Fengxue-Tempel

Der Fengxue-Tempel liegt am Berg Fengxue nordöstlich von Ruzhou, dem früheren Kreis Linru, in Henan. Auch Baiyun- und Qianfeng-Tempel genannt, war er bereits in der Tang-Zeit Wirkungsort des Meisters Zhen; dessen Pagodeninschrift stammt aus der Kaiyuan-Ära. Während der Fünf Dynastien belebte Yanzhao das verlassene Kloster als Zentrum der Linji-Schule neu. Erhalten sind die Pagode des Siebten Patriarchen der Tang, die Mittlere Buddhahalle der Jin und die Vairocana-Halle der Ming. Der unter den Nördlichen Song gegründete Glockenpavillon wurde mehrfach erneuert und bewahrt eine Eisenglocke von 1125. 1988 wurden Tempel und Pagodenfriedhof in die dritte Liste der national geschützten Kulturdenkmäler aufgenommen. Der Beitrag versammelt historische Originaltexte aus den Aufzeichnungen vom Traumbach, dem Kompendium der fünf Lampen, dem Grundriss der Buddhas und Patriarchen, den Aufzeichnungen über Inschriften der Zentralebene, der Gesamtchronik von Henan und der Fortsetzung der Chronik von Fengxue.

Perioden
Tang-Dynastie
Regionen
Henan
Ort
Ruzhou, Henan, China
Gesamtansicht des Fengxue-Tempels um 1979, Qi Dalin
Gesamtansicht des Fengxue-Tempels um 1979, Qi Dalin

Einführung

Der Fengxue-Tempel ist ein buddhistisches Kloster am Hang des Berges Fengxue nordöstlich von Ruzhou in Henan. Er heißt auch Baiyun- oder Qianfeng-Tempel[1]. Seine Gründung wird unterschiedlich datiert: Ming-Inschriften führen sie auf die Nördlichen Wei zurück, andere Texte nennen die Sui- oder Tang-Zeit. Unter den Tang lebte Meister Zhen auf dem Berg; 738, im 26. Jahr Kaiyuan, wurde seine Pagodeninschrift errichtet. Während der Fünf Dynastien zerstreute eine Hungersnot die Mönchsgemeinschaft. Buddhabilder, Glocken und Trommeln blieben mit wenigen Strohhütten am Berghang zurück.

931, im zweiten Jahr Changxing der Späteren Tang, kam Chan-Meister Yanzhao nach Ruzhou. Ein Bauer erklärte ihm, die Hütten gehörten zum alten Fengxue-Tempel. Auf seine Frage, ob er bleiben dürfe, willigte der Bauer ein. Sieben Jahre lebte er allein, bettelte tagsüber in den Dörfern und verbrannte nachts Kiefernharz als Lichtquelle. Später baten Beamte, Mönche und Stadtbewohner ihn um öffentliche Unterweisung. Als Kämpfe ausbrachen, floh er mit der Gemeinschaft nach Yingzhou.

Nach Ende der Unruhen stiftete ein als Großpräzeptor Song bekannter Mann aus Ruzhou sein Wohnhaus als Kloster und lud Yanzhao zur Rückkehr als Abt ein. 951, im ersten Jahr Guangshun der Späteren Zhou, verlieh der Hof diesem neuen Kloster den Namen Guanghui. Yanzhao leitete es zweiundzwanzig Jahre, meist mit mehr als hundert Mönchen. Das Kompendium der fünf Lampen bezeichnet es als neues Kloster und unterscheidet es so vom alten Bergtempel seines früheren Aufenthalts.

1125, im siebten Jahr Xuanhe der Nördlichen Song, entstand zwischen Hallen und Galerien ein Glockenpavillon; im selben Jahr wurde eine große Eisenglocke gegossen. Die Mittlere Buddhahalle aus der Jin-Zeit steht innerhalb des Tempels vor der Vairocana-Halle. Der Holzbau ist drei Joche breit und ebenso tief; sein Dach hat eine Traufebene und graue Röhrenziegel.

Unter den Yuan entstanden ringsum Gedächtnispagoden für bedeutende Mönche. 1280, im 17. Jahr Zhiyuan, wurde im Oberen Pagodenfriedhof die Pagode des Meisters Songqi Hui errichtet. Ihr sechseckiger, viergeschossiger Ziegelbau ahmt einen Holzturm nach. Unter jeder Traufe bilden Ziegelreliefs Holzbauteile nach; unten erscheinen Türen, Fenster und geometrische Gitter. 1342, im zweiten Jahr Zhizheng, wurde im Unteren Pagodenfriedhof die Pagode des Meisters Zhao erneuert, zum Gedenken an Yanzhao und seine Lehrtätigkeit im Bergkloster.

1475, im elften Jahr Chenghua der Ming, war die alte Vairocana-Halle verfallen. Abt Yuanzheng begann mit seinen Schülern den Neubau, starb jedoch vor dessen Abschluss. Qingxiu, sein Lehrer Manwei und der Mönch Qingliu führten die Arbeiten weiter; der Mönch Jingshu und andere sammelten mit örtlichen Ältesten wie Wang Fushan Spenden. Erst 1507, im zweiten Jahr Zhengde, war die Halle fertig, zweiunddreißig Jahre nach Baubeginn. Vor dem früheren Lehrsaal des Konfuzianers Li Xing erhob sich nun eine hohe, weiträumige Halle mit dem Namen Vairocana und sechs sitzenden und stehenden Figuren. Schüler und Enkelschüler hatten Yuanzhengs Vorhaben vollendet.

Die Mönche baten Li Xing, der einst im Tempel gelehrt hatte, um einen Bericht. Sheng Rui, Sohn seines Prüfungskollegen[2], schrieb ihm; Qingxiu legte zweimal hundert li zurück, um die Bitte zu bekräftigen. 1509, im vierten Jahr Zhengde, verfasste Li den Bericht über die Vairocana-Halle und würdigte das über drei Lehrergenerationen gewachsene Werk. Er lobte die Mönche dafür, weder nachlässig noch auf schnellen Erfolg bedacht zu sein, sondern über Jahrzehnte den Wunsch ihrer Vorgänger zu erfüllen. Das erinnerte ihn an Konfuzianer, die für sich die Weisen lasen und sich verständig glaubten, im Amt jedoch weder Entschlossenheit noch Ausdauer zeigten und miteinander nur kurzfristige Vorteile besprachen. Er hielt die Leistung der Mönche fest und schämte sich zugleich, wie schwer seine eigene Lehre praktisch zu verwirklichen war. Er schloss damit, den Pinsel niederzulegen und dreimal zu seufzen.

Pagode des Siebten Patriarchen, Mittlere Buddhahalle und Vairocana-Halle sind im Tempel erhalten. Der später beschädigte und erneuerte Glockenpavillon trägt weiterhin die Eisenglocke von 1125; die Friedhöfe bewahren Gedächtnispagoden der Yuan-Zeit.

