb der Wasserstadt Dengzhou; nur ein paar Sitzmatten weiter dehnen sich Meer und Himmel auf zehntausend Meilen, und die Inseln Shamen und die übrigen sind nur ein paar schwimmende grüne Striche. Ich war zweimal hier, und beide Male war das Wetter klar, der Wind frisch und die Sonne schön — die sogenannte Luftspiegelung habe ich nie gesehen. Darum habe ich die Verse: „Der Himmel kann alles umschließen, die Walwogen ruhen still; die Sonne hat ihren Glanz, der Muschelhauch schwindet dahin.“ Bei meiner Prüfung der Geschichts- und Geographiewerke stellte ich fest: In den Kreisen und Präfekturen entlang der Küste von Shandong gibt es viele Luftspiegelungen; vor der Tang-Zeit gab es durchaus keine Rede von Luftspiegelungen. Alle Orte, von denen die Aufzeichnungen des Shiji sagen, der Erste Kaiser der Qin habe dort Unsterbliche gesehen, stimmen eins zu eins mit den Orten überein, an denen es heute Luftspiegelungen gibt. Daraus folgt: Das, womit die fangshi den Ersten Kaiser täuschten, war nichts anderes als dieses Phänomen.
Historische Fotografien
1903
Das in den Britischen Nationalarchiven aufbewahrte Album Shantung and Kiaochou: Photographs of a Tour in 1903 bewahrt zwei alte Ansichten von Penglai. Die erste fotografiert vom Wasser aus den Penglai-Pavillon, die Stadtmauer und die Boote auf dem Danya-Berg; die zweite blickt aus Richtung des Penglai-Pavillons auf die Wasserstadt, den Hafen und die Stadt Dengzhou hinab. Die Bilder wurden mit Genehmigung der Britischen Nationalarchive in das Projekt „Historical Photographs of China“ der Universität Bristol aufgenommen.
1906–1907
Eine Serie von Negativen, die G. Warren Swire 1906 bis 1907 in der Wasserstadt Dengzhou aufnahm, wird heute in der Abteilung Archive und Sonderbestände der School of Oriental and African Studies der Universität London verwahrt und vom Projekt „Historical Photographs of China“ der Universität Bristol veröffentlicht; die Bildrechte liegen bei John Swire & Sons Ltd. Die vier Aufnahmen dokumentieren das Meerestor der Wasserstadt mit Booten, die Bresche in der Stadtmauer und die Baugruppe auf dem Danya-Berg, die Dächer innerhalb der Stadt und das Hafenbecken sowie das Hafenbecken, die Boote und die innere Mauer der Wasserstadt. Derselbe Bestand enthält zwei weitere Negative mit dem Titel „Temple at Tengchow“: eines zeigt von vorn die Bebauung der Hofanlagen, das andere fotografiert dicht an der Seeseite die Pavillons mit Doppeltraufen, Geländer und Mauerwerk.
1928
Der Fotograf Jiang Weizhou vom Fotostudio Wuhua in der Oststraße von Penglai fotografierte am sechzehnten Tag des ersten Monats des Jahres 1928 das Tempelfest im Tianhou-Palast des Penglai-Pavillons. Das Foto hält die damalige Baugruppe auf dem Danya-Berg, die Hofmauern, den Bergpfad und die zum Fest strömende Menschenmenge fest; Jiang Yanli, die Enkelin Jiang Weizhous, erläutert in „Hallo, alte Zeit | Die Jahrhundert übergreifende Licht- und Schattengeschichte dreier Generationen mit dem Penglai-Pavillon“, dass die Glasplatte dieses Fotos bis heute erhalten ist.
Literatur
- Qu Lianfu und Luo Shiheng, „Der Wandel des Hafengebiets des alten Hafens von Dengzhou“, ursprünglich erschienen in Alte Schiffe von Penglai und der alte Hafen von Dengzhou, Verlag der Dalian-Hochschule für Seeschifffahrt, 1989.
- Xie Ruijie, „Vortragsprotokoll | Dang Baohai: Archäologische Fragen in der Erforschung der Verkehrsgeschichte der Yuan-Zeit“, Schule für Archäologie und Museologie der Universität Peking, 2025.