Historische Quellen

Aufzeichnungen vom Traumbach

解州盐泽之南,秋夏间多大风,谓之盐南风。其势发屋拔木,几欲动地。然东与南皆不过中条,西不过席张铺,北不过鸣条,纵广止于数十里之间。解盐不得,此风不冰。盖大卤之气相感,莫知其然也。又汝南亦多大风,虽不及盐南之厉,然亦甚于他处,不知缘何如此。或云:自城北风穴山中出,今所谓风穴者已夷矣,而汝南自若,了知非有穴也。方谚云:汝州风,许州葱。其来素矣。

Südlich des Salzsees von Jiezhou weht im Sommer und Herbst häufig ein heftiger Wind, der Salzsüdwind. Er deckt Häuser ab, entwurzelt Bäume und scheint die Erde zu erschüttern. Doch überschreitet er nach Osten und Süden nicht Zhongtiao, nach Westen nicht Xizhangpu, nach Norden nicht Mingtiao: nur einige Dutzend li umfasst sein Gebiet. Ohne ihn kristallisiert das Salz von Jie nicht. Vielleicht wirken die Ausdünstungen des Salzsumpfes zusammen; niemand kennt den Grund. Auch Runan hat ungewöhnlich starke Winde, schwächer als dort, doch stärker als anderswo. Manche sagen, sie kämen aus dem Berg Fengxue nördlich der Stadt. Die sogenannte Windhöhle ist jedoch eingeebnet, der Wind unverändert: Also liegt es nicht an einer Höhle. Das Sprichwort „Ruzhous Wind, Xuzhous Frühlingszwiebeln“ besteht seit langem.

《梦溪笔谈》 (Aufzeichnungen vom Traumbach), Buch 24, „Vermischtes I“; Shen Kuo, Nördliche Song; Yanjin-Ausgabe von Shen Jingkai, 1602

Kompendium der fünf Lampen

汝州风穴延沼禅师,余杭刘氏子。幼不茹荤,习儒典,应进士,一举不遂,乃出家,依本州开元寺智恭披削受具,习天台止观。年二十五,谒镜清。清问:近离甚处?师曰:自离东来。清曰:还过小江也无?师曰:大舸独飘空,小江无可济。清曰:镜水秦山,鸟飞不度子,莫道听途言。师曰:沧𬈑尚怯艨䑳势,列汉飞帆渡五湖。清竖拂子曰:争柰这个何?师曰:这个是甚么?清曰:果然不识。师曰:出没卷舒,与师同用。清曰:杓卜听虚声,熟睡饶𬤛语。师曰:泽广藏山,理能伏豹。清曰:舍罪放愆,速须出去。师曰:出去即失。便出。到法堂,乃曰:夫行脚人,因缘未尽其善,不可便休去。却回曰:某甲适来辄陈小𫘤,冒渎尊颜,伏蒙慈悲,未赐罪责。清曰:适来言从东来,岂不是翠岩来?师曰:雪窦亲栖宝盖东。清曰:不逐忘羊狂解息,却来这里念篇章。师曰:路逄剑客须呈剑,不是诗人莫献诗。清曰:诗速秘却,略借剑看。师曰:𭾡首甑人携剑去。清曰:不独触风化,亦自显颟顸。师曰:若不触风化,争明古佛心。清曰:如何是古佛心?师曰:再许允容,师今何有?清曰:东来衲子,菽麦不分,秪闻不已而已,何得抑己而己?师曰:巨浪涌千寻,澄波不离水。清曰:一句截流,万机寝削。师便礼拜。清曰:衲子俊哉!衲子俊哉!

Chan-Meister Yanzhao von Fengxue in Ruzhou stammte aus der Familie Liu in Yuhang. Als Kind aß er kein Fleisch, studierte konfuzianische Schriften, scheiterte einmal an der Jinshi-Prüfung und wurde Mönch. Zhigong vom örtlichen Kaiyuan-Tempel ordinierte ihn; er lernte Tiantai-Meditation. Mit fünfundzwanzig besuchte er Jingqing. Dieser fragte nach seiner Herkunft. „Aus dem Osten.“ „Hast du den kleinen Fluss überquert?“ „Ein großes Schiff treibt allein im Leeren; kein kleiner Fluss ist zu überqueren.“ Jingqing warnte, Spiegelwasser und Qin-Berge seien selbst Vögeln unzugänglich: kein Hörensagen! Der Meister antwortete mit einem Vers über Kriegsschiffe und Segel auf den Fünf Seen. Jingqing hob den Wedel: „Was ist damit?“ „Was ist das?“ „Du kennst es tatsächlich nicht.“ „Beim Erscheinen, Verschwinden, Entfalten und Einrollen gebrauche ich es mit dir.“ Jingqing tadelte leeres Gerede; er erwiderte, ein weiter Sumpf berge Berge, das Prinzip bezwinge Leoparden. „Vergib den Fehler und geh!“ „Beim Gehen ginge es verloren.“ Er ging, besann sich aber im Lehrsaal: Ein wandernder Mönch dürfe eine Begegnung nicht unvollendet lassen. Er kehrte zurück, bekannte seine Unbesonnenheit und dankte für die verschonte Strafe. Ob er von Cuiyan komme? Er antwortete mit einem Vers über Xuedou östlich von Baogai. Jingqing warf ihm Rezitation statt Befreiung vom Irrtum vor. „Triffst du einen Schwertkämpfer, zeige das Schwert; biete keinem Nichtdichter Verse.“ „Verbirg die Verse, zeige das Schwert.“ Die nächste überlieferte Verszeile ist dunkel. Jingqing nannte ihn zugleich kühn und töricht. „Ohne deiner Schärfe zu begegnen, wie offenbarte ich den Geist des alten Buddha?“ „Was ist dieser Geist?“ „Gewähre erneut Zutritt: Was besitzt du jetzt?“ Jingqing schalt den Mönch aus dem Osten, der Bohnen und Weizen nicht unterscheide und ungehemmt rede. „Tausend Klafter steigen Wellen; klare Wogen verlassen das Wasser nicht.“ „Ein Satz trennt den Strom, alle Mittel ruhen.“ Er verneigte sich. Zweimal rief Jingqing: „Ein vortrefflicher Mönch!“

师到华严,严问:我有牧牛歌,辄请阇黎和。师曰:羯鼓掉鞭牛豹跳,远村梅树觜卢都。师参南院,人门,不礼拜。院曰:入门须辩主。师曰:端的请师分。院于左膝拍一拍,师便喝。院于右膝拍一拍,师又喝。院曰:左边一拍且置,右边一拍作么生?师曰:瞎。院便拈棒。师曰:莫盲枷瞎棒,夺打,和尚莫言不道。院掷下棒曰:今日被黄面浙子钝置一场。师曰:和尚大似持钵不得,诈道不饥。院曰:阇黎曾到此间么?师曰:是何言欤?院曰:老僧好好相借问。师曰:也不得放过。便下。参众了,却上堂头礼谢。院曰:阇黎曾见甚么人来?师曰:在襄州华严,与廓侍者同夏。院曰:亲见作。家来。院问:南方一棒,作么商量?师曰:作奇特商量。师却问:和尚,此间一棒作么商量?院拈拄杖曰:棒下无生忍,临机不见师。师于言下大彻玄旨,遂依止。六年,四众请主风穴。又八年,李史君与阖城士庶再请开堂演法矣。上堂:夫参学眼目临机,直须大用现前,勿自拘于小节。设使言前荐得,犹是滞壳迷封;纵然句下精通,未免触途狂见。应是从前依他作解,明昧两岐,与你一时扫却,直教个个如师子儿,咤呀地哮吼一声,壁立千仞,谁敢正眼觑著?觑著即瞎却渠眼。时有僧问:如何是正法眼?师曰:即便戳瞎。曰:戳瞎后如何?师曰:捞天摸地。

Bei Huayan bat der Meister ihn, sein Hirtenlied zu beantworten. Er antwortete mit Versen über Trommeln, Peitschen, springende Tiere und ferne Pflaumenbäume. Bei Nanyuan trat er ohne Verbeugung ein. „Wer eintritt, muss den Hausherrn erkennen.“ „Bitte zeige ihn genau.“ Nanyuan schlug aufs linke Knie, er schrie; aufs rechte Knie, er schrie wieder. „Lassen wir links: Was bedeutet rechts?“ „Blind!“ Nanyuan hob den Stock. „Keine blinden Schläge; sage nicht, du seiest nicht gewarnt.“ Nanyuan warf ihn hin: „Dieser gelbgesichtige Zhejiang-Mann hat mich heute blamiert.“ „Du gleichst einem erfolglosen Bettelmönch, der vorgibt, nicht hungrig zu sein.“ „Warst du schon hier?“ „Was sagst du?“ „Ich frage höflich.“ „Auch das lasse ich nicht durchgehen.“ Nach dem Besuch der Gemeinschaft kam er zum Dank zurück. Er erzählte, mit dem Diener Kuo einen Sommer bei Huayan in Xiangzhou verbracht zu haben. „Du hast einen Könner getroffen.“ Nach dem südlichen Stockschlag gefragt, nannte er ihn außergewöhnlich und fragte seinerseits nach Nanyuans Schlag. Dieser hob den Stock: „Unter dem Stock die Einsicht ins Ungeborene; im entscheidenden Augenblick ist kein Lehrer zu sehen.“ Er erwachte tief und blieb sechs Jahre. Die vierfache Gemeinde bat ihn, Fengxue zu leiten; acht Jahre später luden Präfekt Li und die Stadt ihn erneut zur Lehre ein. Er forderte volle geistige Gegenwart statt kleinlicher Bindung. Verstehen vor dem Wort bleibe im Gehäuse gefangen, Beherrschung der Sätze in verblendeten Ansichten. Er fege alle geborgten Erklärungen und die Spaltung in Dunkel und Hell fort, sodass jeder wie ein Löwenjunges brülle und sich tausend Klafter steil erhebe: Wer hinsehe, werde blind. Ein Mönch fragte nach dem wahren Dharma-Auge. „Sofort ausstechen!“ „Und danach?“ „Nach dem Himmel greifen und die Erde ertasten.“

师后因本郡兵寇作孽,与众避地于郢州,谒前请主李史君,留于衙内度夏,普设大会,请师上堂。才升座,乃曰:祖师心印,状似铁牛之机,去即印住,住即印破。秪如不去不住,印即是,不印即是,还有人道得么?时有卢陂长老出问:学人有铁牛之机,请师不搭印。师曰:惯钓鲸鲵澄巨浸,却嗟蛙步𩨍泥沙。陂伫思,师喝曰:长老何不进语!陂拟议,师便打一拂子曰:还记得话头么?试举看。陂拟开口,师又打一拂子。牧主曰:信知佛法与王法一般。师曰:见甚么道理?牧主曰:当断不断,反招其乱。师便下座。

Als Kämpfe die Präfektur erschütterten, floh er mit der Gemeinde nach Yingzhou zu Präfekt Li, der ihn früher eingeladen hatte. Den Sommer verbrachten sie in dessen Amtssitz. Bei einer großen Versammlung sprach er: „Das Geistessiegel der Patriarchen gleicht dem Mechanismus eines eisernen Ochsen: Beim Fortgehen bleibt es, beim Bleiben zerbricht es. Soll man siegeln, wenn man weder geht noch bleibt? Wer kann antworten?“ Der Älteste Lupi bat, auf seinen eisernen Ochsen kein Siegel zu drücken. „Wer Wale im klaren Meer angelt, warum im Schlamm wie ein Frosch verharren?“ Lupi zögerte. „Warum sprichst du nicht weiter?“ Als er nachdachte, schlug ihn der Meister mit dem Wedel und verlangte die Wiederholung der Frage. Als er ansetzte, schlug er erneut. Der Präfekt erkannte darin die Gleichheit von Buddha- und Königsgesetz. Nach seinem Grund gefragt, sagte er: „Unterbleibt die nötige Entscheidung, wächst die Unordnung.“ Der Meister verließ den Sitz.

至九月,汝州太师宋侯舍宅为寺,复来郢州,请师归新寺住持。至周广顺元年,赐额广慧。师住二十二年,常余百众。

Im neunten Monat stiftete Großpräzeptor Song von Ruzhou sein Haus als Kloster und reiste nach Yingzhou, um den Meister als Abt des neuen Klosters zurückzubitten. Im ersten Guangshun-Jahr der Zhou erhielt es den Namen Guanghui. Er lebte dort zweiundzwanzig Jahre, gewöhnlich mit über hundert Mönchen.

《五灯会元》 (Kompendium der fünf Lampen), Buch 11, „Siebte Generation nach Nanyue“; Puji, Song; Ming-Ausgabe

Grundriss der Buddhas und Patriarchen

延沼禅师住风穴。

Chan-Meister Yanzhao nahm in Fengxue Wohnung.

延沼依止南院,六年,辞去。长兴二年,至汝州,见草屋数椽,依山如逃亡人家。问:田父:此何所?曰:古风穴寺。岁饥,众弃之而去,余佛像钟鼓耳。沼曰:我居之,可乎?曰:可。沼乃留止,日乞村落,夜燃松脂,单下者七年。

Nach sechs Jahren bei Nanyuan zog Yanzhao fort. Im zweiten Changxing-Jahr kam er nach Ruzhou und sah Strohhütten am Hang, wie die Behausung Geflohener. Ein Bauer erklärte: „Der alte Fengxue-Tempel. Eine Hungersnot vertrieb die Mönche; nur Bilder, Glocken und Trommeln blieben.“ „Darf ich hier wohnen?“ „Ja.“ Sieben Jahre blieb er allein, bettelte tagsüber in Dörfern und verbrannte nachts Kiefernharz.

《佛祖纲目》 (Grundriss der Buddhas und Patriarchen), Buch 34; Zhu Shien, Ming; 1632

延沼避寇郢州,寇平,汝州有宋太师者,施第为宝坊,迎沼居焉。广顺元年,赐寺名广慧,法席冠天下。

Yanzhao floh nach Yingzhou. Nach Ende der Kämpfe stiftete Großpräzeptor Song von Ruzhou seine Residenz als Kloster und lud ihn ein. Im ersten Guangshun-Jahr erhielt es den Namen Guanghui; seine Lehrversammlung galt als führend im Reich.

《佛祖纲目》 (Grundriss der Buddhas und Patriarchen), Buch 34; Zhu Shien, Ming; 1632

Chronik von Ruzhou

萧寺秋风竹树清,石林瑶井水初澄。楼台远近笼轻霭,山阜高低照晚晴。芳草有情依路长,幽花无侣背岩生。谬符此地应为主,聊逐宾僚谩引觥。

Herbstwind klärt Bambus und Bäume am Tempel; im Steingehölz wird der edle Brunnen klar. Nahe und ferne Türme umhüllt leichter Dunst, hohe und tiefe Hügel glänzen im Abendlicht. Freundliche Gräser begleiten den langen Weg; einsame Blumen wachsen an Felsen. Unwürdig hier zum Herrn bestellt, hebe ich mit Gästen und Beamten den Becher.

《汝州志》 (Chronik von Ruzhou), Buch 7, „Besuch im Fengxue-Tempel“; Peng Gang, Ming; unter Cheng Tiangui zusammengestellt, Ausgabe 1510

Bericht über den Bau des Bergtors am Baiyun-Tempel

余谪倅钓州,逾两年,帝命守汝之官。闻汝有白云寺者,亦曰风穴寺,甚奇绝,因假途而馆焉。信宿将行,徘徊周视,见林木幽深,土宜柏,所产皆柏木,不杂他植,苍翠森郁,石泉脉脉从石罅间出,聚而为涧,委蛇流爱之投辖焉。风穴去州治十余里,政务之暇,时一登览。

Nach über zwei Jahren als degradierter Stellvertreter in Diaozhou befahl mir der Kaiser, Ru zu verwalten. Vom außergewöhnlichen Baiyun-Tempel, auch Fengxue genannt, hatte ich gehört und übernachtete auf der Anreise dort. Nach zwei Nächten betrachtete ich vor dem Aufbruch die tiefen Wälder: Nur Zypressen wuchsen auf dem geeigneten Boden, dicht und grün; Quellen traten aus Felsspalten und sammelten sich zum gewundenen Bach. Über zehn li liegt Fengxue vom Amtssitz entfernt; freie Stunden nutzte ich zu Besuchen.

窃佘浮屠氏自汉明帝延入中国,立精舍以处之,而僧寺之肇昉于此,渐及于晋、宋、齐、梁、陈、隋、唐之代,尊信其教,其徒浸盛,而缁流净侣,往往全真了觉于深岩穷谷之中,著灵显异,以神其教。而禅家者流,多即其处创居以奉之。是以金刹遍于名山,琳宫建于胜地,而其殿宇堂室,门户榱桷,与王者埒。以为不如是,不足以宏三乘之化,而崇三藏之宝也。

Seit Kaiser Ming der Han den Buddhismus nach China holte und Unterkünfte für Mönche errichtete, verbreiteten sich Klöster unter Jin, Song, Qi, Liang, Chen, Sui und Tang. Die Lehre fand Anhänger, Mönche erlangten in einsamen Bergen Erkenntnis und bekräftigten sie durch Wunder. Chan-Mönche bauten dort Häuser. So entstanden prächtige Klöster auf heiligen Bergen, deren Hallen, Tore und Gebälk königlichen Bauten glichen. Dies hielten sie für nötig, um die Drei Fahrzeuge zu verbreiten und die Drei Schriftkörbe zu ehren.

若汝之风穴,元魏常建白云寺于其麓,在唐则七祖贞禅师卓锡于此,曜慧于灵岩,转法轮于祗舍,由是神僧阐教,法宝不磨,天龙护持,诸像瞻仰,香火特盛,遂为丛林。寺旧无山门,今住持僧满增者,始议建焉。庇材鸠工,无所吝惜,不惮劳瘁。斧斤既运,轮奂聿兴,梓匠毕技,高厂宏丽。及落成,僧正日清流者嘉增之志,走使须文于余,记其兴理岁月,以余常守是邦故也。余素稔清流之宿行,更美住持之有兹举也,其州博襄阳王君廷相,累书以速。昔𭦌子固为道凌齐晔作三门记,其日齐晔,里人也。为里人而与之记,人之情也。以礼、春秋义而告之,又下之公也。然则余为之言,固非无谓。

Am Fuß des Berges Fengxue in Ru war unter den Nördlichen Wei der Baiyun-Tempel errichtet worden. Unter den Tang verweilte hier Meister Zhen, der Siebte Patriarch, und verbreitete den Dharma; Schutz und Verehrung machten den Ort zum Kloster. Ein Bergtor fehlte. Abt Manzeng ließ eines errichten, sammelte Holz und Arbeiter und scheute weder Kosten noch Mühe. Ein hoher, prächtiger Bau entstand. Der Klostervorsteher Qingliu würdigte seinen Entschluss und bat mich als früheren Verwalter des Ortes um einen Bericht. Ich kannte Qinglius bewährten Lebenswandel und schätzte das Vorhaben; der Schulbeamte Wang Tingxiang aus Xiangyang drängte wiederholt schriftlich. Zeng Zigu schrieb einst für seinen Landsmann Daoling Qiye einen Bericht über drei Tore: persönliche Verbundenheit und öffentliche Belehrung durch Riten und Frühlings- und Herbstannalen verbanden sich. Auch mein Schreiben hat seinen Grund.

命持归,俾击鼓集众,告增并其徒曰:诸佛难值,人身难得,好时难逢,大善难修。今汝比恤者,宏大誓愿,思忆四难,广滋功德,以成此门。尔等弟子,由此门者益坚此志,钦崇三宝,厚答四恩,则心身无失,名立教宣,称为高僧。由此门者益坚此志,磨砖成镜,感石点头,则五蕴皆空,即心见佛,称为佛阻。由此门者,益坚此志,默契大乘,深入禅定,则形神俱空,悟真超胜,称为法王。如此,则虽黄金为瓦,白玉为屋,如来之法宝常存,护法之金刚常镇,贞师衣钵传于无穷,而胜地山门垂于不朽,永为汝等方便利益之途,而常有此门矣。若不然者,则欲火灼衷,苦海难测,玄门启而复合,慧路辟而复湮,升堂入室,殆若望洋,汝尚何由哉?

Ich ließ den Boten heimkehren und die Mönche durch Trommeln versammeln, um Zeng und seinen Schülern zu sagen: Buddhas zu begegnen, menschliche Geburt, gute Zeiten und großes Gutes sind schwer zu erlangen. Im Bewusstsein dieser vier Schwierigkeiten habt ihr gelobt und dieses Tor zum Verdienst errichtet. Wer es durchschreitet, stärke seinen Vorsatz, ehre die Drei Juwelen, vergelte die Vier Wohltaten, bewahre Leib und Geist und verbreite die Lehre: so wird er ein großer Mönch. Wer es durchschreitet, poliere Ziegel zu Spiegeln, lasse Steine nicken, erkenne die Leere der Fünf Aggregate und den Buddha im eigenen Geist: so wird er Buddha. Wer es durchschreitet, entspreche dem Großen Fahrzeug, vertiefe Versenkung und überwinde die Bindung an Leib und Geist: so wird er Dharma-König. Dann werden selbst bei Goldziegeln und Jadewänden Dharma und Wächter ewig bestehen, Zhens Gewand und Schale weitergegeben und dieses Tor auf Dauer nützlich sein. Sonst brennt Begierde im Herzen, das Leid ist grenzenlos, das geöffnete Tor schließt sich, der Weisheitsweg erlischt. Wie gelangt man dann hinein?

余美增僧之志,故为学道之士识之,以告将来者。

Weil ich Mönch Zengs Willen bewundere, schrieb ich dies für Lernende und Nachkommende.

《风穴续志》 (Fortsetzung der Chronik von Fengxue), Buch 5, erster Teil, „Bericht über den Bau des Bergtors am Baiyun-Tempel“; Chen Ren, Ming; Qu Qixian, Qing

Bericht über die Wiederherstellung der Vairocana-Halle im Qianfeng-Baiyun-Tempel zu Ruzhou

白云寺去州二十里,俗呼风穴,创于后魏,历隋唐而宋而元,以迄于今。其地秀接嵩、少,众流蜿蜒,交注汝、颖,峰峦拱叠,林壑蓊郁。余往见王苍谷诗赋,知为汝州胜地。寺故有毗卢殿,寝废,成化乙未,僧正清流、住持满巍举清秀句工,其徒净书等与乡耆王福善等募众缘修复之。是殿也,凡栋梁、榱棋之属二千有奇,础砺三百有奇。乃先修者饶劈、鸱吻之类五万有奇,钉铁以斤计三千有奇,石灰以石计四万有奇,咸今置之。材为梓者、砺者、鍜者、绘者、塑者、漆者、匋者、污墁者,佣役者,縻钱百万,食粟六百余斛,为崇三十有二尺,为广七十有四尺,廓如巍如,美哉轮奂,辉映碧落。寺为改观。累岁历人而后成。施者靡吝厥费,工者靡爱厥力,非僧之行感而有是哉?爰勒诸石,俾后来者有所考焉。

Zwanzig li von der Stadt liegt Baiyun, gewöhnlich Fengxue genannt, gegründet unter den Späteren Wei und durch Sui, Tang, Song und Yuan bis heute fortgeführt. Berge verbinden sich mit Song und Shaoshi, Wasser fließt gewunden zu Ru und Ying, bewaldete Gipfel umschließen den Ort. Wang Canggus Dichtung machte mich darauf aufmerksam. Die Vairocana-Halle war verfallen. Im yiwei-Jahr Chenghua bestimmten Klostervorsteher Qingliu und Abt Manwei Qingxiu zur Bauleitung; dessen Schüler Jingshu und andere sammelten mit Ortsältesten wie Wang Fushan Spenden. Über zweitausend Balken, Säulen, Sparren und Konsolenteile, über dreihundert bearbeitete Steine und Basen waren nötig. Dachstücke und Firstzierden zählten über fünfzigtausend, Eisen und Nägel über dreitausend jin, Kalk über vierzigtausend shi; alles wurde beschafft. Zimmerleute, Steinmetze, Schmiede, Maler, Bildhauer, Lackierer, Töpfer, Verputzer und Tagelöhner verbrauchten eine Million an Geld und über sechshundert hu Getreide. Die Halle wurde zweiunddreißig chi hoch und vierundsiebzig breit, weit und erhaben, strahlend gegen den Himmel. Das Kloster war verwandelt. Erst nach Jahren und mehreren Beteiligten war es vollendet. Spender schonten ihr Geld nicht, Handwerker ihre Kraft nicht: War dies nicht Wirkung des mönchischen Lebenswandels? Die Steinschrift soll künftige Nachprüfung ermöglichen.

《风穴续志》 (Fortsetzung der Chronik von Fengxue), Buch 5, erster Teil, „Bericht über die Wiederherstellung der Vairocana-Halle im Qianfeng-Baiyun-Tempel zu Ruzhou“; Li Maoyuan, Ming; Qu Qixian, Qing

Bericht über die Vairocana-Halle

汝颍盛克修,余同年友也。其子瑞走书嘱余曰:州之白云寺,先生讲道处也。逮今三纪,流风余韵,犹有存焉。昔年讲堂前今构六楹,高广深靓,扁曰毗卢,复为像于中,面背而座,左右而立,总六像释家之说,想有意义。经营于成化乙未,住持圆证率徒以始之,工未讫而卒,落成于正德丁卯,徒孙清秀偕师满巍、僧正清流辈以终之。凡费钱十八万,计日万八百有奇。历匠氏三百有余指,食米麦四百有余斛。由祖及孙,积累缔造,厥维艰哉!群僧愿一记之久矣,敢代以请。既而清秀复不远百里而速之者再,辞不获,乃为之言曰:佛之道不可知,然每观其徒有所兴作,皆用心勤,注意专,不屑苟成,不求速效,故能以小致大,因卑而高。岂其法之蕃昌,言之祸福,足以动人哉?其中亦有坚忍不拔者然也。今若辈以数十年之劳,克成先志,其所以自致者,宁不近是也耶?鸣呼!佛教方盛行于天下,而其学者善自封殖之又如此。至于世儒穷居学圣人之道,口诵心维,自以为得矣,及出而任天下事,未见有恳笃之志,坚持之撡,群居相语者,不过苟一时之利而已,安能必世百年为教化之渐,得持久之功哉?由是观之,反不如佛之学者远甚,则彼之所以盛,不由此之所自守者衰欤?与之记,不独以著其能,亦以媿吾道之难行也。停笔三叹。

Sheng Kexiu aus dem Ru-Ying-Gebiet war mein Prüfungskollege. Sein Sohn Rui schrieb: „Im Baiyun-Tempel, wo Ihr lehrtet, wirkt Euer Einfluss nach drei Zwölfjahreszyklen noch. Vor dem alten Lehrsaal steht nun ein hoher, weiter, tiefer Bau mit sechs Baueinheiten namens Vairocana. Sechs Bilder sitzen vorn und hinten oder stehen seitlich; die buddhistische Anordnung hat gewiss Sinn. Abt Yuanzheng begann im yiwei-Jahr Chenghua mit seinen Schülern, starb aber vor dem Abschluss. Im dingmao-Jahr Zhengde vollendeten Enkelschüler Qingxiu, sein Lehrer Manwei und Klostervorsteher Qingliu das Werk. Es kostete 180.000 an Geld, über 10.800 Arbeitstage, die Arbeit von über dreihundert Handwerkerfingern und mehr als vierhundert hu Reis und Weizen. Wie mühsam war diese Arbeit über drei Generationen! Die Mönche wünschen einen Bericht, um den ich bitte.“ Qingxiu legte danach zweimal über hundert li zurück, um mich zu drängen. Ich konnte nicht ablehnen und schrieb: Buddhas Weg kenne ich nicht. Doch bauen seine Anhänger mit Fleiß und ungeteilter Aufmerksamkeit, verlangen weder flüchtige Fertigstellung noch schnellen Erfolg. So wird Kleines groß und Niedriges hoch. Blüht ihre Lehre allein, weil ihre Rede von Glück und Unglück Menschen bewegt? Es gibt auch unerschütterlich Beharrliche unter ihnen. Jahrzehntelang erfüllten diese Männer das Ziel ihrer Vorgänger: Liegt darin nicht ihr Erfolg? Der Buddhismus gedeiht und seine Schüler pflegen ihn so sorgsam! Konfuzianer lesen und bedenken die Weisen im Stillen und meinen zu verstehen. Im öffentlichen Dienst fehlen ihnen jedoch Ernst und Beständigkeit; gemeinsam sprechen sie nur über augenblicklichen Vorteil. Wie soll daraus über Generationen dauerhafte Bildung wachsen? Darin stehen sie den Buddhisten nach. Kommt deren Stärke nicht aus unserer eigenen Schwäche? Ich schreibe, um ihre Fähigkeit zu zeigen und mich der schweren Verwirklichung unseres Weges zu schämen. Ich lege den Pinsel nieder und seufze dreimal.

《风穴续志》 (Fortsetzung der Chronik von Fengxue), Buch 5, erster Teil, „Bericht über die Vairocana-Halle“; Li Xing, Ming; Qu Qixian, Qing

Stele zur Wiederherstellung des Glockenturms

东里子巡汝之二年,矿靖氛清,条风徐兴,寒夜坐听,有声铿鍧,隐隐从东北山来,类大吕流铃之音,顾左右而问焉,对曰:此风穴寺钟鸣也。盖寺钟之设久矣,繇隋、唐、宋以千峰、白云名寺,传者谓于此山义无当,爰更风穴为号。北宋宣和七年,复于寺殿庑间增置阁焉,名曰悬钟。然形势峭绝壁立,不耐风雨,历世递为兴废。嘉隆以还,浸陵夷倾圮,几数十载,希声探风穴者,往往太息之。迩幸一方无事,物力稍充羡,寺之住持僧净通辈,得休暇,募善缘,次筑葺故址,重修钟楼,有状。落成,悬钟如初,于是鸣始闻声云。

Im zweiten Jahr meiner Inspektion von Ru waren Bergbauunruhen beendet und milde Winde zurückgekehrt. In kalter Nacht hörte ich mächtigen Metallklang aus den nordöstlichen Bergen. Begleiter nannten die Glocke des Fengxue-Tempels als Quelle. Sie bestand seit langem. Unter Sui, Tang und Song hieß das Kloster Qianfeng und Baiyun; angeblich passten diese Namen nicht zum Berg, weshalb Fengxue gewählt wurde. 1125 entstand zwischen den Hallen der Hängende-Glocken-Pavillon. Seine steile, ausgesetzte Lage widerstand dem Wetter schlecht; wiederholt verfiel und erneuerte man ihn. Seit Jiajing und Longqing war er jahrzehntelang verfallen, zum Bedauern der Besucher. Nun erlaubten Frieden und bessere Mittel Abt Jingtong und anderen, Spenden zu sammeln und am alten Platz neu zu bauen. Die Glocke hing wieder und erklang.

东里子嘿然良久,起席退。越宿,乃偕郡守陆厚躬君率其僚吏师生往观焉。维时瑞雪拥郊,万山拱壁,田翁野叟,遮呼绕膝,具道始末最详。东里子引裾登楼,喟然抚掌叹曰:甚哉!废兴之时,可以悟官常矣。且畴亦知斯之。为义乎?寺以风名,君子德也。风以穴名,风所自也。因寺为钟,播风声也。盖钟于楼藏,有声于无声也。昔者有虞氏风动四方,墨胎、展禽氏风闻百世,而孔思子推风之自,近及乎孔昭屋漏,远及乎劝威形辟,其究乃讫乎无声。夫风非声也,不显其德,所以不显其声也。抑风之象,莫辨乎易,易有之:申命省方,设教议狱。余巡兹土,每深致意焉。载观山下有风,坏极复治之说,而味所谓振民育德云者,叉类不可不知也。

Ich schwieg lange und zog mich zurück. Am nächsten Morgen besuchte ich den Ort mit Präfekt Lu Hougong, Beamten, Lehrern und Schülern. Schnee bedeckte das Land, Berge umschlossen uns; alte Bauern erklärten alles. Im Turm rief ich: Aus Verfall und Wiederaufbau lasse sich Amtsführung lernen! Wind bezeichnet den Tempel und die Tugend des Edlen; die Höhle den Ursprung des Windes. Die Glocke verbreitet seinen Klang, der Turm bewahrt Klang in Stille. Shuns Einfluss bewegte die Welt; die Männer von Motai und Zhanqin waren über Jahrhunderte berühmt. Zisi verfolgte den Ursprung vom verborgenen Zimmer bis zu Ermahnung und Strafe und gelangte zur Stille. Der Wind macht seine Tugend im Klang sichtbar, sein Ursprung bleibt lautlos. Das Buch der Wandlungen lehrt wiederholte Befehle, Landesinspektion, Unterweisung und Rechtsprechung. Darauf achte ich hier. Wind unter dem Berg und Erneuerung nach größtem Verfall erinnern an Ermutigung des Volkes und Pflege der Tugend.

夫风自穴出,与钟俱鸣,其德可以振民;钟以楼藏,与𡧆俱寂,其义可以育德。乡者钟阁坏盖极矣,今兹重修,坏复治矣。势太重则易坏,故待乎修。坏非时不治,故今始修。阁坏而基不坏,故易于修。尔

Wind aus der Höhle ertönt mit der Glocke und kann das Volk aufrütteln; die Glocke im Turm schweigt mit der Höhle und kann Tugend nähren. Der völlig verfallene Turm wurde erneuert. Zu großes Gewicht führt zum Schaden und verlangt Reparatur; diese wartet auf ihre Zeit, die nun gekommen ist. Der Turm verfiel, sein Sockel blieb und erleichterte den Wiederaufbau. Ihr—

庶官环楼谛观之,夫崇上必厚下,蔽外必虚中,四面欲阔以达,毋令壅阏;重檐欲壮以固,毋为巧饰。其出声欲远,毋不叩而遂鸣;其藏形欲完,亦毋叩而不鸣。兴必虑废,毋以喜事酿速坏;废必急修,毋以畏事滋大坏。庶几永永风声,隆施靡极,与此名山并传盛美,以无忝今日登临雅谊。

Beamte, betrachtet den Turm genau: Wer hoch baut, stärke unten; außen Schutz, innen Freiraum. Alle Seiten sollen offen bleiben, die doppelten Traufen kräftig statt bloß verziert. Weit soll die Glocke klingen, doch nicht ungeschlagen tönen; ihr Körper soll bewahrt werden, doch nicht nach einem Schlag schweigen. Im Gedeihen bedenkt Verfall, damit Baulust ihn nicht beschleunigt; bei Verfall repariert rasch, damit Scheu vor Mühe ihn nicht verschlimmert. Möge dauerhafte gute Wirkung mit diesem Berg fortbestehen und unseren Besuch ehren.

于是郡守而下罗拜谢曰:谨受教,愿书其言为记,爰勒石而去。

Der Präfekt und seine Untergebenen verneigten sich dankend, nahmen die Lehre an und baten um einen Bericht. So ließ ich ihn vor der Abreise in Stein schneiden.

《风穴续志》 (Fortsetzung der Chronik von Fengxue), Buch 5, erster Teil, „Stele zur Wiederherstellung des Glockenturms“; Zheng Guohua, Ming; Qu Qixian, Qing

Gesamtchronik von Henan

风穴寺,在州城东北二十里风穴山,一名白云寺。唐大中初创建,明弘治间重修。

Der Fengxue-Tempel liegt zwanzig li nordöstlich der Stadt am Berg Fengxue und heißt auch Baiyun. Gegründet am Anfang der Tang-Ära Dazhong, wurde er während Hongzhi der Ming erneuert.

《河南通志》 (Gesamtchronik von Henan), Buch 50, „Tempel und Klöster“; Tian Wenjing, Sun Hao und andere, Qing; Siku-Quanshu-Ausgabe

Pagodeninschrift für Mönch Zhen vom Kaiyuan-Tempel

开元寺贞和尚塔铭

Pagodeninschrift für Mönch Zhen vom Kaiyuan-Tempel

开元二十六年七月立沈兴宗撰隶书在汝州

Errichtet im siebten Monat des 26. Jahres Kaiyuan, verfasst von Shen Xingzong, Kanzleischrift, in Ruzhou.

碑云禅师讳贞兹郡京兆人也京兆郡名上云兹郡者其义不可详或唐以洛为东都亦可称京兆欤又云俗姓张氏自轮奂规唐貂蝉蔚汉姜宋莫齿裒扬前伦规唐犹云规晋姜宋盖谓姜望宋微子袁扬盖谓袁安扬震也又有前剌史故丞相齐八崔日用吏部尚书李嵩皆顶奉山字云云按崔曰用李暠刘响唐书有传贞禅师者驻锡风穴山尝习衡阳三昧其化大行一夕溘然示寂守宰李暠阇维之得舍因千泣明皇谥为七祖碑隶书甚劣惟用肯为前即业字之省用巳为以尚有古意年号贰拾陆字用代二十六与五经交字九经字样同余碑少见

Die Inschrift nennt Meister Zhen einen Mann aus Jingzhao „dieser Präfektur“. Jingzhao ist ein Kommandanturname; warum „diese Präfektur“, bleibt unklar. Vielleicht durfte Luoyang als Tang-Osthauptstadt auch Jingzhao heißen? Sein Familienname war Zhang. Die Lobrede nennt den Glanz seiner Vorfahren unter Tang und Han, über Jiang und Song, vor Yuan und Yang. „Tang zum Vorbild nehmen“ ähnelt „Jin zum Vorbild nehmen“; Jiang und Song bezeichnen Jiang Wang und Weizi, Yuan und Yang Yuan An und Yang Zhen. Auch der frühere Präfekt und Kanzler Cui Riyong sowie Minister Li werden genannt, doch sind einige Zeichen undeutlich. Cui Riyong und Li Gao haben Biografien in der Tang-Geschichte. Zhen lebte am Berg Fengxue, übte Hengyang-Samadhi und lehrte weithin. Als er eines Abends starb, ließ Li Gao ihn verbrennen und erhielt Reliquien. Minghuang verlieh ihm den Titel Siebter Patriarch. Die Kanzleischrift ist schlecht, doch bewahren verkürzte Formen für qian und ye und si statt yi Altertümliches. Die Zeichen für sechsundzwanzig entsprechen Wujing Wenzi und Jiujing Ziyang und sind sonst selten.

《中州金石记》 (Aufzeichnungen über Inschriften der Zentralebene), Buch 2, „Pagodeninschrift für Mönch Zhen vom Kaiyuan-Tempel“; Bi Yuan, Qing; Jingxuntang-Sammelausgabe der Qianlong-Zeit

Nachklänge von Meister Hanxius Klopfen an die Leere

原夫灵岳降灵,薄伽应缘而设化;名山卓锡,古德示迹以传宗。法苑固支那攸崇,中原推风穴为最。人惟地杰,地以人彰。沼祖开创于昔,吾师振响于今。门庭高峻,海内趋风。若无志载,曷识端由。不揣缶声,谬裁韵语。倘获披卷神游,洞见白云深处。法流东注,碧眼西来。一花始绽,五叶弘开。丛席棋布,宇内弥该。偏汝坟之毓秀,擅灵岳之崔嵬。道树冠神州而卓荦,石壁洒藻翰以雄才。称伟观于天中,列舆纪而最推。维彼风穴,近接嵩高。深邃叵测,怒吼惊虓。先闻有声,风起林稍。嘘两间之元气,鼓万物而炮烋。山鬼啸而助响,草木震以长号。艮维坤向,刹创隋朝。运当五季,锡驻征沼。乘夙愿兮非偶,投簪笏兮缁袍。应悬谶兮是止,于傍陬兮缚茅。苦单丁兮七载,兴百废兮一朝。弘济宗兮大振,绳祖武兮独超。应真辈出,香火斯饶。山则嵂崒,千峰插天半之芙蓉;水则潺湲,双涧绕十里之幽松。孤嶂列屏兮,拟匡庐之云锦;岚亭叠翠兮,记孟阳之词宗。慈泉济亢兮,观音变相;古洞窈窕兮,哲士遗踪。仙人桥畔兮,想飞化龙之竹;望州亭际兮,思齐洗耳之风。一径高危兮,纡盘白云之顶;中峰峻极兮,缥缈紫微之宫。石状琼台而峭拔,岩嵌法洞以玲珑。乃若西峦蓊欎,东岭巃嵷。双峰环抱,万柏苍葱。仿佛清虚之上,徘徊翠微之中。瀑泻珠帘,寒飞千尺之雪;桥横玉带,𫝑吞万丈之虹。绿竹凌霄,挺廉宪之高节;清流开沼,振太史之词锋。层台玩月兮,识盈虚之有数;重崖登眺兮,觉宇宙之无穷。毗卢千寻兮,任餐霞而浴日;声闻五百兮,随驯虎以降龙。铎振丹霄,坛竖开元之塔;阁耸青汉,鲸鸣宣和之钟。壮金庭而增丽,对宝藏以飞雄。瑮璑腾辉,周王镌牟尼之玉像;镠葟散彩,锦轴悬水陆之金容。再瞻殿宇,榱桷轮囷。嵯峨林表,璀璨凌云。丰碑记载,历朝志文。庭柯交荫,薝卜氤氲。说法堂前,桧附凌霄之蕊;饭田谷口,岁储绿野之耘。庙祀玄天,星旗将溪光而闪烁;庵曰自在,祖塔下花雨而缤纷。甲中原之巨刹兮,少林犹让其左;传五灯之慧焰兮,风穴特萃其群。慨夫!玄黄易位,沧桑变更;缁侣寥寂,佛面蒙尘。会际鼎辈,祖道维新;席虚谁尸,蜀伯有陈。传通玄林野之法胤,系天童密云之嫡孙;本渊源于麟湖,受付嘱于栖真。一杖飘然兮北迈,七坐名蓝兮轶伦;是宜中州之应响,幸兹汝海以垂纶。搢绅曲垂而加护,缁素径筏以归仁;挽滹沱三十一世颓流之脉,继沼师七百余年无尽之灯。羡祖庭恢复于今日,冀昙华永茂乎千春。吁嗟兮!法幢崛起,祖叶弥芳;凤毛麟角,虎骤龙骧。美英才之济济,发嫩桂之昌昌;拓旧模以广大,俾宗社而益长。法化昭于日月,声光齐乎天壤;第见此山亘恒沙浩劫而不朽兮,又何殊乎鹫岭之与雁堂?

Heilige Berge senden Geistkraft, der Erhabene lehrt den Umständen gemäß. Alte Meister wohnen auf berühmten Höhen und geben ihre Linie weiter. Chinas Dharma-Gärten werden verehrt; in der Zentralebene ragt Fengxue hervor. Menschen und Landschaft verleihen einander Ruhm. Patriarch Zhao gründete einst, unser Meister erneuert heute den Klang. Hohe Tore ziehen das ganze Land an; ohne Chronik bliebe der Ursprung unbekannt. Unwürdig biete ich Reime, damit Leser im Geist hinter die weißen Wolken reisen. Der Dharma strömte ostwärts, der blauäugige Patriarch kam aus Westen; eine Blüte entfaltete fünf Blätter, überall entstanden Chan-Sitze. Im Ru-Tal wachsen Gipfel wie Himmelslotusse, der Baum des Weges krönt das Land, Felsen tragen edle Schriften. Nahe Song ist Fengxue tief, unfassbar und dröhnend: Erst hört man es, dann kommt der Wind, der die Urkraft ausatmet, mit Berggeistern und Bäumen im Chor. Von Nordosten nach Südwesten ausgerichtet, wurde das Kloster unter den Sui gegründet. Während der Fünf Dynastien kam Meister Zhao, tauschte Amts- gegen Mönchsgewand, erfüllte Gelübde und Weissagung und band eine Hütte im abgelegenen Winkel. Sieben Jahre litt er allein, dann belebte er hundert vernachlässigte Dinge, verbreitete Linji und setzte die Patriarchen fort. Würdige erschienen, Opfergaben mehrten sich. Tausend Gipfel blühen über dem Himmel, zwei Bäche umwinden zehn li Kiefern. Ein Felsenschirm gleicht dem Brokat des Lushan; neblige Pavillons erinnern an Mengyangs Dichtung. Die Quelle des Mitgefühls hilft bei Dürre, Guanyin zeigt Gestalten, alte Höhlen bewahren Spuren der Weisen. Bei der Unsterblichenbrücke denkt man an den verwandelten Bambusstab, beim Aussichtspavillon an die Reinheit des Ohrenwaschens. Steile Wege führen über weiße Wolken zum himmlischen Palast. Felsen gleichen Jadeterrassen, Grotten glänzenden Dharma-Höhlen. Westliche Kämme und östliche Berge umschließen zehntausend Zypressen; man wandelt in klarer Leere und grünen Wolken. Wasserfälle stürzen wie tausend Fuß Schnee, die Jadegürtelbrücke spannt einen Regenbogen. Bambus ehrt den aufrechten Zensor, klares Wasser die Feder des Geschichtsschreibers. Mondterrassen zeigen Zunehmen und Schwinden, Felsblicke die Unendlichkeit. Die Vairocana-Halle trinkt Morgenröte und Sonne, fünfhundert Jünger begleiten bezähmte Tiger und Drachen. Glocken klingen am Kaiyuan-Turm im roten Himmel, der hohe Pavillon trägt die Xuanhe-Glocke. Goldene Räume und Schriftenschatz wetteifern; das Jadebuddhabild des Prinzen von Zhou glänzt, Seidenrollen zeigen goldene Gestalten des Wasser-und-Land-Rituals. Mächtiges Gebälk ragt über Bäume, Stelen aufeinanderfolgender Dynastien berichten davon. Baumkronen verschatten duftende Höfe; Zypressen am Lehrsaal tragen Kletterblüten, Äcker am Taleingang nähren das Kloster. Ein Schrein ehrt den Dunklen Himmel, die Zizai-Klause liegt unter Patriarchenpagoden im Blumenregen. Unter den großen Klöstern der Zentralebene tritt selbst Shaolin zurück; unter den fünf Lampen vereint Fengxue besondere Meister. Ach, Dynastien wechselten, Meer wurde Land, Mönche zerstreuten sich, Staub bedeckte Buddha. Im neuen Zeitalter erneuerte sich der Weg. Wer besetzte den leeren Abtssitz? Ein Chen aus Shu, Dharma-Erbe von Tongxuan Linye und Enkel von Miyun aus Tiantong, verwurzelt in Linhu und beauftragt in Qizhen. Mit einem Stab zog er nordwärts und leitete sieben berühmte Klöster. Die Zentralebene antwortete; er ließ sich in Ru nieder. Beamte schützten, Mönche und Laien strömten herbei. Er hielt den Niedergang von Hutuo über einunddreißig Generationen auf und nährte Zhaos siebenhundertjährige Lampe. Der Ahnensitz lebt wieder: Möge die seltene Blume tausend Frühlinge blühen! Dharma-Banner steigen, Ahnenzweige gedeihen, Talente sammeln sich wie Phönixe und Drachen, junge Lorbeeren wachsen. Möge die alte Anlage sich weiten, das Reich stärken und mit Sonne und Mond durch zahllose Zeiten leuchten wie der Geierberg und die heiligen Hallen.

《憨休和尚敲空遗响》 (Nachklänge von Meister Hanxius Klopfen an die Leere), Buch 2, „Rhapsodie auf den Baiyun-Tempel am Berg Fengxue in Ruzhou“; Hanxiu Ruqian, Qing; Jiaxing-Kanon

Historische Fotografien

Um 1979

Die Bilder stammen aus Xinhua-Ausstellungsfotografien im Verkaufsbestand des Kongfz-Händlers Zijinshan Shuyuan. Die Verkaufsverzeichnisse datieren sie auf 1979.

Gesamtansicht mit Pagode des Siebten Patriarchen und Hallen am Hang. Aufnahme von Qi Dalin. Bildquelle.

Glockenpavillon und umliegende Hänge. Aufnahme von Qi Dalin. Bildquelle.

Guanyin-Pavillon zwischen Bäumen und Hofmauern. Aufnahme von Qi Dalin. Bildquelle.

Pagode des Siebten Patriarchen mit vorgelagerten Stelen. Bildquelle.

Pagodenfriedhof mit verschieden hohen Türmen zwischen Gras und Bäumen. Aufnahme von Qi Dalin. Bildquelle.

Literatur